Schneidmiller, Kehl & Kraniotakes siegreich.
Die Mix Fight Gala XIII am vergangenen Samstag in der Frankfurter Fraport-Arena, sie war erst die zweite "Auswärts-Show" von Promoter Sefer Göktepe. Auch wenn es mit Ismael Londt und der Partie Eckerlin vs. Stapel unschöne Ausfälle gab, so sollten die Zuschauer trotzdem auf ihre Kosten kommen.
K-1
Es waren die mit Sicherheit drei besten Kämpfe des Abends. Zunächst hatte IKBF-Weltmeister Leon Zulic (Mujoken Ki Dojo) seinen Auftritt gegen das hochgepriesene Wunderkind aus Russland, mit Namen Roman Mailov. Von der Überlegenheit Mailovs war in Runde eins nichts zu sehen. Zulic war aktiver und präsenter und ließ Mailov nicht zur Entfaltung kommen. In Runde zwei wurde Mailov zwar stärker, aber landeten doch viele seiner Treffer auf der Deckung von Zulic, der seinerseits wiederum am Konzept von Runde eins festhielt. Runde drei sollte dann ganz Mailov gehören, der nun endlich einen Gang höher schaltete. Aber ob dieser Schlußspurt für einen Sieg reichen würde? Die Punktrichter waren sich nicht einig und es sollte eine Verlängerungsrunde her. Zu dieser konnte Zulic aufgrund einer Verletzung an der Hand nicht mehr antreten, weshalb er den Kampf verlor. Trotzdem, das Urteil nach drei Runden war umstritten.
Was folgte, war der Auftritt von Denis "Chuck" Schneidmiller, der mittlerweile für das Team von K-1 Max Champion Andy Souwer antritt. Sein Gegner war mit Warren Stevelmans beim besten Willen kein Unbekannter. Dass Schneidmiller kurzfristig für den verletzten Tevfik Sucu eingesprungen war, davon war eigentlich nichts zu merken. Fast wie in alten Zeiten diktierte Schneidmiller mit schnellen Aktionen den Kampf. Seine Beweglichkeit machte es für Stevelmans nicht einfacher, seinerseits Akzente zu setzen. Nur wenn Schneidmiller sich nicht an die Anweisungen aus seiner Ecke hielt, kam Stevelmans besser in den Kampf. Nach drei Runden war dann auch klar, dass der einstimmige Punktsieg für Schneidmiller völlig gerechtfertigt war. Mit diesem Sieg meldete sich Schneidmiller eindrucksvoll auf der großen Bühne zurück.
"The Hurricane" Enriko Kehl hatte mit Youngster Mohammed Medhar eine harte Nuss zu knacken. Entsprechend fokussiert begann Kehl auch das Duell. Mit einem Tunnelblick studierte er Medhar, brachte gute Treffer ins Ziel und hatte das Heft fest in der Hand. Medhar fand zunächst kein Mittel gegen Kehl und musste die erste Runde auch abgeben. In Runde zwei, als man das Gefühl hatte, dass Medhar besser in den Kampf finden würde, schoss Kehl ein trockenes Knie auf die Rippen von Medhar ab. Dieser Treffer ließ den Marokkaner zu Boden sacken. Davon erholte sich Medhar nicht mehr und Kehl siegte mit einer überzeugenden Vorstellung.
Vom Pech verfolgt blieb in Frankfurt Marco Aschenbrenner (Hanse Gym). Gegen Alex Braun fand der gebürtige Mannheimer zunächst keine Mittel. In Runde zwei, als Braun das Tempo herunter schraubte, lief es besser für Aschenbrenner und er konnte der Kampf zunächst ausgeglichener gestalten. Doch das Drama nahm seinen lauf. Aschenbrenner verletzte sich an der rechten Hand und kämpfte in Runde drei praktisch nur noch mit einer Hand. Das nutzte Braun natürlich bestens aus und konnte wieder das Ruder übernehmen. Der Punktsieg für Braun war dann auch nicht mehr verwunderlich und der Darmstädter zeigte mal wieder, dass er voller Überraschungen steckt.
Es war womöglich sein letzter Kampf. ISKA-Europameister Thilo Schneider spielt mit dem Gedanken, seine Karriere zu beenden. Der Kampf gegen Valdet Gashi könnte daher sein letzter Auftritt gewesen sein. Entsprechend groß war die Unterstützung für den Mainzer, der auch gleich zu Beginn unter Beweis stellen wollte, dass der Sieg nur über ihn geht. Doch Gashi ist bekannt dafür, dass er einen Kampf annimmt und auch dagegen hält. Für die Zuschauer entwickelte sich ein spannender wie auch abwechslungsreicher Kampf, bei dem es hin und her ging. Auch wenn Schneider schon mitte 30 ist, davon war eigentlich nichts zu sehen. Der Punktsieg für Schneider ging dann nach Ende der dritten Runden auch in Ordnung.
IKBF-Weltmeisterin Ania Fucz traf im einzigen Damen-Fight des Hauptprogramms auf Sarah Debaieb, aus dem Team des ehemaligen Muay-Thai-Stars Ryan Simson. Fucz übernahm von Beginn an das Kommando im Ring und sollte dies auch bis zum Ende nicht mehr abgeben. Wesentlich variabler und lockerer wirkte Fucz gegenüber Debaieb. Die Holländerin fand an diesem Abend einfach nicht zu ihrem gewohnten Rythmus. Der verdiente Punktsieg für Fucz war dabei nicht in Gefahr. Dies lag auch daran, dass der Schützling von Uwe Göbkes immer am Ball blieb und den Druck nicht sinken lies.
