Boxen

„Badr Hari wird die Nummer eins im Boxen“

Riskiert Hari bereits vor seinem ersten Kampf eine zu große Lippe? (Foto: Sport.ro)

Naazim Richardson gehört zu den erfolgreichsten Boxtrainern der letzten Jahre. Er stand in der Ecke von Kämpfern wie Steve Cunningham, „Sugar“ Shane Mosley oder Bernard Hopkins. Nun wird sich der aus Philadelphia stammende Coach um K-1 Veteran „Bad Boy“ Badr Hari kümmern.

Richardson nahm den ehemaligen Kickboxer seit Anfang Februar unter seine Fittiche und ist davon überzeugt, dass der „Golden Boy“, wie sich Hari früher nannte, die Sache sehr ernst nimmt und damit ein Erfolgsgarant ist.

Naazim Richardson (Foto: boxrec.com)

„Badr Hari redet viel, aber er ist ein guter Kerl“, so Richardson. „Ich war zuerst skeptisch, aber er hat mich überzeugt. Wir haben miteinander gesprochen und er versicherte mir, dass er mich nicht enttäuschen würde. Er sagte auch, dass er nicht nur ein Top 10 Boxer werden will, sich auch nicht mit einem zweiten Platz zufrieden gibt, sondern er will die alleinige Nummer eins werden. Alles oder nichts. Er hat die richtige Mentalität, das gefällt mir.“

„Bad Boy“, so Haris Spitzname, gehörte zu den erfolgreichsten Athleten im K-1, obwohl er nie den renommierten „K-1 World Grand Prix“ gewinnen konnte. Der Holländer mit marokkanischen Wurzeln entschied sich im letzten Monat dafür den Sport zu verlassen und sein Glück im Boxen zu versuchen. Seinen letzten Kampf im Kickboxen machte Hari am 28. Januar 2012, bei „It`s Showtime“ in den Niederlanden und verabschiedete sich mit einem Erstrundensieg gegen Gökhan Saki.

In den USA sehen viele den K-1 Veteran als eine Mischung aus Muhammad Ali und Mike Tyson, der den Boxsport beleben könnte, schließlich gehört Hari zu den kontroversesten Athleten im professionellen Kickboxen, der stets im Scheinwerferlicht stand und von den Medien heiß diskutiert wurde. Dies lag zum Großteil an seinem zahllosen Fehlverhalten im Ring (mehrfache Disqualifikationen) und auch außerhalb (mehrfache Gefängnisaufenthalte), das für Schlagzeilen sorgte. Der Niederländer ist anders, er stellt Regeln auf die Zerreisprobe - doch genau das lockt viele Zuschauer, die Spektakuläres erwarten. Ist dies genau das was der Boxsport braucht, oder wird dieser Schuss nach hinten losgehen? Man wird sich geduden müssen um diese Frage zu beantworten.

Disqualifikation: Hari versucht den Kopf des am Boden liegenden Remy Bonjasky zu zertreten. (Foto: Fansofk1.com)

Trotz seines sehr erfolgreichen Kampfstils gibt es viele Skeptiker, die Hari keine Chance im Boxring zusprechen, nicht so Richardson. Der Meistertrainer hält scheinbar bereits jetzt extrem viel von seinem neuen Schützling, denn er spricht schon davon die Klitschkos vom Schwergewichtsthron zu stürzen.

„Wenn die Klitschkos noch einige Jahre kämpfen, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder werden sie Haris´ Siege sehen und sich vor einer Herausforderung verkriechen und abdanken, oder es wird das passieren was Mike Tyson mit Larry Holmes getan hat – er hat ihm gezeigt, dass es Zeit ist seine Karriere zu beenden.“

Ob Richardson einen ähnlichen Erfolg mit Hari feiern wird, wie Mike Passenier dies über viele Jahre im K-1 gelang, bleibt abzuwarten. Eine Sache scheint jedoch jetzt schon sicher: Richardson und Hari werden in Zukunft für Furore sorgen, entweder außerhalb des Rings, mit großen Sprüchen, oder mit spektakulären Auftritten im berühmten Seilviereck. Man darf gespannt sein.