Thai/Kickboxen

Welcome To The East II: Durak, Michl & Falsone on top

Am vergangenen Samstag gab es in Erfurt die zweite Ausgabe von Welcome To The East in der neuen Arena direkt am Steigerwaldstadion. Ein volles Haus und ein begeisterungsfähiges Publikum sorgten für einen spannenden Kampfabend in Thüringen.

Durak erneut mit Kraftakt

Im Hauptkampf der Veranstaltung musste Lokalmatador Kai Durak zum ersten Mal seinen Titel gegen Herausforderer Mustafa Isik verteidigen. Der Hannoveraner ergriff sofort die Initiative und versuchte Durak mit seiner Masse in die Defensive zu drücken - zählbare Treffer waren da aber zunächst nicht zu erkennen. Dafür kam dann Durak immer mehr mit seiner Rechten, die er cross über die Linke von Isik durchzog, zum Erfolg. Das Superschwergewicht aus Hannover behielt aber trotzdem seine Marschrichtung bei und versuchte Durak immer mehr in die Defensive zu drücken. Die Lowkicks von Durak ignorierte Isik konsequent, weshalb sich dessen Oberschenkel auch zunehmend verfärbte. Wie schon im vergangenen Jahr musste Kai Durak hier Schwerstarbeit im wahrsten Sinne des Wortes leisten, bis er nach Ablauf der fünf Runden von den Punktrichtern zum einstimmigen Sieger erklärt wurde.

Michl überzeugt vollends

Von Beginn an voll da und mit einem präzisen Auge zeigte sich Michaela Michl, welche auf Keraso Matratou aus Griechenland traf. Michl sah sofort die Lücken bei Matratou und feuerte schnelle Boxkombinationen zum Körper der Griechin ab und war auch mit den Kicks die bestimmende Kämpferin im Ring. So war dann auch die zweite Runde eine Kopie dessen, was Michl bereits in der ersten Runde mit ihrer Gegnerin angestellt hat. Lediglich in Runde drei sollte Matratou etwas besser in den Kampf finden, wirklich gefährlich konnte sie der Wahl-Erfurterin allerdings nicht werden, weshalb der einstimmige Punktsieg die logische Konsequenz war.

Falsone in dreieinhalb Runden zum Sieg
Die Auslosung vom Vortag ergab im ersten Viertelfinale die Paarung zwischen Rafal Niestrezeba und Mohamed Hassani. Niestrezeba übernahm auch gleich das Kommando im Ring und zeigte sich als technisch sehr starker Kämpfer, der Hassani nur wenige Möglichkeiten zur Entfaltung gab und am Ende einstimmig nach Punkten gewann. Mit demselben Ergebnis konnte sich im zweiten Viertelfinale Egzon Uka gegen Bilal Aldebeba behaupten. Uka war druckvoller in seinen Aktionen und sicherte sich dadurch in den Augen der Punktrichter verdient sein Ticket fürs Halbfinale. Lokalmatador Robin Ostrowski hatte es in seinem Viertelfinale mit Ehsan Khorram zu tun. Ostrowski zeigte sich sehr gut eingestellt und übernahm mit zunehmender Kampfdauer das Heft fest in seine Hand und ließ sich auch nicht aus dem Konzept bringen. Ein einstimmiger Punktsieg und der Einzug in das Halbfinale war perfekt. Kurzarbeit war im letzten Viertelfinale zwischen Rosario Falsone - einem der Favoriten - und Paolo Dettori aus dem Hemmers Gym in Amsterdam angesagt. Bereits in der ersten Runde wurde Dettori eiskalt von Falsone erwischt und der Mannheimer beendete diesen Kampf daraufhin auch.

