Ole Bischofs zweiter Streich misslang
Für den Judo-Olympiasieger von Peking 2008 reichte es diesmal nur für Silber. Doch Ole Bischof hatte auch in den Runden zuvor das ein- oder andere Male viel Glück.
Nach dem Finale schlich ein sichtlich frustrierter Ole Bischof von der Matte. Das Glück und Können, was er in den Begegnungen in den Runden zuvor hatte, war im Finale plötzlich weg. Der Südkoreaner Kim Jae-Bum war einfach eine zu starke Nuss, an der Bischof zu knacken hatte. Kim Jae-Bum, der ihm 2008 im Finale noch unterlegen war, zeigte Bischof diesmal, wer das sagen auf der Matte hat. Bei ihrem letzten Aufeinandertreffen bei der Weltmeisterschaft hatte Bischof auch keine Chance. Kim Jae-Bum zog sein Ding auf der Matte einfach durch, Bischof wusste zeitweise keine Antwort darauf. Vier Jahre zuvor besiegte Bischof den Südkoreaner. Diesmal setzte Kim Jae-Bum die Akzente.
Mit dem erneuten Medaillengewinn, mit dem er zu seinem früheren Bundestrainer Frank Wieneke aufschloss, der bei Olympia ebenfalls Gold (1984) und Silber (1988) holen konnte, beendete Bischof die schwarze Serie der deutschen Judokas in London. Bischof freute sich auch erst bei der Medaillenvergabe. Da sah man wieder das Lachen in seinen Augen.
Im Halbfinale musste Bischof sehr viel Kraft gegen den Amerikaner lassen. Nach der Verlängerung um drei Minuten gab es dann anschließend auch nochmals drei Minuten im Golden Point Modus.
Judo-Präsident Peter Frese vom Deutschen Judo-Bund (DJB) bewertete auch Silber "als Traum", zumal nach den Pleiten der deutschen Mattenkämpfer an den ersten Wettkampftagen. Die anderen Kollegen von Bischof machten es vor, dass es alles andere als leicht ist, sogar nur die erste Runde zu überstehen. Bischof triumphierte jedoch und siegte sich ins Finale. Und auch diesmal holte er eine Medaille – großartig!
Den Grundstein legte Bischof mit dem Auftakterfolg gegen den Italiener Antonio Ciano. Gegen den Kasachen Islam Bozbayew lag er lange in Rückstand, konnte ausgleichen und setzte sich schließlich in der Verlängerung dank seiner starken Physis durch. Plötzlich strotzte der Peking-Olympiasieger nur so vor Kraft. Im Vorrunden-Finale gegen den Japaner Takahiro Nakai machte Bischof kurzen Prozess und siegte vorzeitig durch eine Armhebel-Technik. Im Halbfinale gegen Travis Stevens aus den USA, Bischofs Vereinskollege beim deutschen Serienmeister TSV Abensberg, ging es auf der Matte sehr zur Sache und in die Verlängerungen.
Nur der Südkoreaner war einfach zu gut an diesem Tag. Doch es werden auch wieder andere Tage kommen, das weiß Ole Bischof spätestens am Finaltag.
