Thai/Kickboxen

Titelgewinne für Canaveral-Brüder, Yesil, Kehl, Ghelichkhan, Bolle & Dötschel

Die gut gefüllte Frankfurter Eissporthalle in Frankfurt war am gestrigen Sonntag der Austragungsort für die fünfte Apache Fight Night. Dabei standen gleich sieben Titelkampf nach Version der WKA auf dem Programm bei denen die Lokalmatadoren aus dem Apache Team im Blickpunkt standen. Die Stimmung im Publikum war jedenfalls ausgezeichnet und einem packenden Kampfsportabend stand nichts mehr im Weg.

WKA-WM: Joan Manuel Lique Canaveral vs. Bihes Barakat
Auch zum Schluss sollte es zwischen Joan Manuel Lique Canaveral und Bihes Barakat nochmal hoch her gehen. Bereits in Runde 1 wurde Barakat eiskalt erwischt und musste angezählt werden. Was für ein Auftakt. Auch in Runde 2 kamen die klareren Treffer zunächst von Canaveral. Ab Runde 3 wurde es verbissen. Keiner der Kämpfer wollte auch nur einen Zentimeter im Ring preis geben. Barakat wurde in der vierten und fünften Runde immer besser und konnte auch einige gute Treffer landen. Aber das Blatt, es wollte sich für Barakat nicht mehr wenden lassen. Dies sahen auch die Punktrichter so, die Canaveral mit 50-47, 48-45 und 48-46 in Front sahen. Somit sind beide Canaveral-Brüder amt. Weltmeister der WKA. Besser hätte es zum Abschluß nicht laufen können.
Neuer WKA-Weltmeister - Joan Manuel Lique Canaveral (Foto: Tobias Gerold/www.groundandpound.de)

WKA-WM: Juri Kehl vs. Andy Rögner
Wer jetzt gedacht hatte das dieser Kampf ein Selbstläuft für Kehl werden wird, der wurde von Andy Rögner gleich zu Beginn überrascht. Der Frankfurter zeigte sich hellwach und machte Kehl das Leben schwer. Dieser kassierte auch wegen eines gedrehten Ellenbogens zum Kopf von Rögner einen Minuspunkt, denn diese Technik ist in der WKA nicht erlaubt. Wissentlich das Kehl nach Punkten zurück liegt, wurde dieser auch offensiver. Hier platzierte Rögner eben einen gedrehten Ellenbogen zum Kopf, kassierte aber keinen Minuspunkt dafür. In Runde 3 war zunächst wieder Andy Rögner am Drücker, während Kehl zur Mitte der Runde wieder besser in das Duell fand und das ganze wieder ausgeglichener gestalten konnte. In Runde 4 schlug es dann auch ein und zwar bei Andy Rögner. Der kassierte einen sauberen Ellenbogen von Kehl auf die Stirn worauf sich ein Cut öffnete. Nach kurzer Begutachtung ging es weiter, aber nicht lange. Erneut traf Kehl mit einem Ellenbogen die Stirn von Rögner und jetzt floss das Blut in Strömen, weshalb Ringrichter Goran Filipovic das Duell auch abbrechen musste. Neuer Weltmeister der WKA - Juri "The Brain" Kehl.
Juri Kehl & Team hatten Grund zum freuen (Foto: Tobias Gerold/www.groundandpound.de)

