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StartseiteUFCVorberichteShogun, Vera, Machida und Bader in LA in Action

Shogun, Vera, Machida und Bader in LA in Action

Unsere Vorschau auf UFC on Fox 4.

von Florian Sädler 03.08.2012

Zum dritten Mal gastiert die UFC in Downtown LA, und das Programm kann sich von Anfang bis Ende sehen lassen: Schon der zweite Kampf des Abends zeigt mit Manvel Gamburyan und Michihiro Omigawa zwei langjährige Veteranen des Sports, die sich mit Cole Miller, Ulysses Gomez, Phil Davis und anderen in guter Gesellschaft befinden.

Das Hauptprogramm wird dann – zumindest auf dem Papier - gegen 02:00 Uhr deutscher Zeit da weitermachen, wo die Vorkämpfe aufgehört haben: Nachdem im Leicht- bzw. Weltergewicht mit Joe Lauzon, Jamie Varner, Mike Swick und DaMarques Johnson ein Quartett antreten wird, dass vor allem für vorzeitig endende Kämpfe bekannt ist, wird im Halbschwergewicht ein inoffizielles Turnier um die nächste Titelchance ausgetragen. Die Regeln: Wer immer im Staples Center den überzeugendsten Sieg einfährt, wird einen Kampf gegen den amtierenden UFC Champion bekommen. Das ist entweder der aktuelle Herausforderer Dan Henderson oder, wie viele Glauben, bis dahin noch immer Jon "Bones" Jones. Der Haken: Sowohl "Shogun" Rua und Brandon Vera als auch Lyoto Machida und Ryan Bader wurden von Jones bereits vorzeitig und scheinbar ohne größere Mühe bezwungen. Am Samstag wird man sehen, ob einer der vier diese Zweifel in den Wind schießen und sich wieder an die Spitze der Gewichtsklasse absetzen kann. Die Kämpfe sind in Deutschland, wie gewohnt, auf ufc.tv zu sehen.

"Shogun" Rua vs. Brandon Vera
Dieser Kampf ist einer der vielen aus der letzten Zeit, die so eigentlich nie hätten stattfinden sollen. Während Mauricio "Shogun" Rua (20-6) Ende Juli eigentlich im kanadischen Calgary auf Thiago Silva hätte treffen sollen, war Brandon "The Truth" Vera (12-5-0(1)) schon für UFC on Fuel TV 4 noch einige Wochen früher eingeplant. Die verschiedensten Verletzungen und Verschiebungen führten dann aber letztendlich dazu, dass die beiden Halbschwergewichtler nun Anfang August in Los Angeles im Hauptkampf einer auf Fox übertragenen Veranstaltung aufeinandertreffen werden.

Rua wird am Samstag in Los Angeles von seinem Jahrhundertkampf mit Dan Henderson ins Octagon zurückkehren, der im November 2011 die traditionelle Konstellation von sitzenden Fans und stehenden Kämpfern im Lauf von 25 unglaubliche Minuten umdrehte und die Zuschauer von den Sitzen riss, während die beiden Akteure am Ende kraftlos in der Käfigecke hockten.
Rua verlor diesen Kampf zwar nach Punkten, zeigte im Laufe der fünf Runden allerdings jede Menge Herz, Nehmerqualitäten und einen schier unerschütterlichen Willen, weshalb ihn dieses Ergebnis nicht allzu weit zurückgeworfen haben dürfte – gleichzeitig ist es neben dem Mangel an Herausfordereren wohl ein Hauptgrund, warum sich Rua, ohne überhaupt eine Siegesserie zustande gebracht zu haben, mit einem Erfolg gegen Brandon Vera zum dritten Mal für eine Chance auf den UFC-Titel qualifizieren könnte.

