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Day of Destruction X: Solaja und Dederer holen Titel

Der Day of Destructon X in Hamburg hatte eine Menge zu bieten. (Foto: Torsten Helmke/torstenhelmke.de)

Am vergangenen Samstag ging das Jubiläum des Day of Destruction von Veranstalter Ralf Stege über die Bühne. Konnte sich Weimer den WM-Titel sichern? Fand Dederer zurück in die Erfolgsspur? Wer gewann das 4-Mann Tournament? Fragen über Fragen, die es zu beantworten galt.

WLF-Weltmeisterschaft: Solaja vs. Weimer
Ein ganzes Jahr musste man auf diese Ansetzung warten. Da Weimer (Xite Gym) im vergangenen Jahr aufgrund einer Cut-Verletzung nicht mehr in der Lage war im Finale gegen Danijel Solaja (Amrani Palace) anzutreten, kam es nun mit Verspätung zu diesem Duell. Natürlich stand auch der WM-Titel der WLF auf dem Spiel und dessen Titelträger war Danijel Solaja. Beide ließen sich auch von Beginn an nicht lange bitten, denn nach den Regularien der WLF ist selbst ein WM-Kampf nur auf drei Runden angesetzt. Nach der ersten Runde, welche recht ausgeglichen schien, ging es in den zweiten Durchgang. Dort packte Solaja den linken Hammer aus, gefolgt von einem Abschlusskick zum Kopf streckte er Weimer damit zu Boden. Dieser wurde vom Ringrichter angezählt, war aber bei acht in dessen Augen noch nicht in der Lage, um den Kampf weiter zu führen. Sieger durch TKO und weiterhin Weltmeister der WLF: "Fresh Prince" Danijel Solaja.
Danijel Solaja vs. Dima Weimer um den WLF-Titel. (Foto: Torsten Helmke)

WLF-Deutsche Meisterschaft: Dederer vs. Wosik
Umgekehrte Voraussetzungen vor diesem Titelkampf. Während Johann Dederer (Team DoD) noch zuletzt eine Niederlage einstecken musste, konnte Wosik im März einen Erfolg feiern. Dass der Schützling von Kamal El Amrani nicht zum Verlieren nach Hamburg gekommen war, zeigte er auch in der ersten Runde. Wosik dominierte den Kampf zunächst, weil er präsenter und schneller in seinen Aktionen war. In Runde zwei ließ Wosik Dederer zunächst kommen und der "Scorpion" aus dem Team DoD nutzte die Möglichkeit, welche sich ihm bot. In Runde drei hatte Dederer das Heft fest in der Hand, weshalb die Punktrichter das letzte Wort hatten. Diese waren sich nicht einig und es gab eine Verlängerungsrunde. In dieser konnte Dederer am besten die letzten Körner aus sich herausholen und sich in den Augen der Punktrichter den Sieg und somit den Deutschen Titel der WLF sichern.
Johann Dederer holte sich den nationalen WLF-Titel. (Foto: Torsten Helmke)

Internationales 4-Mann Tournament
Wie auch schon im vergangenen Jahr gab es beim diesjährigen DoD ein international besetztes 4-Mann Tournament. Hier trafen im ersten Halbfinale Lokalmatador Maurice "Sleepy" Lohner (Team DoD) und Yang "The Bomb" Zhuo (Team WLF). Warum Zhuo in seiner Heimat "The Bomb" genannt wird, ließ er in Runde eins durchblicken. Doch Lohner konnte, je länger der Kampf dauerte, diesen zunächst ausgeglichen gestalten und im weiteren Verlauf das Heft in seine Hand nehmen. Es war ein mehr als hartes Stück Arbeit für Lohner, welcher sich aber mit einem verdienten Punktsieg einen Platz im Finale sicherte.
Maurice Lohner siegreich im 1. Halbfinale. (Foto: Torsten Helmke)

Durch die verletzungsbedingte Absage eines Chinesen, musste kurzfristig für Ersatz gesorgt werden. Dieser wurde in Form von Juri Makarov (Hauptstadt-Gym) gefunden und der Berliner zeigte, dass er nicht gekommen war, um seinen "Pay-Check" zu holen. Gegen Kevin Burmester hatte er im zweiten Halbfinale natürlich eine schwierige Aufgabe. Aber so klar wie es sich vielleicht anhören mag, war es absolut nicht. Makarov konnte zu Beginn gut dagegen halten. Mit zunehmender Kampfdauer konnte Burmester aber seinen Game-Plan am besten ausspielen und sich mit einem einstimmigen Punktsieg für das Finale qualifizieren.

