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StartseiteUFCErgebnisseDer jüngste Champion aller Zeiten

Der jüngste Champion aller Zeiten

Jon Jones entthront „Shogun“ Rua und wird UFC Halbschwergewichtsweltmeister.

von Mark Bergmann 20.03.2011

Jon Jones hatte vor seinem Kampf bei UFC 128 jede Menge Last auf seinen Schultern. Im Alter von erst 23 Jahren stand er vor seinem ersten UFC-Titelkampf. Sein Gegner Mauricio „Shogun“ Rua gehört zu den gefährlichsten Kämpfern der Welt. Doch Jones tat was er immer tut: Er attackierte, schnell, unkonventionell, gnadenlos – und schnappte sich so den Halbschwergewichtstitel der UFC.

Mauricio Rua vs. Jon Jones
Im Vorfeld dieses Kampfes wurde Mauricio „Shogun“ Rua in allen Wettbüros der Welt als Außenseiter gehandelt – und das als UFC-Champion, als einer der gefürchtetsten Striker des Sports und als ein erfahrener Pride-Veteran, der in seinen Anfangstagen wirkte, wie Jon Jones heute. Jung, dynamisch, brutal, so gewann Rua im Jahr 2005 den Mittelgewichts-Grand Prix der japanischen Organisation. Jeder Gegner musste sich der schieren Übermacht seines Stils geschlagen geben, einer nach dem anderen fiel. Nun fiel „Shogun“ Rua selbst, musste sich selbst geschlagen geben, gegen den „Shogun“ des Jahres 2011: Jon „Bones“ Jones.

Noch nie hatte man gesehen, dass der Brasilianer dermaßen dominiert wurde. Von Beginn an attackierte Jones mit eingesprungenen Kniestößen, eingedrehten Ellenbogen und Sidekicks zum Oberschenkel. Trainer Greg Jackson hatte seinen Schützling gut eingestellt, Jones nutzte seine immensen Reichweitenvorteile perfekt. Aus einem Thai-Clinch-Versuch Ruas, machte „Bones“ einen Trip-Takedown. Am Boden feuerte er ein Knie in die Rippen ab, setzte mit einem Kick zum Kopf nach, als Rua aufstehen wollte und schloss mit einer krachenden rechten Geraden ab. Von da ab war der Kampf für den Champion gelaufen.

Rua war deutlich mitgenommen, zeigte außer einigen Beinhebelversuchen am Boden und verzweifelten Overhand-Rights im Stand kaum noch nennenswerte Offensivaktionen. Jones konnte sich seinen Gegner zurechtlegen und dominierte ihn zwei Runden lang auf jeder Ebene.

Das Ende kam in Runde drei. Aus der Oberlage attackierte Rua mit harten Händen und seinen patentierten Ellenbogen. Rua schaffte es zwar letztlich zurück auf die Füße, doch nur, um sich an die Käfigwand zu retten, wo Jones mit einem Kniestoß zum Kopf den Schlussstrich zog. Rua ging zu Boden und klopfte ab – doch Referee Herb Dean war längst zur Stelle um den Kampf zu beenden.

Damit war Jon Jones der neue UFC-Champion – der jüngste in der Geschichte der Organisation. Im Anschluss an die Siegerehrung wurde Rashad Evans als nächster Gegner für Jones bekannt gegeben und beide Trainingspartner gaben sich im Octagon die Hand. Die Stimmung zwischen ihnen war eisig.

Uriah Faber vs. Eddie Wineland
Ein erfolgreiches UFC-Debüt feierte Ex-WEC-Federgewichtschampion Uriah Faber. Das „California Kid“ hatte mit Eddie Wineland, der ebenfalls zum ersten Mal im UFC-Octagon stand, einen durchaus zähen und erfahrenen Gegner vor den Fäusten. Nach einer schwächeren Startphase konnte er den Kampf in den Runden zwei und drei aber zum größten Teil dominieren. Besonders hervorzuheben ist dabei die extreme Schnelligkeit von Faber, der Wineland wiederholt mit hängender Deckung lockte, um ihn dann blitzschnell abzukontern. Selbstverständlich verzichtete der talentierte Ringer auch nicht auf seine starken Takedowns und punktete am Boden mit Ellenbogen und Schlägen. Drei Punktrichter hatten Faber anschließend mit 29-28 als Sieger auf den Punktzetteln. Ein Titelkampf gegen Bantamgewichts-Champion Dominick Cruz scheint nach einer solchen Leistung nur noch eine Frage der Zeit zu sein - ob es für den Reicht, bleibt aber abzusehen.

Jim Miller vs. Kamal Shalorus
In einem weiteren Duell zweier WEC-Veteranen konnte Leichtgewicht Jim Miller einen weiteren Sieg einfahren. Er finalisierte den kräftigen Ringer und Eisenschädel Kamal Shalorus nach 2:15 in der dritten Runde. Nach einem krachenden Aufwärtshaken, einem harten Kniestoß zum Kopf und jeder Menge Folgeschlägen am Boden war der Kampf für den zähen Iraner vorüber und Miller setzte seinen Weg an die Spitze der Leichtgewichtsdivision fort. Im Interview nach dem Fight forderte er einen Titelkampf - in der überfüllten Leichtgewichtsklasse wird er sich da hinten anstellen müssen.