Im ersten Halbfinale standen sich dann Rafal Niestrezeba und Egzon Uka gegenüber. Niestrezeba begann wie auch schon in seinem Viertelfinale dominant und ließ Uka erst gar nicht in den Kampf kommen. Zwar konnte dieser auch einige gute Treffer in das Ziel bringen, es war aber zu wenig, um den Polen am Einzug in das Finale zu hindern. Im zweiten Halbfinale standen sich dann Robin Ostrowski und Rosario Falsone gegenüber. Falsone erwischt Ostrowski in der ersten Runde mit einer zu weit unten gehaltenen Deckung und schickte diesen zu Boden. Der Erfurter wackelte, fiel aber nicht komplett. Das gleiche Spiel in der zweiten Runde, wo Ostrowski wieder zu Boden musste. Wer jetzt glaubte, dass der Erfurter sich aufgeben würde, weit gefehlt. Dieser zeigte ein großes Kämpferherz und verlangte Falsone alles ab. Der einstimmige Punktsieg des Mannheimers war beschlossene Sache. Doch was beide hier zeigten, war schon sehr stark.

Zum Finale des Tournaments sollte es dann leider nicht mehr kommen. Niestrezeba fiel wegen eines Fußbruches aus und der Sieger aus dem Reservekampf, Besmir Helshani, hatte sich ebenfalls eine Verletzung zugezogen und konnte daher auch nicht antreten. Dennoch ist der Sieg von Rosario Falsone absolut verdient, da der Mannheimer von allen Teilnehmer die beste Leistung abrufen konnte.

Die dritte Ausgabe wird es im kommenden Jahr definitiv geben, denn mit der Arena Erfurt hat man in der thüringischen Hauptstadt eine erstklassige Location gefunden. Bis dahin steht aber als nächstes die dritte Ausgabe von Coming Stars auf dem Programm, welche wohl vermutlich wieder im Oktober stattfinden wird.

Welcome To The East II
13. Mai 2017
Arena, Erfurt


IKBF-Deutscher Titelkampf / K-1
Kai Durak bes. Mustafa Isik durch einstimmige Punktentscheidung

"All Or Nothing" Tournament / Finale
Rosario Falsone bes. Rafal Niestrezeba kampflos (Verletzung)

"All Or Nothing" Tournament / Halbfinals
Rafal Niestrezeba bes. Egzon Uka durch mehrheitliche Punktentscheidung
Rosario Falsone bes. Robin Ostrowski durch einstimmige Punktentscheidung

"All Or Nothing" Tournament / Viertelfinals

Rafal Niestrezeba bes. Mohamed Hassani durch einstimmige Punktentscheidung
Egzon Uka bes. Bilal Aldebeba durch einstimmige Punktentscheidung
Robin Ostrowski bes. Ehsan Khorram durch einstimmige Punktentscheidung
Rosario Falsone bes. Paolo Dettori durch T.k.o. in Runde eins

"All Or Nothing" Tournament / Reserve-Kampf
Besmir Helshani bes. Human Jahedkari durch T.k.o. in Runde eins

K-1
Michaela Michl bes. Keraso Matratou durch einstimmige Punktentscheidung
Sercan Kalfa bes. Michael Lorenz durch T.k.o. in Runde zwei
Habibi Safila bes. Driss El Jalti durch mehrheitliche Punktentscheidung
Noureddine Ajaou bes. Massimo de Lorenzo durch einstimmige Punktentscheidung
Okan Celikdal bes. Iquoad Kabir durch K.o. in Runde eins
Kevin Görke bes. Marcel Hoffmann durch T.k.o. in Runde drei
Daniel Jäger bes. David Stanjaz durch K.o. in Runde eins
Justin Apitz bes. Franticek Locdos durch DSC in Runde drei
Tomas Locdos bes. Saif Tbini durch Aufgabe in Runde drei
Leon Mass bes. Simon Verner durch einstimmige Punktentscheidung
Niclas Stoll bes. Nico Heilmann durch einstimmige Punktentscheidung

MMA
Lukasz Lepianka bes. Max Schlegel durch Beinhebel nach 0:51 in Runde eins
Yusuf Uzuev vs. Sebastian Pryzbysz endete unentschieden

Kommentare