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Thai/Kickboxen

Kehl, Pütz, Sucu, Porzcyk und Schmitt mit Siegen

Enriko Kehl vs. Erkan Varol (Foto: Marco Baumann)

Die Mix Fight Gala Reihe zählt mit Sicherheit zu den erfolgreichsten Kampfsportveranstaltungen Deutschlands. Kämpfer wie Albert Kraus, Denis Siver, Andreas Kraniotakes, Alviar Lima, Moise Rimbon, Faldir Chahbari oder Shemsi Beqiri waren in der Vergangenheit der beste Beweis dafür. Am vergangenen Samstag ging es in der vollbesetzten Böllenfalltorhalle in die 14. Runde. Die Stimmung im Publikum war erstklassig.

Gleich sechs Titel standen an diesem Abend auf dem Spiel. Neben dem ISKA-WM Kampf im Muay Thai wurden auch vier weitere Titel der Mix Fight Promotion ausgekämpft. In Zeiten wie diesen, wo dies auch bei anderen Veranstaltungen der Fall ist, ist das auch nichts, was ungewöhnlich erscheint. Dafür ging es in eben jenen Titelkämpfen hoch her im Seilgeviert.

ISKA-WM: Enriko Kehl vs. Erkan Varol
Unvorstellbar, aber trotz seiner zahlreichen Erfolg stand Enriko Kehl bis zum gestrigen Abend gänzlich ohne Titel da und mit Erkan Varol sollte es auch nicht wirklich einfach werden. Doch der Wetzlarer zeigte eindrucksvoll, dass er auch mit klugem Köpfchen und sehr überlegt einen Kampf gestalten kann. Kehl studierte Varol und bot ihm mit seinem variablem Kampfstil ein nur schwer zu treffendes Ziel. Zwar war die Rechte von Varol immer gefährlich, entscheidend ins Ziel bringen konnte er sie aber nicht. Zwar konnte Varol in den ersten drei Runden das Tempo von Kehl noch mitgehen, gefährliche Treffer landete er dabei aber nicht. Ab Runde vier zog Kehl noch einmal das Tempo an und Varol konnte dem 21-jährigen Wetzlarer nicht mehr folgen. Varol beschränkte sich vermehrt auf einzelne Aktionen und hoffte wohl auf diesen einen Treffern mit seiner rechten Faust, welcher ihm aber nicht wirklich gelang. So war es dann auch kein Wunder das Enriko Kehl einstimmig (50-47, 50-45, 50-45) um neuen ISKA-Weltmeister gekührt wurde.
ISKA-WM: Erkan Varol vs. Enriko Kehl (Foto: Marco Baumann)

Stephan Pütz vs. Dawid Baziak
Die weiße Weste von Stephan Pütz (7-0) sollte weiter ausgebaut werden, hingegen hatte Dawid Baziak (9-4) die Möglichkeit mit einem Sieg, sich bei anderen Promotions wieder ins Spiel zu bringen. So sollte auch gleich die erste Runde entscheidend für die spätere Wertung sein. Pütz drängte Baziak des Öfteren in die Ecke, konnte aber das von seiner Ecke geforderte Knie nicht einsetzen - die Möglichkeiten dazu waren jedenfalls vorhanden. In Runde zwei kam Baziak besser in den Kampf und versuchte Pütz immer wieder durch das überstecken des Armes von Pütz, diesen zur Aufgabe zu bringen. Doch das neuste Mitglied vom MMA-Spirit zeigte sich als zäher Gegner, welcher in Runde drei wieder das Heft in die Hand nehmen konnte. Hatte man im Vorfeld darauf gewettet, das es hier einen vorzeitigen Ausgang des Kampfes geben würde, so wurde man eines besseren belehrt. Am Ende stand ein knapper, aber verdienter Punktsieg für Stephan Pütz zu Buche. Dieser behält seine weiße Weste aber auch Baziak sollte sich durch seinen starken Auftritt nicht entmutigen lassen.
Dawid Baziak vs. Stephan Pütz (Foto: Marco Baumann)

