Thai/Kickboxen

„Wir sind ungemein ehrgeizig“

Matthias Weber, Mathias Gäbler und Nico Jänecke: die Drei aus Halle. (Foto: La Familia Fightclub)

Die La Familia Fight Night III wurde von den GnP-Lesern zu Veranstaltung des Jahres 2012 in Deutschland gewählt. Nicht nur, dass die Hallenser gewonnen haben, sondern vielmehr der immense Vorsprung waren dann doch eine Überraschung. GnP hatte nun exklusiv die Möglichkeit, dem Duo Mathias Gäbler & Matthias Weber auf den Zahn zu fühlen. Dabei verrieten sie uns, welchen Stellenwert der Sieg hat, was den Erfolg in Halle ausmacht und was sie für die nächste Veranstaltung am 11. Mai alles geplant haben.

Herzlichen Glückwunsch euch beiden für den GnP-Award in der Kategorie „Kickboxveranstaltung des Jahres national“. Die Nominierung war wenig überraschend. Was habt ihr als erstes gedacht, als ihr das Ergebnis erfahren habt?
Wir möchten uns auf diesem Weg bei GnP, bei unseren Mitgliedern, Freunden und Fans bedanken! Niemand von uns hat mit diesem Ergebnis gerechnet, und dass es in so einer Deutlichkeit ausfällt, ist der absolute Wahnsinn und macht uns überglücklich! Wir können uns nicht genug bei all denen bedanken, die an diesem Projekt mitgewirkt haben!

Im vergangenen Jahr habt ihr Platz drei belegt, was ja eigentlich nicht schlecht war – mit dem ihr aber trotzdem nicht so richtig zufrieden gewesen seid. War dies genau die Motivation, um 2012 noch einen draufzusetzen?
Wir haben einfach Spaß mit unserer Arbeit und unsere Motivation ist es, uns immer wieder neu zu kreieren. Wir sind sehr ehrgeizig und immer bestrebt, unser Bestes zu geben – um dem Zuschauer, unseren Mitgliedern, Fans und Sponsoren einen unvergesslichen Abend zu zaubern. Und natürlich ist es unser Ziel, die Menschen für unseren Sport und von la Familia zu begeistern.
Max Birkner holt sich den EM-Titel. (Foto: La Familia Fightclub)
Der Award wird ja nur durch die Fans vergeben. Hat er daher für euch einen besonderen Stellenwert?
Dass der Award von den Fans vergeben wird, hat für uns den größten Stellenwert überhaupt! Man darf nicht vergessen, dass wir keine großen internationalen Stars zu bieten haben, sondern „NUR“ uns, unsere Kreativität, Engagement, unsere Ideen und Sportler und Talente aus der Region und dieser Stadt. Wir beweisen, was wir hier im Osten drauf haben, wozu wir zu leisten imstande sind und dass man Herzen erobern kann, auch ohne das große Geld als Background zu haben, und das sollte allen Mut machen.
Der Titelgewinn von Nico Jänecke. (Foto: La Familia Fightclub)
Was war für jeden von euch das persönliche Highlight auf der letzten Veranstaltung, wo wart ihr zufrieden und wo sagt ihr selbstkritisch, könnte man noch etwas verbessern?
Die Veranstaltung an sich war ein einziges Highlight! Wenige Tage vor der Veranstaltung hätten die Zeichen nicht schlechter stehen können. Wir zogen sogar in Erwägung, die Veranstaltung abzusagen, da aufgrund von Sensationslust und falscher Berichterstattung von so genannten seriösen Medienanstalten unser Name und unsere Veranstaltung und sogar der Name unseres Vereins benutzt und in Mitleidenschaft gezogen wurde, so dass viele Fans und auch Sponsoren ihr Kommen und ihre Zusammenarbeit zurückzogen. Dass ein Sohn dieser Stadt Europameister und eine Veranstaltung in ihrer Stadt zur Besten ihres Genres gewählt wurde, interessiert die Medien hier offensichtlich nicht so wie ein „Rockerkrieg“ - von dem wir uns distanzieren und mit dem wir rein gar nichts zu tun hatten und haben! Wirklich rein gar nichts! Aber Kampfsport und „böse Buben“ passt so schön zusammen, und das nahende „Sommerloch“ in den Zeitschriften ist damit auch gefüllt. Da kann ich wirklich nur ein riesen Lob an GnP aussprechen, die sachlich und ohne Sensationslust den Sport bewerten.

Was macht eurer Meinung nach den Erfolg im La Familia Fight Club aus?
Wir sind ungemein ehrgeizig und wir sind aber auch immer bereit dazu zu lernen und mit- statt gegeneinander zu arbeiten. Jeder Trainier ist selbst ehrgeizig genug und versucht sich immer wieder voranzubringen, seinen Horizont zu erweitern, und davon profitieren dann natürlich auch unsere Mitglieder. Stillstand ist Rückschritt. Wir wollen immer weiter, wollen uns immer verbessern, geben wirklich unser ganzes Herzblut und blicken nicht zurück. Ich glaube, das ist eine gute Basis dafür.
Auch der Show-Factor ist groß. (Foto: La Familia Fightclub)
Wie seit ihr eigentlich auf die Idee gekommen, euren bisherigen Veranstaltungen immer ein Thema zu geben und wer entscheidet das?
Obwohl wir Kampfsport schon lange betreiben und wir uns immer für Kämpfe interessierten, langweilten wir uns bei manchen Veranstaltungen und überlegten, was wir tun könnten, um eine breite Masse für den Sport zu begeistern und um eine Show zu bieten, die für jeden etwas hat, was einen tollen Abend ausmacht. Bands, Pyrotechnik, schöne Tänzerinnen, Akrobatik als Rahmen und natürlich tolle Kämpfe als Bild. Damit wir uns aber in die Pflicht nehmen, uns in jedem Jahr zu verbessern und neu zu kreieren, erfanden wir die „Motto-Fightnight“. Wir sehen unsere Veranstaltungen mehr als eine Art Oper und Kunst, wo natürlich die Kämpfe das Highlight symbolisieren sollen. Die Ideen dafür beschließen wir immer im Team! Ein Dank da an unsere Heike und den Rest des Teams, die sehr kreativ ist und immer neue Ideen hat! Und natürlich allen voran Nico, der trotz seiner harten und intensiven Ausbildung bei der Justiz Zeit findet, als Veranstalter mitzuwirken.