Zu einem Finale sollte es dann aber, wie schon im Vorjahr, leider nicht kommen. Da Maurice Lohner und Kevin Burmester beide eng befreundet sind und mitunter auch auswärts für das gleiche Team (Day of Destruction) starten, haben deren Trainer beschlossen, diesen Kampf nicht zu bestreiten. Irgendwo verständlich, aber auch schade, da man hier zwei hochtalentierte Kämpfer zu Gesicht bekommen hätte.

Deutschland vs. China
In diesem Vergleichskampf machten die Damen den Auftakt. Deutschlands Kickboxerin des Jahres Meryem Uslu traf in ihrem Kampf auf die bisher ungeschlagene Chinesin Xu Zhurong. Nach der ersten Runde, in der beide Damen sich schon nichts schenkten, übernahm Uslu ab Runde zwei das Ruder. Die Hamburgerin agierte insgesamt wesentlich variabler als Zhurong. Diese war mit ihren Aktionen leicht auszurechnen, weshalb Uslu sich einstimmig nach Punkten durchsetzen konnte.

"Der Mönch" Yi Long (Team WLF) ist in Hamburg nun kein Unbekannter mehr, denn schon mehrmals stieg er im Rahmen der DoD-Veranstaltungen in den Ring. Diesmal gegen "Pitbull" Leo Bönninger (Team DoD), welcher immer für einen spektakulären Kampf gut ist. Beide Kämpfer ließen sich auch nicht lange bitten, denn bei einem Kampf über drei Runden darf man sich keine Ruhepause gönnen. Long stand einem sehr gut eingestellten Bönninger gegenüber, welcher sich im weiteren Kampf als Stolperstein für den Mönch erweisen sollte. Bönninger konnte die Marschroute aus seiner Ecke sehr gut umsetzen und damit den Chinesen in die Knie zwingen. Eine gute Performance, die der Regensburger hier zeigte.
Leo Bönninger (rechts) bezwingt Yi Long. (Foto: Torsten Helmke)

Erst am Freitag sagte Karim Allouss (Team Allouss) dem Kampf gegen Ji Xiang zu. Doch der Trip nach Hamburg sollte sich für Allouss mehr als bezahlt machen. Von Beginn an zeigte sich der Bochumer in blendender Verfassung und konnte mit schnellen und variablen Aktionen Xiang nicht zur Entfaltung kommen lassen. Zwar schwanden bei Allouss in Runde drei die Kräfte etwas, am einstimmigen Punktsieg gab es nichts zu rütteln.

"Iron Man" Kim-Robin Leinz (Team DoD) traf auf Liu "Excalibur" Xiangming (Team DoD) und der dritte Sieg im Vergleichs-Duell sollte her. Doch manchmal kommt es anders als man denkt. Leinz erwischte einen schwarzen Tag und konnte nicht in den Kampf finden. Xiangming agierte sehr druckvoll in seinen Aktionen und brachte Leinz damit in Bedrängnis. Dieser fand einfach kein Rezept, um das Blatt zu wenden und musste in Runde drei nach einem heftigen Niederschlag vom Ringrichter aus dem Kampf genommen werden. K.O.-Sieg somit für Xiangming.

Einen engen und nervenaufreibenden Kampf sollte es zwischen Cihan Türk (Team DoD) und Zhao Chunyang (Team WLF) geben. Beiden Kämpfern war anzumerken das sie den Sieg um jeden Preis mit nach Hause nehmen wollten. Entsprechend verbissen ging es dann auch im Ring zur Sache. Jeder der beiden Kämpfer versuchte sich mit Box- und Kickkombinationen am besten in Szene zu setzen und sich einen Vorteil auf den Zetteln der Punktrichter zu sichern. Diese entschieden, wieder durch geteilte Punktentscheidung, für Cihan Türk. Ein Ergebnis mit dem in der Ecke der Chinesen wohl nicht einverstanden war.

