Thai/Kickboxen

Vogel, Kock und Al Zein siegreich

Nach den durchweg positiven Resonanzen aus dem vergangenen Jahr stand am Sonntag die zweite Fight Night von Veranstalter Michael Kock in der Oberhausener Kult-Disko Steffy's auf dem Programm. Gab es draußen schon tropische Temperaturen, so ging es im Ring noch eine ganze Spur heißer zur Sache.

Das Re-Match: Jerome Kock vs. Kojo Ennin
Vor wenigen Wochen standen die beiden Akteure schon einmal auf einer Veranstaltung in Herne im Ring. Das enge Gefecht konnte Kojo Ennin (Lanna Martial Arts) knapp nach Punkten für sich entscheiden. Ein Urteil, mit dem Jerome Kock (ASK Fighters) so nicht einverstanden war und deshalb auf das Re-Match brannte. Vor seinen eigenen Fans und in seinem letzten B-Klasse-Kampf sollte natürlich ein Sieg her. Entsprechend motiviert gingen beide Kämpfer in das Duell und gaben von Beginn an keinen Zentimeter im Quadrat preis. Jeder der Kämpfer hatte in den beiden ersten Runden seine starken Szenen, weshalb sich keiner sicher sein konnte, dass man nach Punkten in Front lag. So dürfte es wohl die letzte Runde in diesem wirklich sehr guten Kampf gewesen sein, in der sich Jerome Kock nochmal sprichwörtlich am Riemen riss und den Sieg nach Hause holen konnte. Es war ein hartes Stück Arbeit, aber sie hatte sich ausgezahlt.

Die Rückkehr: Alex Vogel vs. Jay de Veiga
Lange war es still um den Duisburger "Eisenschädel" Alex Vogel (Team Vogel). Wer den IKBO-Weltmeister im Ruhestand vermutete, wurden im Steffy's in Oberhausen eines besseren belehrt. Auch wenn kurzfristig Mikael Bajramov den Kampf absagen musste, so hatte man mit Jay de Veiga zwar einen in Deutschland noch unbekannten, dafür mehr als gleichwertigen Ersatz gefunden. Das stellte der Holländer in Runde eins auch unter Beweis und ließ Vogel nicht so richtig in den Kampf kommen. Doch in Runde zwei konnte Vogel die Distanz überbrücken und mit Faustkombinationen da Veiga in Bedrängnis bringen. Noch mehr davon und wer weiß, was passiert wäre? In der dritten Runde warfen beide Kämpfer noch einmal alles in die Waagschale und machten es den Punktrichtern alles andere als einfach. Diese werteten den Kampf knapp mit 2-1 für Alex Vogel, der damit ein gelungenes Comeback feiern konnte. Zwar ist er noch nicht wieder in der alten Verfassung, aber auf einem sehr guten Weg dorthin.

Der Titelkampf: Hussein Al Zein vs. Konstantin Savcenko
Die Kombination von Boxen und K-1-Kämpfen funktionierte in der Vergangenheit nicht immer. In Oberhausen aber passte sie wie die sprichwörtliche Faust auf's Auge. Hussein Al Zein (MAS Fight Club) traf im Deutschen ProAM-Titelkampf der IKBO auf Konstantin Savcenko (Fight Gym Gühl). Schon früh im Kampf wurde deutlich, dass dieses Gefecht definitiv nicht über die volle Distanz gehen würde. Al Zein studierte zunächst seinen Gegner und überließ diesem die Offensivaktionen, von denen es aber nicht sehr viele gab. Al Zein stand sehr gut in seiner Deckung und ließ sich von den Aktionen seines Gegners nicht wirklich beeindrucken. Schon dessen erste Aktionen untermauerten seine Klasse. Mit zunehmender Kampfdauer erhöhte der Gelsenkirchener das Tempo und stellte Savcenko vor große Probleme. In Runde drei wurde die Dominanz von Al Zein immer größer und der Schützling von Youssef Ramadan beendete nach mehrere Niederschlägen das mittlerweile ungleiche Duell und krönte sich zum neuen Deutschen ProAM-Meister der IKBO.

Auch in den sogenannten Rahmenkämpfen ging es schon gut zur Sache. Erstaunlich die Leistung des Pforzheimers Tomasz Samiec (Team Krause). Nicht, weil er den Kampf gegen Damien Toskaj (Mangon Gym) gewann, sondern vielmehr die Tatsache, dass Samiec taub ist und nur mittels der Zeichensprache seines Trainers den Kampf bestritt, lässt den Sieg nur um so höher bewerten. Hitzig ging es im Gefecht von Anuar Chickaoui (First Class Fightclub) und Rudi Rogalski (Bujin Gym) zur Sache. Chickaoui gab von Anfang an Vollgas und setzte den Essener unter Druck. So war der Niederschlag dann auch die entsprechende Folge aus dessen Aktionen. Das Nachsetzen bei Rogalski hätte dann aber nicht mehr sein müssen. Ein Rückkampf der beiden wäre sicherlich keine schlechte Sache.

Es soll auf jeden Fall nicht die letzte No Mercy Fight Night in Oberhausen gewesen sein, soviel konnte Veranstalter Michael Kock gegenüber Groundandpound verraten. Für wann er allerdings die zweite Ausgabe plant, das hat er bisher noch offen gelassen.

No Mercy Fight Night
07. Juli 2013
Steffy's, Oberhausen

K-1
Alex Vogel bes. Jay da Veiga durch Punkte 2-1
Jerome Kock bes. Kojo Ennin durch Punkte 3-0

IKBO-Deutscher ProAM-Titel / Boxen
Youssef Al Zein bes. Konstantin Savcenko durch TKO in Runde 3

K-1
Natascha van Dongen bes. Monique Schneider durch Punkte 3-0
Anuar Chickaoui bes. Rudi Rogalski durch KO in Runde 1
Magda Wisczynska bes. Manon Ribbers durch Punkte 3-0
Tomasz Samiec bes. Damien Toskaj durch Punkte 3-0
Florian Ostrowski bes. Alexxandro Guardavaccaro durch Punkte 3-0
Christoph Bohnsack bes. Robbie van Eck durch Punkte 3-0
Sebastian Toskai bes. Khalid El Founti durch KO in Runde 1
Jessica van Diessen bes. Anna Rohn durch Punkte 2-1
Carina Cramer bes. Sarah Glandien durch Punkte 3-0
Pascal Waschkewitz bes. Tayfun Bulut durch Punkte 3-0
Florian Deutschmann bes. Jelle Klein durch Punkte 3-0
Nusret Ainto bes. Waldemar Bartel durch TKO in Runde 1
Stefan Sarevic bes. Viktor Galwas durch TKO in Runde 1
Ahmed Gassa bes. Denniot van den Adel Punkte 2-1
Tom Flemm bes. Jerome Gabert durch Punkte 2-0
Dani Allaw bes. Berkay Ercamur durch Aufgabe in Runde 2
Ibrahim Kabala vs. Ismael Brown -unentschieden-

MMA
Zakaria Boujatou bes. Marcel Weishäupl durch Rear Naked Choke nach 2:57 in Runde 1

Grappling
Kostja bes. Serdar Ülger durch Punkte