Thai/Kickboxen

Verlässt Jerome Le Banner K-1?

Jerome Le Banner (Foto via www.lebannerofficial.com)

Kehrt Jerome Le Banner der Organisation die ihn zum Weltstar machte nun den Rücken?
Wie bereits berichtet trat der langjährige K-1-Veteran beim diesjährigen "K-1 World Grand Prix 2010 - Final 16" in Seoul (Südkorea) gegen den Japaner Fujimoto Kyotaro an, wobei dem Sieger dieses Kampfes ein Platz im K-1 "Final 8" Turnier am Jahresende garantiert wurde. Vor dem Kampf erklärte der Franzose im Preview-Video, dass er ein neuer Mensch sei, er habe wieder bei 0 angefangen und seine Motivation und Kraft neu entdeckt. Er, der als "Killer" von K-1 gilt, als Mann mit einer immens hohen KO-Quote, nun als verbesserte Version. Die Fans und Veranstalter waren gespannt auf diesen "neuen" Jerome Le Banner, der nun die Welt auf den Kopf stellen würde. Er kam optisch motiviert in die Halle und lieferte sich einen Staredown mit seinem Gegner der bei K-1 in dieser Form seit Jahren nicht mehr zu sehen war. Die Fans meldeten sich lautstark zu Wort und erwarteten einen phänomenalen Kampf.

Der Kampf fing an, ohne Handshake. Le Banner dominierte die ersten beiden Runden, verfolgte seinen Gegner durch den Ring, während dieser den Rückwärtsgang einlegte und selten zu Kontern versuchte, um seine Deckung nicht zu öffnen. Jerome wollte den KO, der ihm jedoch nicht gelang. Wie in seiner Karriere leider oft gesehen, da die Muskeln viel Sauerstoff fordern, hatte in der letzten Runde kaum noch Luft und geriet in große Schwierigkeiten, denn nun drehte Kyotaro auf. Er überlebte die Runde, angeschlagen und stand trotz alledem siegessicher in der Ringmitte, als die Punktentscheidung nach 3 Runden verlesen wurde. Die drei Punktrichter werteten jeweils 1x für Le Banner und 2x auf Unentschieden, was für lautstarke Aufruhr in der Halle sorgte. Die beiden Kommentatoren (Michael Schiavello und Mike Kogan) waren ebenfalls der Meinung, dass ein Unentschieden gerechtfertigt sei. Ray Sefo, der K-1 Superstar, der später als Co-Kommentator dazukam, setzte sich jedoch für Le Banner ein und geriet fast in einen Streit mit seinen Kommentatorenkollegen.

Le Banner selbst war über die Entscheidung der Punktrichter erbost, winkte ab und verließ ohne ein Wort den Ring, und damit ohne die nun anstehende Zusatzrunde zu absolvieren. Kommentatoren, Veranstalter und Fans waren enttäuscht. Le Banner galt bisher als Vorzeigekämpfer von K-1, mit der KO-Bilanz die seinesgleichen sucht, dazu als hochmotivierter und ehrgeiziger Mann - doch diese Handlung war besonders unverständlich.

Später erführ man, dass sich Le Banner im Kampf die Nase gebrochen hatte. Ob dies jedoch der Grund für diese Kurzschlussreaktion war, ist mehr als fraglich. Wahrscheinlicher ist, dass ihm durch die Wut auf die Punktrichter eine Sicherung durchgebrannt ist. Le Banner kommentierte sein Verhalten wie folgt:

"Es ist eine Schande so betrogen zu werden, das war kein Unentschieden. Ich lag klar vorne, wenigstens mit einem Punkt. Das war mehr als unfair!"

Der Battle Cyborg (Quelle: www.lebannerofficial.com)

Das vorzeitige Verlassen des Rings führte dazu, dass Kyotaru durch Disqualifikation gewann und nun dementsprechend den Platz im "Final 8"-Turnier bekommt. Was hat Le Banner dazu verleitet so zu handeln? Seitdem er für K-1 tätig ist, hat er kontroverse Entscheidungen bei sich und anderen Kämpfern gesehen. Wenn man sich auf die Punktrichter verlässt und den Kampf nicht beenden kann, gibt man oft das Ruder aus der eigenen Hand. So sollte man sich nicht wundern, wenn die Punktrichter es anders sehen und eben deshalb ist es nicht nachvollziehbar wieso Le Banner den Kampf praktisch hinschmiss. Nehmen wir einmal Ray Sefo, der selbst viele solcher Entscheidungen über ein oder zwei Extrarunden gehen musste, obwohl er laut Experten vorne lag, sich aber zu keinem Zeitpunkt beschwerte oder gar den Ring verlassen hat. Am gleichen Abend musste auch Peter Aerts mit einer ähnlich kontroversen Entscheidung kämpfen und kam erst durch eine Extrarunde in das "Final 8"-Turnier.

Die Enttäuschung wäre mit Sicherheit nicht so groß gewesen, wenn Le Banner sein Comeback als "neuer Kämpfer" nicht vorher groß angekündigt hätte. So waren die Erwartungen riesig und wurden in keinster Weise erfüllt.

Ob Jerome Le Banner noch einmal bei K-1 zu sehen sein wird, bleibt abzuwarten. Derzeit scheint seine Enttäuschung zu groß zu sein. Dazu verfolgt der Franzose parallel zum Kämpfen auch noch eine Karriere als Schauspieler. So war er zuletzt im Film "Fatal Bazooka" (bei uns als "Fatal" bekannt) zu sehen, der in Frankreich recht erfolgreich war. Desweiteren arbeitet Le Banner derzeit an einem neuen Film namens "Bruc" und man muss sich die Frage stellen, ob er noch das Kämpfen im Kopf hat oder mit diesem Teil seines Leben bereits abgeschlossen hat.

Könnte dieser peinliche Auftritt also tatsächlich der letzte Auftritt des "Battle Cyborg" gewesen sein?

Eure Meinung ist gefragt! Diskutiert diesen Beitrag im Forum oder sagt dem Autor eure Meinung.