Dan Miller vs. Nate Marquardt
Dan Miller bewies jede Menge Mut und ersetzte kurzfristig Yoshihiro Akiyama, der aufgrund der tragischen Vorfälle in Japan seinen Kampf gegen Nate Marquardt nicht wahrnehmen konnte. Miller war ambitioniert, war aber einfach nicht in der Liga von Marquardt. Zwar konnte er „The Great“ in Runde eins in einen Guillotine Choke zwingen, und auch in den folgenden Runden immer wieder zu Choke-Versuchen ansetzen, eine Submission gelang jedoch nie. Stattdessen hatte Marquardt im Stand klar die Nase vorn und zeigte sehenswerte Kombinationen und sogar Hickgkicks. Im letzten Durchgang sicherte Marquardt sich schließlich die Oberlage und attackierte mit zähem Ground and Pound. Nach drei Runden strich er mit dreimal 30-27 den verdienten Punktsieg ein.

Mirko Filipovic vs. Brendan Schaub
Mirko „Cro Cop“ habe mehr als genug Geld auf der hohen Kante, erklärten die Kommentatoren vor dem Kampf. Er kämpfe nur noch, weil es ihm Spaß mache, weil er den Sport liebe und mit einem Sieg abtreten wolle. Es war ihm nicht vergönnt. Gegen Brendan Schaub konnte der Pride-Veteran kaum Offensiv agieren, denn Schaub nutzte schnelle Takedowns, um Cro Cops Striking zu neutralisieren. Am Boden attackierte er mit Ground and Pound. Sobald Cro Cop wieder auf die Füße gelangte, suchte er sofort den Clinch am Käfig, um weiteren Takedowns zu entgehen. Im Clinch landete er einen schönen Ellenbogen, der Schaubs Nase brach, konnte ansonsten aber nicht viel bewegen. Schaub bestimmte in der Regel das Geschehen und lag gegen Ende des Kampfes nach Punkten sicher vorn. Doch zur Auswertung der Punktzettel kam es gar nicht. Eine harte Rechte erwischte Cro Cop kurz vor Ende und schickte ihn sofort bewusstlos zu Boden. Schaub setzte noch ein weiteres Mal nach und feierte anschließend seinen vierten Sieg in Folge und den Bonus für den besten KO des Abends. Mirko Co Cop wird nach Aussage von Dana White die Handschuhe an den Nagel hängen.

Die Vorkämpfe
Mit einem Blitz-KO setzte sich Luiz Cane gegen Eliot Marshall durch. Nach nur 2:15 war alles vorüber, eine Linke von Cane schlug ein und Marshall ging zu Boden. Dort setzte Cane mit einer Unmenge an Schlägen nach. Marshall fand nicht wieder in den Kampf zurück und der Referee winkte das Duell ab.

Edson Barboza und Anthony Njokuani lieferten sich eine sehenswerte Muay Thai-Schlacht und erhielten dafür den Bonus für den besten Kampf des Abends. Barboza erhielt obendrein mit 29-28, 29-28 und 29-28 den einstimmigen Punktsieg zugesprochen.

Mike Pyle und Ricardo Almeida: Zwei Grappler, die den Bodenkampf in ihrerm Duell bei UFC 128 partout vermeiden wollten. Beide lieferten sich stattdessen ein durchwachsenes Standgefecht, dass Pyle nach Punkten gegen Almeida gewann. Im zweiten Facebook-Fight des Abends setzte sich Brasilianer Gleison Tibau nach Meinung von zwei der drei Punktrichter gegen Kurt Pellegrino durch.

In den nicht-übertragenen Kämpfen unterlag Ian Loveland Joseph Benavidez, der mit tollen Takedowns glänzen konnte, einstimmig nach Punkten. Nick Catone besiegte Costantinos Philippou einstimmig nach Punkten. Er dominierte weite Teile des Kampfes am Boden, wo er mit Ground and Pound punktete. Im Opener des Abends besiegte Erik Koch Raphael Assuncao durch KO, nach 2:32 in Runde 1 und sicherte sich so den Bonus für den KO des Abends.

UFC 128: Shogun vs. Jones
19. März 2011
Prudential Center in Newark, New Jersey, USA

UFC Halbschwergewichtstitelkampf
Jon Jones bes. Mauricio Rua (c) via TKO nach 2:37 in Rd. 3

Hauptkämpfe
Urijah Faber bes. Eddie Wineland nach Punkten (einstimmig)
Jim Miller bes. Kamal Shalorus via TKO nach 2:15 in Rd. 3
Nate Marquardt bes. Dan Miller nach Punkten (einstimmig)
Brendan Schaub bes. Mirko Cro Cop via KO nach 3:44 in Rd. 3

Vorkämpfe

Luiz Cane bes. Eliot Marshall via TKO nach 2:15 in Rd. 1
Edson Barboza bes. Anthony Njokuani nach Punkten (einstimmig)
Mike Pyle bes. Ricardo Almeida nach Punkten (einstimmig)
Gleison Tibau bes. Kurt Pellegrino nach Punkten (geteilt)
Joseph Benavidez bes. Ian Loveland nach Punkten (einstimmig)
Nick Catone bes. Constantinos Philippou nach Punkten (einstimmig)
Erik Koch bes. Raphael Assuncao via KO nach 2:32 in Rd. 1

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