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StartseiteMMAMMA Restliche WeltBrock Lesnar - "Ich mag es, Leute übel zuzurichten."

Brock Lesnar - "Ich mag es, Leute übel zuzurichten."

Das Profil eines UFC Schwergewichtschampions. Lesnar spricht außerdem über Frank Mir, die WWE und warum er sie damals verließ.

von 20.06.2009

Brock Lesanar ist vielleicht nicht der geliebteste, angesehenste UFC-Kämpfer den es gibt, doch er ist auf jeden Fall der wirtschaftlich ertragreichste für Dana White und Lorenzo Ferttita. Lesnar verkauft Pay-Per-Views und Lesnar füllt riesige Arenen. Lesnar wurde nach nur drei UFC-Kämpfen und lediglich vier MMA-Kämpfen überhaupt zum Alphatier der Promotion – dem Schwergewichtschampion der UFC.

Der eine oder andere zweifelt allerdings an der Legitimation eines Brock Lesnar als Titelträger. Es gibt Kämpfer, die seinen Status nicht anerkennen wollen. Kämpfer, die ihn vielleicht schon einmal besiegen konnten. Kämpfer wie Frank Mir.

„Wenn Brock Lesnar nie in der WWE gewesen wäre, hätte er auch niemals eine Titelchance bekommen. Und er weiß das. Klar, so läuft das Geschäft, Fakt ist eben: Es geht nicht immer darum, wer der bessere Kämpfer ist.“

In der Tat hat Brock Lesnar eine Vergangenheit als Wrestler, bei der größten Wrestlingpromotion der Welt – World Wrestling Entertainment. Nachdem er als überragender Ringer mit unzähligen Titeln und jeder Menge Potential das College verließ, warteten die großen Sportclubs schon auf ihn. Er bekam sogar Angebote aus der nordamerikanischen Football Profiliga NFL, obwohl er sein letztes Footballspiel zu Highschoolzeiten hatte. Letzten Endes entschied sich der junge Lesnar allerdings für die WWE – und einen Vertrag über eine viertel Million Dollar.

“Ich kam mir vor wie bei ‚The Wrestler’”, sagte Lesnar, der zu Anfang in der WWE Aufbauliga „Ohio Valley Wrestling“ untergebracht wurde, um dort sein Handwerk zu erlernen. „Ich habe den Ring mit auf- und abgebaut. Ich habe in Bars, Bingohallen und Kirchen gekämpft.“

Doch schon kurze Zeit später war der Hühne aus Alexandria, Minnesota in der Hauptshow der WWE. Man baute auf ihn, als Star für die Zukunft, als alle anderen Stars des Wrestlingbusiness entweder aufhörten (wie Stoe Cold Steve Austin) oder nach Hollywood gingen, wie The Rock. Lesnar unterschrieb einen Vertrag über sieben Jahre, im Wert von 45 Millionen Dollar.

„Wenn du auf einmal Geld hast, aber zuvor nie welches hattest, dann willst du das natürlich auch zeigen.“, gibt Lesnar zu. „ Ich habe mich benommen wie ein Idiot. Ich besaß vier Häuser, einen Privatjet, zwei Hummer und einen Mercedes.“ Ob er etwas gespart hat, so dass er sofort aufhören könnte, wenn er wollte? „Das ist privat, aber wenn Obama weiter so das Geld rausschleudert, werde ich wohl kämpfen müssen bis ich 50 bin.“

Wenn er so viel Geld in der WWE verdiente, wo man seine Kämpfe offensichtlich nur schauspielert, stellt sich die Frage, warum er ins MMA-Geschäft wechselte, wo die Kämpfe bekanntermaßen alles andere als gestellt sind.

