Submissao 2011 in Karlsruhe
Ein paar Tage zogen jetzt ins Land. Die nächsten Turniere stehen schon an. Doch man kommt einfach nicht noch um eine Nachbetrachtung des Klassikers der Grapplingszene, welches jedes Jahr in Karlsruhe veranstaltet wird: Submissao.
Volle Gewichtsklassen, ein hohes kämpferisches und technisches Niveau. Aus allen Winkeln der Republik kamen sie angereist, einige sogar von noch weiter weg.
In diesem Jahr wurde das Turnier tatkräftig vom Deutschen Ju-Jutsu Verband
unterstützt. Denn: Die Klassen mit Gi gelten als Wertungsturnier (Ne-Waza) des DJJV e.V.
Die achte Auflage versprach schon im Vorfeld eine tolle Veranstaltung zu werden. Denn neben dem Deutschen Grappling-Bundestrainer Armin Eslami, der sich einen Überblick verschaffen wollte, waren auch viele Spitzengrappler am Start: Der deutsche Bodenkämpfer des Jahres 2010 Malte Janssen (-77kg), der auch im aktuellen Kalenderjahr bei seinem ersten Turnier gleich wieder auf der Spitze des Eisberges triumphierte. Dazu Janssen selbst: „Die diesjährige Submissao war für mich der Startschuss in das Wettkampfjahr 2011. Für mich persönlich ist die Submissao nach wie vor eines der Top drei Turniere in Deutschland, trotz einer Rekord-Wartezeit von mehr als zehn Stunden auf meinen ersten Kampf, einfach Wahnsinn.“
Und weiter: „Das allgemeine Niveau war technisch und kämpferisch doch recht hoch, mit gewissen Ausschlägen nach unten und nach oben. Auch wenn ich mit meiner eigenen Leistung nicht ganz zufrieden bin, war es ein guter Start für das Team Taifun Luta Livre. Dreimal Platz 1, einmal Platz 2 und einmal Platz 3; darauf kann man aufbauen.“
Janosch Stefan lehrte in der über 97kg-Klasse der Konkurrent eindrucksvoll das Fürchten. Einer der neuen Shootingstars der Grapplingszene, Nicolas Penzer, schwimmt weiterhin auf der Erfolgswelle. Er gewann die Gewichtsklasse bis 87kg (mit Gi) und war im Finale (ohne Gi bis 87kg) gegen einen anderen Supergrappler und Vorjahressieger, Peter Sobotta.
Dann kurz vor dem mit Spannung erwarteten Finale kam das Aus! Das weibliche Gegenstück Christina Jentsch hatte sich nach ihrer Titelverteidigung (mit Gi) in der über 60kg-Klasse in der offenen Klasse eine schmerzhafte Knieverletzung zugezogen. Die Spitzenathletin musste sofort ärztlich versorgt werden. Das geplante Finale fiel auf Wunsch und Respekt der Finalisten aus. Auf diesen Weg wünscht das Team von GroundandPound eine baldige Genesung.
Aber was war passiert?
In der Open Class, kämpfte ein 95kg-Mann mit der 60kg leichten Christina. Sie versuchte ihn zu werfen und verdreht sich das Knie.
Dazu die Info von der Alliance Frankfurt Website:
"Christina hat sich im ersten Kampf in der offenen Klasse verletzt, weil sie sich bei einem Wurf des Gegners das Knie verdreht hat. Die Kniescheibe war "ausgekugelt". Die Notärzte konnten sie wieder reinrutschen lassen, aber sie ist jetzt erstmal im Krankenhaus in Durlach. Laut Röntgenbild sind die Knochen in Ordnung. Am Montag wird MRT gemacht, dann weiß man hoffentlich, was der sonstige Halteapperat abbekommen hat."
Update: Christina Jentsch
Christina geht es immer noch sehr schlecht. Sie wird heute am Knie operiert.
Trotz des Vorfalles war das Lob um das Turnier groß. Peter Sobotta dazu: „Top organisiert, man wusste immer, wo man starten muss.“ Und weiter zum Verlauf aus seiner Sicht: „Ich hatte vier Kämpfe, die ich alle vorzeitig gewinnen konnte. Habe keinen Punkt abgeben müssen. Ich wollte gerne was Neues ausprobieren, aber dazu hatte ich dann leider keine Gelegenheit.
Ich habe mich in letzter Zeit auf viele Kimura-Angriffe trainiert und Fallen, wie ich die Leute da reinlocken kann und so liefs dann auch
Kimura-Setup:
-> Backmount
-> Armbar
-> Kimura aus der Sidecontrol
alles nach Plan. Da ich am Vortag körperliche Probleme hatte, versuchte ich meine Kämpfe schnell zu beenden."
Grappling-Bundestrainer Armin Eslami haderte lediglich mit einigen Schiedsrichterentscheidungen, ansonsten sagte er: „Eines der besten Turniere in Deutschland – Daumen hoch.“
Auch der Vorjahres-Dritte Alexander Ehret war wieder auf der Matte zu finden. In diesem Jahr hatte er sich noch mehr vorgenommen und er sollte recht behalten. Diesmal gewann er in seiner Gewichtsklasse mit Gi über 97 kg und konnte so seine Leistungen sogar toppen. Aber auch er hätte fast wegen einer Erkältung absagen müssen.
Doch so konnte er bei den schweren Jungs sein ganzes Potential abrufen. Und auch Ehret sprach aus, was viele mittlerweile denken: „Ich war sehr glücklich darüber, zu sehen, wie schnell das Niveau im deutschen Grappling steigt. Nicht nur das - auch der Beliebtheitsgrad unserer Sportart scheint zu steigen, was sich in vielen neuen, motivierten Kämpfern bemerkbar gemacht hat!“
Mit-Veranstalter Christoph Schadek meinte selbst: „Mein Eindruck war, dass wir im Team alles gut hinbekommen haben. Trotz des Softwareproblems lief es optimal. Es gab nur einen kleinen Zeitverzug.“ Ergänzend fügte er ab nochmals hinzu: „Durch den Einsatz von allen lief alles rund.“ Abschließend reagierte Schadek auch noch auf die Kritik einiger: „Wir werden in Zukunft Stände mit Poollisten in der Halle aufstellen, wo sich die Kämpfer immer informieren können.“
Über 350 Athleten und Athletinnen bestätigten es, indem sie als aktive sportlich ihr Bestes gaben.
Im kommenden Jahr werden sie wieder alle kommen, vielleicht sogar noch mehr. Vielleicht sogar ein neuer Teilnehmerrekord? Mit-Veranstalter Christoph Schadek wird auf jeden Fall alles dafür geben.
Die Ergebnisse seht ihr unter:
http://www.groundandpound.de/grappling/news/submissao-2011-ergebnisse/