MMA
Es lag Spannung in der Luft, im Duell von Respect-Champion Cengiz Dana (Combat Club) und Viktor Kuku (Team Slamm!!). Der Holländer konnte schon am Vortag nicht das geforderte Gewichtslimit bringen und sah sich auch nicht in der Lage dorthin zu kommen. Entsprechend motiviert war Dana dann auch. Der Kölner wartete in Runde eins ab und versuchte, einen Konter zu setzen. Den Zuschauern war das zu wenig an Aktionen und dann entgleiste auch noch Kuku - nicht zum letzten Mal. Nach einem Salto traf er Dana in den Weichteilen. Sollte sich das Respect-Szenario wiederholen? In Runde zwei wurde es schlimmer. Dana war am Boden und Kuku machte den Badr Hari und trat gleich doppelt auf den "Mosquito" am Boden nach. Keine Frage - die logische Konsequenz war die Disqualifikation. Zwar gewann Dana das Duell, doch für einen Kämpfer wie er es ist, sind die Umstände, die dazu führten, wenig zufriedenstellend.
Im zweiten MMA-Kampf traf Murat Göktepe (Tempel Fightschool) auf Alex Klenner (Kampfsportzentrum Schmid). Eigentlich sollte Göktepe das Re-Match gegen Brian Lo A-Njoe bestreiten, doch dieser legte eine No-Show hin und erschien weder bei der Waage, noch auf der Veranstaltung. Entsprechend verunsichert schien dann auch Göktepe. Der kam mit dem unorthodoxen Kampfstil von Klenner nicht wirklich zurecht. Zwar hatte Göktepe die meiste Zeit die Mount-Position im Kampf, musste dabei aber aufpassen, dass er nicht in eine Triangle läuft. Klenner machte es dem Lokalmatadoren richtig schwer und wenn man bedenkt, dass er erst am Morgen eingesprungen war, ist die Leistung um so höher zu bewerten. Der Punktsieg ging aber verdient an Murat Göktepe.
Beim Duell von Rafal Lewon (MMA Spirit) und Michell Adelina (Team Slamm!!) ging es von Anfang an richtig zur Sache. Wissend, dass Lewon der einzige Lokalmatador an diesem Abend war, gab dieser auch gleich richtig Gas und drängte Adelina gehörig in die Defensive. Allerdings war auch schon in Runde eins Schluß mit dem Duell der Beiden. Adelina erlitt eine Cut-Verletzung, weshalb der Kampf durch den Ringarzt gestoppt werden musste.
Zum Main-Event traten dann Deutschlands MMA-Nummer eins im Schwergewicht, Andreas "Big Daddy" Kraniotakes (Team Planet Eater) und Dawid Baziak (Tempel Fightschool) gegeneinander an. Baziak war nach seinen beiden letzten Niederlagen richtig heiss und er zeigte auch eine ganz andere Körpersprache, als in den beiden letzten Kämpfen. Doch Kraniotakes wollte sich natürlich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, denn wenn die Nummer eins in den Ring steigt, dann schaut natürlich jeder genau hin. Je länger der Kampf dauerte, desto besser lief es für Kraniotakes, der immer mehr die Kontrolle übernahm. In Runde zwei beendete das neuste Mitglied des Team Planet Eater mit einem Rear-Naked Choke das Duell und fuhr seinen nächsten Sieg ein.
Schon im Interview bei GnP-TV nach der Veranstaltung, äußerte sich Veranstalter Sefer Göktepe über sein Debut in Frankfurt und stellte klar, dass dies nicht seine letzte Veranstaltung in der Main-Metropole war. Die nächste Veranstaltung wird allerdings nicht am 01. Dezember diesen Jahres, sondern erst im Frühjahr 2013 stattfinden. Einen ausführlichen Bericht zur Mix Fight Gala XIII wird es mit einigen Bilder noch im kommenden GnP-Journal geben.
Mix Fight Gala XIII
01. September 2012
Fraport-Arena in Frankfurt/Main
MMA
Andreas Kraniotakes (D) bes. Dawid Baziak (POL) durch RNC nach 3:40 in Runde 2
K-1
Enriko Kehl (D) bes. Mohammed Medhar (MAR) durch TKO in Runde 2
MMA
Rafal Lewon (POL) bes. Michell Adelina (SUR) durch DSC-Injury nach 2:15 in Runde 1
K-1
Thilo Schneider bes. Valdet Gashi durch Punkte 3-0
MMA
Murat Göktepe bes. Alex Klenner durch Punkte 3-0
Cengiz Dana bes. Viktor Kuku durch DQ nach 4:40 in Runde 2
K-1
Alexander Braun bes. Marco Aschenbrenner durch Punkte 3-0
Dima Weimer bes. Alex Schmitt durch Punkte 2-0
Ania Fucz bes. Sarah Debaieb durch Punkte 3-0
Roman Mailov bes. Leo Zulic durch Aufgabe in Runde 4
Denis Schneidmiller bes. Warren Stevelmans durch Punkte 3-0
Tyrone Priest West bes. Omar Amrani durch Punkte 3-0
Dilara Yildiz bes. Meryem Uslu durch Punkte 3-0
Anas Amrani bes. Lars Speinger durch Punkte 2-1
D`Angelo Marshall bes. Sammy Saam durch RSC in Runde 1
Krysta Daisdanidou bes. Alex Juhre durch Punkte 2-0
Sharfetin Machfar bes. Rojan Bicer durch TKO in Runde 2
Johanne Kruse bes. Larissa Kung durch TKO in Runde 2