Vera durchlebt seit einiger Zeit eine sprichwörtliche Achterbahnfahrt der Gefühle. Nachdem er vor einigen Jahren mit Siegen gegen Justin Eilers, Assuerio Silva, Frank Mir und andere im Rücken noch davon sprach, als erster Kämpfer überhaupt sowohl den Schwer- als auch den Halbschwergewichtsgürtel der UFC zur selben Zeit zu gewinnen, ging es für den passionierten Thaiboxer stetig bergab. Einer knappen Niederlage gegen Randy Couture folgte Anfang 2010 eine umso deutlichere gegen den aktuellen Champion Jon Jones, die Vera mit zerschmettertem Kiefer in eine monatelange Zwangspause schickte.
Als dann nach einem ebenfalls verlorenen Kampf gegen Thiago Silva bei UFC 125 der zweite längere Krankenhausaufenthalt folgte, wurde der 34-Jährige gar aus der Organisation entlassen und kurz darauf nur zurückgeholt, weil Silva mit einem positiven Dopingtest aufgefallen und ihm der Sieg aus diesem Grund aberkannt worden war.

Seinen einzigen Kampf seit der Beinahe-Entlassung bestritt Vera im vergangenen Oktober gegen den weitgehend unbekannten Elliot Marshall. Vera wurde von diesem mehrfach angeknockt und auch am Boden in gefährliche Positionen gebracht – am Ende verließ er das Octagon mit einem gebrochenen Arm als knapper Sieger.

Aus dieser Hinsicht ist es also verständlich, dass die Öffentlichkeit beinahe einstimmig negativ auf Whites Ankündigung, Rua oder Vera würden im Falle eines Sieges die nächste Titelchance bekommen, reagiert hat. White nahm diese Pläne im Anschluss zurück und gab bekannt, dass jeder der vier Halbschwergewichtler auf dem Hauptprogramm Aussichten auf einen Titelkampf habe.

Lyoto Machida vs. Ryan Bader
Im Co-Hauptkampf, der von einigen Fans als der "wahre" Main Event angesehen wird, werden am Samstag Lyoto "The Dragon" Machida (17-3) und Ryan "Darth" Bader (14-2), ebenfalls mit der Aussicht auf einen Titelkampf gegen Jon Jones, aufeinandertreffen.

Für Machida wäre das die zweite Titelchance in drei Kämpfen. Nachdem er den Gürtel im Jahr 2010 gegen Mauricio Rua verloren und danach eine Statistik von einem Sieg und einer Niederlage aufgebaut hatte, durfte er bereits im Dezember des letzten Jahres gegen Jones antreten. In den ersten fünf Minuten konnte der Brasilianer den favorisierten Titelträger zwar als erster seiner Gegner überhaupt sichtlich in Bedrängnis bringen und die Runde in den Augen vieler Fans sogar gewinnen, im zweiten Durchgang drehte Jones den Spieß allerdings um, fing Machida am Käfig in einem Guillotine Choke und ließ ihn wenige Sekunden später bewusstlos auf die Matte sinken.

Am Wochenende wird Machida die Chance bekommen, sich einen zweiten Anlauf gegen Jones zu verdienen, dazu muss er jedoch an Ryan Bader vorbei, der mit der gleichen Motivation in den Kampf gehen und daher wohl kaum einen klassischen Aufbaugegner darstellen wird.

Noch vor einem Jahr sah es für Bader indes gar nicht gut aus. Einigen beeindruckenden Siegen gegen Veteranen wie Keith Jardine und Rogerio Nogueira folgten recht klare Niederlagen gegen Jon Jones, der ihn wie Machida in der zweiten Runde zur Aufgabe brachte, sowie den mittlerweile in Rente gegangenen Tito Ortiz.

Bader nahm sich aus diesem Grund eine kurze Auszeit, passte einige Dinge in seinem Training an und kehrte im vergangenen November mit einem 56-Sekunden Knockout gegen Jason Brilz überzeugend ins Geschehen zurück. Diesem Befreiungsschlag folgte auf der UFC Japan-Veranstaltung im Februar ein eher unspektakulärer, aber nichtsdestotrotz wichtiger Sieg gegen den ehemaligen Pride- und UFC-Champion Quinton "Rampage" Jackson, dem Bader nach drei Runden eine einstimmige Punktentscheidung abnahm.