WKA-WM: Taylan Yesil vs. Üsame Bozkurt
Nach verlorenem WM-Kampf in München ging es für Taylan Yesil darum, den Kopf frei zu bekommen um vor den eigenen Fans den Traum vom WM-Gürtel doch noch real werden zu lassen. Entsprechend druckvoll und überlegt startete er dann auch gegen Üsame Bozkurt. Der Kämpfer aus Aalen konnte zwar einen Treffer ins Ziel bringen, das war es dann aber auch schon. Was sich dann in den folgenden 4 Runden entwickelte hatte phasenweise nur wenig mit Kampfsport zu tun. Während Yesil alles daran setzte einen Kampf zu machen, beschränkte sich Bozkurt zunehmenst mehr auf Comedyeinlagen als etwas für den Kampf zu tun. Ein Zustand, der sich bis zum Ende leider nicht ändern sollte. Deshalb gab es auch keine Diskussionen über den einstimmigen Punktsieg für Yesil. Peinlich war es allerdings schon, das Bozkurt so wenig für den Kampf getan hatte.
Endlich Weltmeister der WKA - Taylan Yesil (Foto: Tobias Gerold/www.groundandpound.de)

WKA-WM: Emmanuel Lique Canaveral vs. Talha Yalcin

Weltmeister ist Emmanuel Lique Canaveral und das sollte sich auch am gestrigen Sonntag nicht ändern. Zwar versuchte Yalcin zunächst mit ein paar Offensivaktionen zu Punkten, doch es dauerte nicht lange bist Canaveral das Heft in die Hand nahm. Es roch sogar nach einem vorzeitigen Sieg, da Yalcin gegen Ende der ersten Runde angezählt werden musste. Von da an gab es nur noch die Vorwärtsgang für Canaveral, der Yalcin jetzt deutlich überlegen war. Dieser versuchte die meisten Aktionen abzuklinchen, weshalb man ihn auch locker hätte ermahnen können. Yalcin erweist sich als zäher und unbequemer Gegner der es allerdings nicht schaffte den Weltmeister aus Frankfurt in Bedrängnis zu bringen um auch bei den Punktrichtern einen entsprechenden Eindruck zu hinterlassen. Deshalb gab es hier auch keine Diskussionen als Canaveral zum Punktsieger erklärt wurde.
WM-Titel verteidigt - Emmanuel Lique Canaveral (Foto: Tobias Gerold/www.groundandpound.de)

WKA-EM: Saman Ghelichkhan vs. Markus Kühne
Kurzarbeit für Saman Ghelichkhan hies es gegen Markus Kühne. Der Apache Schützling war von Anfang präsent und attackierte Kühne immer wieder mit schmerzhaften Low-Kicks, während Kühne sich mehr auf das Boxen verlagerte. Dies dauerte allerdings nicht sehr lange, denn bereits in Runde 2 zeigten die Treffer von Ghelichkhan ihre Wirkung und Kühne musste zum ersten Mal angezählt werden. Anstatt das angeschlagene Bein aus dem Fadenkreuz zu nehmen blieb Kühne einfach so stehen und dies nutzte Ghelichkhan gnadenlos aus. Nach einem weiteren Treffer auf den Oberschenkel kam das Aus für Kühne und Saman Ghelichkhan wurde zum neuen Europameister der WKA gekrönt.
Saman Gehlichkhan - im Schnelldurchgang zum Europameister (Foto: Tobias Gerold/www.groundandpound.de)

WKA-DM: Christian Bolle vs. Sunu Buraki
Der erste Titel für das Apache Team sollte hier eingefahren werden. Doch erstens kommt es anderst und zweitens als man denkt. Christian Bolle aus Fulda hielt sehr gut gegen Buraki dagegen und konnte sich mit zunehmender Kampfdauer auch immer besser in Szene setzen. Gegen Ende des Kampfes konnte Bolle aufgrund der besseren Konditionsreserven sich die entscheidenden Vorteile auf den Zetteln der Punktrichter sichern. Diese werteten mit 50-48, 49-48 und 48-46 für den neuen Deutscher Meister der WKA - Christian Bolle.