Tevfik Sucu vs. Marco Pique
Für Lokalmatador Tevfik Sucu bedeutete sein Kampf gegen Marco Pique fast schon etwas wie ein Comeback, auch wenn er vor kurzen erst einen Auftritt bei W5 in Russland hatte. Doch motiviert war Sucu ohne Frage und bekamen die Zuschauer auch einen sehr intensiven wie auch spannenden Kampf von beiden Akteuren im Ring geboten. Auch wenn einige glaubten, das Pique schon über seinen Zenit sei, der Holländer bewies den Kritikern das Gegenteil und machte Sucu das Leben schwer. Doch der Tempel Fighter bewies ein großes Kämpferherz, und wer ihn kennt, der weiß, kleinbeigeben ist hier nicht. Mit einem beherzten Fight konnte Sucu das Geschehen im Ring ausgeglichener gestalten und stellte somit auch die Punktrichter vor eine schwere Aufgabe. Die waren sich nach drei Runden nicht einig und es gab eine Zusatzrunde. Dort konnte Sucu einfach mehr Kräfte mobilisieren und sich unter dem Jubel seiner Fans einen Punktsieg sichern.
Tevfik Sucu vs. Marco Pique (Foto: Marco Baumann)

Kamila Porczyk vs. Jana Wagenhuber
Mit einer Prise Show zum Walk In stiegen beiden Ladies in den Kampf. Kaum war der Gong ertönt, da suchte Jana Wagenhuber auch gleich die Offensive. Die gebürtige Hamburgerin fing sich aber auch eine Rechte von Porczyk ein und wurde nur Momente später von der ehemaligen Fitness Weltmeisterin zu Boden gebracht. Dort passierte Porczyk die Guard und sicherte sich die Side Control. Wenig später war dann die gebürtige Polin in der Mount, wo es für Wagenhuber trotz Klammerns extrem schwer wurde, denn Porczyk ließ deren Kopf mehrmals auf den Ringboden knallen. Für einen kurzen Moment schien sich das Blatt zu wenden als Wagenhuber ihre Gegnerin sweepte, aber sich postwendend wieder in der Rücklage befand. Von der Half Guard ging es für Porczyk wieder in die Mountposition und von dort aus gab es nur noch Ground and Pound, womit sie den Kampf auch beendete und einen gelungenen Einstand in das MMA-Business gab.
Jana Wagenhuber vs. Kamila Porczyk (Foto: Marco Baumann)

Darnell Knoch vs. Chong Pralomram
Oldies but Goldies könnte man diesen Kampf auch bezeichnen. Für Darnell Knoch sollte es der Abschied von seiner aktiven Laufbahn als Kämpfer sein und den wollte sich der Hamburger natürlich mit einem Sieg versüßen. So studierte er zu Beginn auch seinen Gegner Chong Pralomram, um ihn sich für spätere Aktionen zurechtzulegen. War es noch eine enge erste Runde, so zog Knoch in Runde 2 das Tempo an und setzte seinen Gegner somit unter Druck. Ein Tempo, was in Runde 3 nochmals erhöht wurde und das zur Folge hatte, dass Pralomram nach einem Knietreffer angezählt wurde. Der stand zwar bei acht, wäre aber besser unten geblieben. Denn nur wenige Augenblicke später befand er sich wieder am Boden und musste aus dem Kampf genommen werden. Nicht nur ein TKO-Sieg für Darnell Knoch, sondern auch ein erfolgreicher Abschluss seiner Karriere.
Darnell Knoch vs. Chong Pralomram (Foto: Marco Baumann)

