Marco Huck voraussichtlich gegen Krzysztof Glowacki
Marco Huck hat einen großen Schritt gewagt. Der WBO-Weltmeister im Cruisergewicht hat sich von Sauerland und damit auch von seinem langjährigen Trainer Ulli Wegner getrennt. Nun ohne den großen Promoter im Hintergrund, ist es schwierig geworden gute Gegner zu finden. Das scheint dem Berliner nun gelungen. Ende April/Anfang Mai will der gebürtige Serbe seinen Titel gegen Krzysztof Glowacki verteidigen. Da die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind, ist der Austragungsort noch nicht bekannt.
Der 30-jährige Huck wollte es so machen wie Felix Sturm oder die Klitschko-Brüder. Eigenvermarktung, um langfristig gute Gegner zu überzeugen und den maximalen Ertrag zu generieren. Bisher sieht es danach nicht aus. Die großen Gegner beißen nicht an. Nun scheint er aber gegen einen top-gerankten Boxer in seiner Gewichtsklasse anzutreten. Der Pole konnte grad erst in seiner Heimat Nuri Seferi nach Punkten bezwingen und sicherte sich damit den EBU-Gürtel. Der 28-Jährige ist ungeschlagen, hat eine durchschnittliche Knockout-Quote und hat noch nie außerhalb seiner Heimat geboxt. Die großen Kaliber sucht man unter seinen Gegnern allerdings vergeblich.
Das sieht bei Marco Huck anders aus. Nach seiner schmerzhaften Niederlage 2007 gegen Steve Cunningham hat er viele gute Gegner vor die Fäuste bekommen und bis auf Alexander Povetkin auch alle besiegt. Seit über fünf Jahren ist er nun Weltmeister. Ein Erfolg, den er auch Ulli Wegner zu verdanken hat, der aus einem wilden und unsauberen Boxer einen anständigen Boxer, der seltener in alte Muster verfällt, gemacht hat. Auf diesen kann er nun nicht mehr vertrauen. Wegner wird von Sauerland nicht freigestellt. Favorit auf seine Nachfolge soll Don House, ein bekannter Cutman der UFC, sein. Ob dieser ein so gutes Training wie die Trainerlegende Wegner auf die Beine stellt, ist fraglich. Interessante und schwierige Zeiten also für Marco Huck.