Mit diesen Siegen katapultierte Bader sich in seiner Gewichtsklasse schlagartig wieder nach oben und dürfte damit die zwei vorherigen Niederlagen in den Köpfen der meisten Fans ausradiert haben.

Joe Lauzon vs. Jamie Varner
Die UFC stellt zwar ungern Kämpfer gegenüber, die in ihren letzten Kämpfen unterschiedliche Ergebnisse abgeliefert haben, die aktuelle Verletzungswelle innerhalb des Kaders ließ in diesem Fall allerdings keine andere Wahl. Joe Lauzon (21-7), der sich im vergangenen Jahr mit Erstrundensiegen gegen Kurt Warburton und Melvin Guillard in der dichtbesetzten Leichtgewichtsklasse ein gutes Stück nach oben gearbeitet hat, musste seine Ambitionen Anfang dieses Jahres zunächst zurückstecken: Einen Headkick des ehemaligen WEC-Champions Anthony Pettis sah Lauzon nicht kommen und steckte ihn stattdessen ungedämpft ein, was in einer KO-Niederlage und damit einhergehend einem herben Rückschlag im Titelrennen resultierte.

Mit Jamie Varner (20-6-1(2)) wird Lauzon nun gleich den nächsten ehemaligen WEC-Weltmeister vor die Fäuste bekommen. Für den mittlerweile 27-jährigen Varner war das Jahr 2012 bisher ein einziger Erfolg, der darüber hinaus hauptsächlich an einem einzigen Abend zustande gekommen ist. Gegen Edson Barboza, der im Februar mit einem Spinning-Wheel-Kick erst spektakulär Terry Etim ins Land der Träume geschickt und damit der gesamten Leichtgewichtsklasse einen gehörigen Schrecken eingejagt hatte, gab ihm Ende Mai bei UFC 146 so gut wie niemand eine reelle Chance – Varner allerdings scherte sich nicht um die Wettquoten, schlug Barboza in der ersten Runde TKO und findet sich nun im national übertragenen Fernsehen wieder, wo er sich mit einem weiteren Sieg wieder ganz in der größten MMA-Organisation der Welt etablieren könnte.

Mike Swick vs. DaMarques Johnson
Die Weltergewichtsklasse wird am Wochenende einen alten Bekannten wiederbegrüßen dürfen: Mike "Quick" Swick (14-4), einigen Fans noch durch Siege gegen Marcus Davis, Ben Saunders und David Loiseau bekannt, war zuletzt im Februar des Jahres 2010 aktiv zu sehen. Seitdem hielten ihn diverse Verletzungen und Krankheiten aus dem Käfig fern, sodass Swick am Samstag zusätzlich zu der Last von zwei verlorenen Kämpfen in Folge möglicherweise noch mit einer gehörigen Portion Ringrost zu kämpfen haben könnte, wenn er im Staples Center auf DaMarques Johnson (15-10) treffen wird.

Auf Johnson kann man sich verlassen, wenn es darum geht, die Fans zu unterhalten, im Octagon dagegen war er in der jüngeren Vergangenheit unbeständiger: Nach Misserfolgen gegen Amir Sadollah und John Maguire sollte der Spaßvogel gegen Swick wieder zu der Form zurückkehren, die er in Kämpfen gegen Edgar Garcia, Clay Harvison und Brad Blackburn gezeigt hat, wenn er sich in den nächsten Monaten nicht nach einem neuen Job umschauen möchte.

Vorprogramm
Die Vorkämpfe von UFC on Fox 4 beinhalten nicht weniger bekannte Namen, als es das Hauptprogramm tut – vom ersten bis zum letzten Kampf sind talentierte Newcomer, spektakuläre Fanlieblinge und angesehene Veteranen vertreten, die dem hochsommerlichen Los Angeles am kommenden Wochenende ordentlich einheizen sollten.