Für die kommende La Familia Fight Night habt ihr bereits ein paar Kämpfe angekündigt. Auf welche heißen Duelle dürfen sich die Zuschauer darüber hinaus noch freuen?
Wir haben wirklich sehr gute Kämpfe in diesem Jahr zu bieten! Daniel Zeuner und Max Birkner werden sich wirklich starken Herausforderungen stellen müssen. Dazu kommen unsere“ jungen Wilden“ Christoph Siebenhüner, Jan Rödel und Oli Schröter zum Zuge. Außerdem haben wir den kultigsten MMA-Kämpfer Deutschlands, Hendrik Oschmann, nach seiner Innenbandverletzung wieder am Start. Er wird sich gegen einen starken Marc Hennig aus Leipzig beweisen müssen. Hennig war sogar mal in den Top 5, musste aber aufgrund einer schweren Halsverletzung den Ring knapp vier Jahre lang meiden. Wir haben auch noch den einen oder anderen Joker in der Hinterhand, ganz nach Las-Vegas-Art. (lacht) Und wir probieren eine deutschlandweite Erstaufführung, das „TEAMBATTLE – TOURNAMENT“. LA FAMILIA gegen den REST der „Welt“. Fünf Kämpfer, und jeder hat nur eine Runde a drei Minuten Zeit, sich in den Stilen Boxen, K-1 oder MMA zu behaupten. Am Ende zählt dann die Team Gesamtwertung. Dadurch wird es heiß her gehen, denn niemand hat die Zeit zu taktieren. In drei Minuten müssen die Würfel gefallen sein und der Zuschauer kann wie beim Roulette wählen, ob er auf Team Rot oder Blau setzt! Das wird ein riesen Spaß für Kämpfer und besonders für die Zuschauer, denn Langeweile kommt da garantiert nicht auf! Schaut einfach immer wieder bei www.lafamilia-fightclub.de rein.

Vor allem da das Motto „Viva Las Vegas“ lautet, was habt ihr euch für den Showteil einfallen lassen? Roulette oder Poker-Tische vielleicht?
In diesem Jahr lautet unser Motto „Viva Las Vegas“. Wir haben ganz viele Überraschungen zu bieten und sind uns über die Größe des Las Vegas Motto bewusst! Der 11. Mai 2013 sollte ganz dick im Kalender eingetragen werden! Die Show und was wir dort bieten werden, sollte man nicht verpassen! Und schon gar nicht, wenn man Hallenser ist!
The Next Generation. (Foto: La Familia Fightclub)
Wenn wir mal einen Blick in die Kristallkugel werfen, welche Ziele verfolgt ihr mittel- bzw. langfristig?
Wir haben noch einiges vor, wollen noch einiges bewegen!! Wir  eröffnen im Februar unser Standort Erfurt und erhoffen uns dort einiges in den nächsten Jahren zu erreichen. Es ist dort ein verdammt starkes Trainierteam am Start und von Luta Livre bis zum K-1 wird dort Sport auf höchstem Niveau geboten. In der Kinder und Jugendarbeit sind wir ganz emsig und freuen uns über riesigen Zulauf. Wir sind auch in der Gründung eines Amateurboxvereins und möchten uns auch im Amateurboxsport etablieren.  Unter der Leitung von Ferenc Schmidt und Ronald Herzog haben wir schon riesige Talente gesichtet, mit deren Potential man große sportliche Ziele ansteuern kann. Wir möchten auch mehr die Damen zu uns locken und bieten hier wirklich interessante Kurse! Eigens dafür haben wir die liebe Babsy, eine vielfach ausgebildete Kurskraft. Was unsere Veranstaltungen betrifft, so werden wir in den nächsten Jahren noch viele Überraschen! Wir planen auf diesem Gebiet wirklich eine Vorreiterstellung einzunehmen um den Kampfsport in Deutschland „Salonfähig“ zu machen.

Zum Abschluss habt ihr jetzt noch die Möglichkeit, ein paar Worte an die Leser und eure Fans zu richten.
Wir danken allen voran unseren Freunden und Fans, unseren tollen Mitgliedern, die immer mit uns ziehen, mit uns lachen und weinen – ihr seid wirklich die Besten! Wir danken unseren Sponsoren, unseren Partnern, ohne die das ganze Projekt immer noch in unseren Köpfen wär! Wir danken unseren Familien und auch GnP für die großartige Berichterstattung!

Mathias und Madi, ich danke euch für das Interview und wünsche euch viel Erfolg für den 11. Mai. Bis dahin getreu eurem Motto „Viva Las Vegas“.
Keine Ursache. Wir haben zu danken. Viva La Familia!