Den Beginn des Hauptprogramms machten Vladimir Toktasynov (Siam Gym) und der Mannheimer Sasa Polugic (Thaibombs). Der Duisburger war bis in die Haarspitzen motiviert und machte von Beginn an Druck. Vielleicht war er auch etwas zu viel motiviert, sonst hätte er wohl kaum vor dem Punktabzug gestanden. Polugic zeigte dennoch eine respektable Leistung, musste sich aber nach Punkten dem "Battle Cyborg" geschlagen geben. Bei den Glory Nights sollte es für Ibo Efe (Fight Lounge) noch nicht zu Sieg reichen, dafür macht der Dortmunder es im Kampf gegen Thomas Weiss (Muaythai School) besser. Efe bestimmte die erste Runde komplett, durfte sich aber trotzdem nicht zu sicher fühlen. Weiss fand in Runde 2 besser in den Kampf, allerdings schaffte er es nicht das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden, weshalb es am Ende einen einstimmigen Punktsieg für Efe gab. Den schnellsten und spektakulärsten Kampf des Abends gab es zwischen Kassra Khalili (X-ess Fighting) und Samuel Mesfun (Tempel Fightschool). Bevor noch etwas wirklich Nennenswertes passierte, schlug die Faust von Khalili bei Mesfun ein und beförderte diesen in das Land der Träume. Einen ebenfalls gelungenen Abend erlebte Marco Aschenbrenner (X-Ess Fighting/Hanse Gym) der auf Emrah Hortum (Tempel Fightschool) traf. Auch hier war es Runde eins, wo sich beide nichts schenkten und die auch schwer zu werten gewesen sein dürfte. Ab Runde zwei wurde Aschenbrenner einen Tick stärker und konnte Hortun mehr treffen, als es dem Darmstädter mit seinem Gegner geling. Eigentlich hätte Hortun seine Vorteile in der Reichweite besser ausspielen müssen. Doch Aschenbrenner konnte die Distanz geschickt überbrücken und sich einen verdienten Punktsieg sichern.
Marco Aschenbrenner vs. Emrah Hortun (Foto: Marco Baumann)

Wesentlich verbessert meldete sich Nico Falin (Fight Lounge) gegen Sergio Pique (Team Sniper) wieder zurück. Der Dortmunder zeigte, dass er aus seinen Fehlern gelernt hatte und ließ seine Linke nicht so oft hängen. Damit und auch mit der besseren Kampfübersicht, machte er es Pique schwer ihn in Bedrängnis zu bringen. Ein verdienter Punktsieg für Falin war somit in trockenen Tüchern.
Alex Schmitt vom Heidelberger Boxgymnasium zeigte in Darmstadt erneut, dass man in diesem Jahr wieder stark mit ihm rechnen muss. Gegen den ehemaligen It`s Showtime Fighter Yassin Baitar (Universal Gym) wurde es ein enges Gefecht, welches Schmitt aber mit zunehmender Kampfdauer unter seine Kontrolle brachte. Baitar hielt zwar gut dagegen, die klareren Treffer waren aber auf der Seite des Heidelbergers. Dieser konnte einen verdienten Punktsieg feiern. 
Alex Schmitt vs. Yassin Baitar (Foto: Marco Baumann)

Nicht nach Wunsch lief es für WKF-Champion Ronald Mugula (Nubia Sports) gegen Dardan Morina (No Fear Gym). Nach gutem Beginn von Morina, versuchte Mugula in Runde 2 eine gedrehte Backfist. Allerdings traf Mugula unerlaubt mit dem Ellenbogen, was die Disqualifikation für den Mainzer zur Folge hatte. Glücklicher verlief das Comeback von Tempel Fighter Marco Groh der nach MMA-Regeln auf Jermaine Scott (Fight Lounge) traf. Großes Abtasten kennt der Darmstädter nicht und auch Scott ließ sich nicht lange bitten. Da dauerte es auch nicht lange bis Groh seinen Gegner mit einem Front Choke in Runde 1 zur Aufgabe bringen konnte. Bitter verlief es für Fabian Loewke (Fight Lounge) in seinem MMA-Duell gegen Saygin Karamüftüoglu (Tempel Fightschool). Bereits in Runde 1 brach sich der Dortmunder die Hand, weshalb er von oben nicht mit vollem Einsatz die Fäuste fliegen lassen konnte. Als man schon mit dem Gong zum Ende der Runde rechnete, sicherte sich Karamüfüoglu die Back-Mount und setzte zum Rear-Naked Choke an, woraus es für Loewke kein Entrinnen mehr gab. 