Der letzte Kampf vor Beginn der Fox-Übertragung wird zwischen zwei Federgewichtlern ausgetragen, die bis vor kurzem noch im fünf Kilo darüber angesiedelten Leichtgewichtslimit angetreten sind: Cole Miller (18-6) und Nam Phan (17-10) haben beide bereits große Erfolge und harte Niederlagen in der UFC hinnehmen müssen, zuletzt blieb der Erfolg für die beiden allerdings öfter aus. Miller steht mit einer relativ knapp verlorenen Punktentscheidung gegen Steven Siler noch verhältnismäßig gut da, während Phan mit mittlerweile drei UFC-Niederlagen bei nur einem Sieg in LA mit dem Rücken zur Wand stehen wird.

Vor Miller und Phan wird Phil Davis (9-1) in der Halbschwergewichtsklasse mit Wagner Prado (8-0) einen UFC-Neuling im Octagon begrüßen. Davis beeindruckte die MMA-Welt bis zu einer Punktniederlage gegen Rashad Evans im Januar mit Siegen gegen Kämpfer wie Tim Boetsch, Alexander Gustafsson, Brian Stann und Rogerio Nogueira und wird versuchen, mit diesem Kampf wieder auf die Erfolgsstraße einzubiegen. Die Aufgabe, das zu verhindern, wird am Samstag der Brasilianer Wagner Prado haben, der bisher in acht Profi-Kämpfen ungeschlagen ist und mit einem Sieg gegen Davis weit oben in den Rankings in die UFC einsteigen könnte.

Vor diesen Begegnungen sind in Form von zwei Federgewichtskämpfen und einem Aufeinandertreffen im Schwergewicht einige Kämpfe angesetzt, die für einiges an Kurzweil sorgen dürften: Bevor die Federgewichtler Josh Grispi (14-3) und Rani Yahya (16-7) versuchen werden, ihre jeweils letzten Niederlagen mit einem möglichst beeindruckenden Sieg wieder wettzumachen, werden im Limit bis 120 Kilo die Briten Philip De Fries (8-1-0(1)) und Oli Thompson (9-3) ihre im letzten Jahr verletzungsbedingt auf Eis gelegte Kollision nachholen, wobei mit Blick auf die K.o.-Niederlagen der beiden in ihren jeweils letzten Kämpfen dieses Mal mehr auf dem Spiel stehen könnte.

Michihiro Omigawa (13-11-1) und Manvel Gamburyan (11-7) wurden zwar in jüngerer Vergangenheit nicht ausgeknockt, dafür aber immer wieder nach Punkten besiegt. Während Omigawa gegen Chad Mendes, Darren Elkins und Yuri Alcantara den kürzeren zog, wurde Gamburyan in seinen bisher zwei UFC-Auftritten von Tyson Griffin und Diego Nunes über die Distanz bezwungen.

Eröffnet wird der Abend am unteren Ende der Gewichtsklassenliste mit einem Fliegengewichtskampf zwischen Ulysses Gomez (9-2), der gerade erst bei der UFC unterschrieben hat und zeitweise als bester Fliegengewichtler der Welt angesehen wurde und John Moraga (10-1), der ebenfalls seinen ersten Kampf im Octagon bestreiten wird.

UFC on Fox 4: Shogun vs. Vera
4. August 2012
Staples Center in Los Angeles, Kalifornien, USA

Hauptprogramm (ufc.tv)
Mauricio Rua vs. Brandon Vera
Lyoto Machida vs. Ryan Bader
Joe Lauzon vs. Jamie Varner
Mike Swick vs. DaMarques Johnson

Vorprogramm
Cole Miller vs. Nam Pham
Phil Davis vs. Wagner Prado
Josh Grispi vs. Rani Yahya
Phil De Fries vs. Oli Thompson
Manvel Gamburyan vs. Michihiro Omigawa
Ulysses Gomez vs. John Moraga

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