WKA-DM: Jeremias Dötschel vs. Ufuk Karakus
Kurzfristig musste Jeremias Dötschel (Frankers Fight Team) für seinen verletzten Team-Kollegen im Kampf um die Deutsche Meisterschaft gegen Ufuk Karakus (Team Karakus) einspringen. Nach verhaltenen Beginn wurde der Germersheimer immer stärker und Karakus verlor seine Linie. Der erst 16-jährige Dötschel nahm das Heft in die Hand und Karakus fand kein Mittel dagegen. Im Gegenteil, in Runde 3 wurde es bitte für Karakus. Erst wurde er angezählt und dann kassierte er einen Minuspunkt. In Runde 4 setzte Dötschel weiter nach und erwischte Karakus mit einem sauberen Knie auf die Nase. Der Anfang vom Ende, denn Karakus signalisierte nicht zum ersten Mal seiner Ecke, das bei ihm nichts mehr geht. Völlig überraschend diese Sieg für den jungen Germersheimer Jeremias Dötschel.
Überraschung - Jeremias Dötschel (m. Enriko Kehl) / (Foto: Frankers Fight Team)

Auch die Rahmenkämpfe hatten einige Überraschungen parat. So etwa der Kampf von Denis Liebau (Challenge Club) gegen Nihad Nasufovip (Eva`s Gym). Liebau dominierte seinen Gegenüber zunächst nach belieben. Egal was der Frankfurter zeigte, Nasufovip fand überhaupt keine Mittel. Der Schock dann in Runde 2. Liebau nahm das Tempo etwas raus und wie aus dem heiteren Himmel erwischte Nasufovip ihn mit seiner wohl ersten zwingenden Offensivaktion am Körper. Liebau musste zu Boden und wurde ausgezählt. Wesentlich enger verlief der Kampf von Mourad Ouchen und Timo Seidel. Dieser hatte auch zunächst die Vorteile auf seiner Seite. Doch Ouchen fand immer besser in den Kampf und konnte ihn zusehenst ausgeglichener gestalten. Was sich auch im Urteil der Punktrichter wieder spiegelte die Ouchen mit 2-1 in Front sahen.

Apache Fight Night V
27. Mai 2012
Eissporthalle, Frankfurt

Ergebnisse

WKA-Weltmeisterschaft / K-1 / - 63,5kg / 5x3 min.
Joan-Manuel Lique Canaveral (COL) vs. Bihes Barakat (D) durch Punkte 3-0

WKA-Weltmeisterschaft / Thaiboxen / - 70kg / 5x3 min.
Juri Kehl (D) bes. Andy Rögner (D) durch RSC in Runde 4

WKA-Weltmeisterschaft / Thaiboxen / - 83,5kg / 5x3 min.
Taylan Yesil (D) bes. Üzame Bozkurt (D) durch Punkte 3-0

WKA-Weltmeisterschaft / K-1 / - 67kg / 5x3 min.
Emmanuel Lique Canaveral (COL) bes. Talha Yalcin (D) durch Punkte 3-0

K-1 Superfight / - 90kg / 3x3 min.
Nihad Nasufovip (D) bes. Denis Liebau (D) durch TKO in Runde 2

WKA-Europameisterschaft / K-1 / - 67kg / 5x3 min.
Saman Ghelichkhan (D) bes. Markus Kühne (D) durch TKO in Runde 2

WKA-Deutsche Meisterschaft / K-1 / - 80kg / 5x3 min.
Christian Bolle (D) bes. Sunu Buraki (D) durch Punkte 3-0

K-1 Superfight / - 75kg / 3x3 min.
Mourad Ouchen (D) bes. Timo Seidel (D) durch Punkte 2-1

WKA-Deutsche Meisterschaft / K-1 / - 70kg / 5x3 min.
Jeremias Dötschel (D) bes. Ufuk Karakus (D) durch TKO in Runde 4

K-1 / + 95kg / 3x2 min.
Tomo Malenica (D) bes. Dirk Beckhaus (D) durch Aufgabe in Runde 2

K-1 / - 72kg / 3x2 min.
Panagotis Kokalitsas (D) bes. Olli Rauschert (D) durch TKO in Runde 2