Canelo Alvarez kämpft im Stadion der Dallas Cowboys
Es ist der Traumkampf vieler Box-Fans auf der ganzen Welt: Saúl „Canelo“ Alvarez gegen Gennady „GGG“ Golovkin. Zuletzt rückte der Kampf in greifbare Nähe, nun ist er jedoch weiter entfernt denn je zuvor. 7672 Kilometer um genau zu sein. Denn während Golovkin am 10. September in London auf Kell Brook trifft, bekommt es Alvarez in Arlington mit Liam Smith zu tun. Die vergleichsweise kleine Stadt ist neben der University of Texas vor allem dafür bekannt, die Heimat des weltweit wertvollsten Sport-Teams, der Dallas Cowboys, zu sein. In deren Stadion will „Canelo“ seine Sammlung um den WBO-Titel im Super-Weltergewicht erweitern.
Für Liam Smith wird es der mit riesigem Abstand größte Kampf seiner Karriere. Der aufstrebende Brite verließ während seiner bisherigen Laufbahn noch nie seine Heimat, sein Auslandsdebüt wird also eine Feuertaufe. 23 Siege in ebenso vielen Kämpfen sind zwar eine eindrucksvolle Bilanz, qualitativ waren seine Kontrahenten jedoch meilenweit von einem Saúl Alvarez entfernt.
Für den Mexikaner wird es vor allem darum gehen, seinen Gegner nicht zu unterschätzen. Nach der ersten Niederlage seiner Karriere gegen Floyd Mayweather im September 2013 fand er mit Siegen gegen Erislandy Lara, James Kirkland und Miguel Cotto zurück in die Erfolgsspur. Im Mai dieses Jahres ließ er einen beeindruckenden K.o. gegen Amir Khan folgen. Das Gewichtslimit von 154 Pfund musste „Canelo“ zuletzt in besagtem Aufeinandertreffen mit Mayweather einhalten, es bleibt also abzuwarten, in welcher körperlichen Verfassung er sich befindet.
Das AT&T-Stadion war in der Vergangenheit schon mehrmals Austragungsort von Boxkämpfen. Im Jahr 2010 bezwang Manny Pacquiao dort sowohl Joshua Clottey als auch Antonio Margarito. 51.000 sahen Pacquiao vs. Clottey live vor Ort, für Pacquiao vs. Margarito orderten knapp 42.000 Menschen Tickets. Das Fassungsvermögen der Arena beträgt je nach Sitzplatzkonfiguration zwischen 80.000 und 108.713 Plätzen.
Ob Alvarez die Strahlkraft besitzt, dieses Stadion zu füllen, bleibt abzuwarten. Seine beiden Auftritte in Texas waren mit 31.000 und 40.000 schon sehr gut besucht. Zudem wird am Tag zuvor der mexikanische Unabhängigkeitstag gefeiert. Einem Box-Fest in Arlington steht also nichts im Weg.