„Man wird einer Gehirnwäsche unterzogen. Du bist dort 300 Tage im Jahr auf Tour, deshalb sind die ganzen Kerle da auch so kaputt. Dieses Leben wird ein Teil von ihnen. Klar ist das dort alles nicht echt, aber die Typen, die dort seit Jahren in diesem Geschäft sind denken, dass es das ist. Sieh dir Mickey Rourke an, in „The Wrestler“ – der konnte einfach nicht aufhören. Du führst dort quasi ein Doppelleben. Ich war es einfach leid im Ring jemanden darzustellen, und dann nach Hause zu kommen und gerade einmal zwei Tage lang sein zu können wer ich wirklich bin. Auf Tour erlauben sie dir das nicht. Die Jungs, die dort rausgekommen sind, haben das einzig richtige getan, das ist mein voller Ernst.“

Es ist schwer zu glauben, dass ein Brock Lesnar sich als so ziemlich einziger nicht an den Backstage Eskapaden beteiligt hat, die allgemein bekannt und seit „The Wrestler“ auch auf Zelluloid gebannt sind. Darauf angesprochen, kommt er auf eine Anekdote zusprechen, die den schizophrenen Aspekt des Wrestlingbusiness deutlich macht. Im November 2002 stemmte er den 218 Kilo schweren Big Show während eines Matches für einen Move auf den Schultern. Seine Beine gaben fast nach und er strauchelte, verletzte sich dabei Rippen und Knie. Den Move beendete er ordnungsgemäß, doch der Schaden war verursacht.

„Während dieser Zeit nahm ich ein paar Vicodin (ein rezeptpflichtiges Opiat zur Linderungen starker Schmerzen) und spülte sie runter mit Vodka. Das hat mir geholfen. Die Rippen heilten in den nächsten acht Monaten aber natürlich trotzdem nicht ab, wir waren ja jeden Tag auf Tour. Es gibt nun mal keine Off-Season in diesem Geschäft.“

Nachdem er die WWE verließ begann er einen Tryout bei den Minnesota Vikings, einem Team in der NFL. Nachdem er nicht mit den technischen Finesse der anderen Spieler mithalten konnte und begann Streit anzufangen wurde er entlassen. Was blieb ihm jetzt noch? Mixed Martial Arts.

“Ich will in der UFC kämpfen.”, sagte er zu UFC Boss Dana White, als er ihn bei einer Show traf. „Wir würden uns freuen dich hier irgendwann einmal begrüßen zu dürfen.“, antwortete White. „Nein. Ich will jetzt in der UFC kämpfen.“, war Lesnars Antwort.

Der Rest ist Geschichte. Nach einer Niederlage (gegen Frank Mir) und einem Sieg (gegen Heath Herring) traf er auf den amtierenden UFC Schwergewichtschampion – Randy Couture.

„Couture ist ein toller Ringer, aber er war viel leichter als ich und außerdem schon weit über den Zenit hinaus.“, schätzt Lesnar seinen Kampf gegen die UFC Legende ein. In der zweiten Runde konnte er Couture niederschlagen und finishen und wurde zum bisher kontroversesten, aber lukrativsten UFC Schwergewichtschampion aller Zeiten.

Was bleibt sind Kritik an seinem frühzeitigen Push, an seinen limitierten Fähigkeiten und vor allem – Vorwürfe des Steroidmissbrauchs.

„Ich wurde noch nie in meinem ganzen Leben positiv auf Steroide getestet. Ich habe über 60 Tests hinter mir, im College, in der NFL, in der WWE und in der UFC. Nie war ein Test positiv. Ich habe gute Gene, ohne rassistisch zu sein, aber ich bin gebaut wie ein Schwarzer.“

Gibt es nicht einen Unterschied zwischen „ich wurde niemals positiv getestet“ und „ich habe niemals Steroide genommen“? „Wie kann das nicht dasselbe sein?“, fragt Lesnar.

Eine Antwort, die mehr Fragen aufwirft, als beantwortet.

Interviewpassagen übernommen aus der der amerikanischen Ausgabe der MAXIM.

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