Noch in diesem Jahr soll es so Veranstalter Sefer Göktepe, mit der Mix Fight Gala XV das Jubiläum der Reihe geben. Offen ließ er dabei, ob diese in seinem Wohnzimmer der Böllenfalltorhalle sein wird, oder ob es wieder nach Frankfurt geht. GnP-TV war natürlich auch vor Ort und hat die Kämpfer und Kämpferinnen vor die Kamera geholt. Zu den Interviews gelangt ihr auf www.gnp-tv.de

Mix Fight Gala XIV
15. Juni 2013
Böllenfalltorhalle, Darmstadt

ISKA & Mix Fight Weltmeisterschaft / Muaythai
Enriko Kehl (D) bes. Erkan Varol (TUR) durch Punkte 3-0

Mix Fight Weltmeisterschaft / MMA
Stephan Pütz (D) bes. Dawid Baziak (POL) durch Punkte 2-0

Mix Fight Weltmeisterschaft / K-1
Tevfik Sucu (TUR) bes. Marco Pique (SUR) durch Punkte 3-0 nach Ex. Runde

Mix Fight Weltmeisterschaft / MMA
Kamila Porczyk (POL) bes. Jana Wagenhuber (D) durch TKO nach 2:41 in Runde 1

Mix Fight Weltmeisterschaft / K-1
Darnell Knoch (D) bes. Chong Pralmoram (THA) durch RSC in Runde 3

K-1
Alex Schmitt (D) bes. Yassin Baitar (MAR) durch Punkte 2-1
Niko Falin (RUS) bes. Sergio Pique (SUR) durch Punkte 2-1
Vladimir Toktasynov (RUS) bes. Sasa Polugic (D) durch Punkte 2-1
Ibo Efe (TUR) bes. Thomas Weiss (D) durch Punkte 3-0
Kassra Kahlili (D) bes. Samuel Mesfun (ERT) durch KO in Runde 1
Dardan Morina (D) bes. Ronald Mugula (UGN) durch DQ in Runde 2
Marco Aschenbrenner (D) bes. Emrah Hortum (TUR) durch Punkte 3-0
Shaiprim Potoku (Tempel Fightschool) bes. Manuel Brütsch (Thaibox Club) durch TKO in Runde 2
Sascha Humbert (Frankers Fight Team) bes. Anas Amrani (Kampfsportzentrum Schmid) durch Aufgabe in Runde 2
Lina Kotanidou (Challenge Club) bes. Meryem Kökkaya (Tempel Fightschool) durch Punkte 3-0
Meiko Koczy (Nubia Sports) bes. Nuric Kacar (Tempel Fightschool) durch Punkte 3-0
Johanna Kruse (Boxgymnasium) bes. Thaddao Chahrour (Thaibox Club) durch Punkte 3-0
Fadil Cavcik (Tempel Fightschool) bes. Timo Seidel (Nubia Sports) durch Punkte 3-0
Laura Torre (Thaibox Club) bes. Roberta Höpfner (Frankers Fight Team) durch Punkte 2-1
Leo Priester (Muaythai School) vs. Rehan Choudhry (Cha Na Nork) -unentschieden-

MMA
Marco Groh (D) bes. Jermaine Scott (USA) durch Front Choke nach 1:32 in Runde 1
Saygin Karamüftüoglu (TUR) bes. Fabian Löwke (D) durch Rear Naked Choke nach 4:32 in Runde 2
Marc Thiele (D) bes. Thomas Stoll (D) durch Rear Naked Choke nach 1:02 in Runde 2
Tobias Thiago Huber (Team Chokeout) bes. David Neubauer (Tempel Fightschool) durch Triangle nach 0:47 in Runde 1
Tassilo Lahr (Team Chokeout) bes. Lasher Kuru (Boxgymnasium) durch TKO nach 3:42 in Runde 1

Boxen
Frank Hamm (Boxgymnasium) bes. Orkan Yildiz (Tempel Fightschool) durch Punkte 2-0

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