Felix Minners (Team DoD) wollte es seinem Bruder Tom gleich machen und einen Sieg nach Hause holen. Gegen Liu Jong (Team WLF) begann Minners zunächst stark und dürfte die erste Runde wohl geholt haben. Jong hingegen punktete mit seinen Boxaktionen und versuchte dadurch die Punktrichter auf seine Seite zu ziehen. Den kompletteren Kampf allerdings zeigte Minners, da dieser neben dem Boxen auch Kicks zeigte und die gehören in einem solchen Kampf auch dazu. Dennoch entschieden sich die Punktrichter für Jong, wenngleich es hier durch eine geteilte Punktentscheidung ein knappes Ergebnis war.

Im Rahmen des Hauptprogramms trafen im Schwergewicht Roel Mannaart (Mejiro Gym) und Piort Milinski (Chakers Fightclub) aufeinander. Mannaart tat sich zunächst schwer gegen den bulligen Oldenburger. Dieser bekam im weiteren Kampfverlauf konditionelle Probleme, was es für Mannaart natürlich einfacher machte. In Runde drei kam nach mehreren schweren Treffern das Aus für Milinski, als zum Zeichen der Aufgabe das Handtuch aus seiner Ecke flog. Zum Auftakt konnte sich Tom Minners (Team DoD) in einem sehr spannenden wie auch hochwertigen Kampf einen einstimmigen Punktsieg gegen Gurdeep "Goody" Singh (Team Nexus) sichern.

Im Vorprogramm der Veranstaltung besiegte Timon Becker (Renzo Gracie Gym) zunächst Julius Pütz (Förde Fighter) durch TKO in der ersten Runde. Einen Punktsieg feierte Timo Stendel (Kickbox-Team Thürkau) über Mike Jäde (Golden Glory). Ebenfalls mit einem Punktsieg konnte Siamstore-Fighter Tufan Calisir sich über Serhat Kapici (Fighthouse Teige) behaupten.

Auch für das kommende Jahr hat sich Veranstalter Ralf Stege schon einiges einfallen lassen und die Messlatte dabei sehr hoch gelegt. Denn zum ersten Mal soll eine Day of Destruction Veranstaltung im Ausland über die Bühne gehen. Wo genau, das wollte Stege gegenüber Groundandpound.de noch nicht verraten. Aber auch die Zuschauer in Deutschland dürfen sich freuen, denn wie schon in 2015 so wird es auch 2016 zwei DoD-Veranstaltungen in Deutschland geben.

Day of Destruction X
Day of Destruction X
18. April 2015
Wandsbeker Sporthalle, Hamburg

Ergebnisse

Wulinfeng - Weltmeisterschaft / WLF-Rules
Danijel Solaja bes. Dima Weimer durch TKO in Runde zwei

Wulinfeng - Deutsche Meisterschaft / WLF-Rules
Johann Dederer bes. Dennis Wosik durch Punkte (einstimmig) nach Extra Runde

Internationales 4-Mann Tournament / Halbfinals
Maurice Lohner bes. Yang Zhuo durch Punkte (einstimmig)
Kevin Burmester bes. Yuri Makarov durch Punkte (einstimmig)

K-1
Leo Bönninger bes. Yi Long durch Punkte (einstimmig)
Cihan Türk bes. Zhao Chunyang durch Punkte (geteilt)
Roel Mannaart bes. Piotr Milinski durch Aufgabe in Runde drei
Liu Jong bes. Felix Minners durch Punkte (geteilt)
Liu Xiangming bes. Kim-Robin Leinz durch KO in Runde drei
Karim Allouss bes. Ji Xiang durch Punkte (einstimmig)
Meryem Uslu bes. Xu Zhurong durch Punkte (einstimmig)
Tom Minners bes. Gurdeep Singh durch Punkte (einstimmig)
Timon Becker bes. Julius Pütz durch TKO in Runde eins
Timo Stendel bes. Mike Jäde durch Punkte (einstimmig)
Tufan Calisir bes. Serhat Kapici durch Punkte (einstimmig)

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