Thai/Kickboxen

„The Lion King is back“

Kamal el Amrani greift wieder an. (Foto: Mike Hans/Groundandpound.de)

Er war eines der Gesichter der Superleague, stand für K-1 MAX im Ring und sammelte Titelgürtel wie kaum ein anderer. Wenn Kamal el Amrani in den Ring stieg, war eines immer garantiert, und zwar ein hochklassiger wie auch spektakulärer Kampf. 2008 hatte sich „The Lion King“ vom aktiven Geschehen zurückgezogen und sich dem Aufbau eigener Talente gewidmet. Öfters tauchten Stimmen auf, wann es denn ein Comeback geben würde. Sie blieben bisher unbeantwortet – bis heute. Denn Kamal el Amrani wird im Oktober in Wien sein Comeback geben. Dafür stand der mehrfache Ex-Weltmeister Groundandpound.de in einem exklusiven Interview Rede und Antwort.

Hallo Kamal, am 26. Oktober wirst du in Wien dein lang erwartetes Comeback als Kämpfer geben. Wie laufen die Vorbereitungen?
Wir haben mit den Vorbereitungen angefangen. Es läuft noch nicht so gut, da ich noch nicht so heiß bin wie kurz vor den Kämpfen. Aber wir arbeiten daran. Auf jeden Fall sieht es ganz gut aus.

Dein Gegner wird Lorand Sachs sein. Wie schätzt du ihn ein?
Lorand ist kein schlechter. Er ist zwar kein Top-Mann, aber man darf ihn nicht unterschätzen. Er boxt stark, geht immer nach vorne und hat keine Angst. Deswegen darf man ihn keinesfalls unterschätzen.

Wo siehst du die Stärken und Schwächen bei Sachs, der ja wie auch wie du ein alter Hase im Kampfsport ist?
Wie gesagt, er boxt viel, geht immer nach vorne und hat eine gute Kondition. Seine Schwäche... (lacht). Ich bin ein guter Kicker und kann ich auf jeden Gegner einstellen. Ich denke, dass ich einen guten Weg finden werde, gegen ihn zu kämpfen.

Machen wir's kurz. Kamal El Amrani schlägt Lorand Sachs, weil...?
Weil ich Jahrzehnte an Erfahrung habe und, wie ich bereits gesagt habe, bin ich ein guter Boxer und Kicker. Ich kann mich sehr gut auf ihn einstellen. Lorand ist auch im gleichen Alter wie ich, was auch besser ist, als wie wenn ich gleich gegen einen jungen und heißen Kämpfer antreten würde. Ich denke mal, ich werde einen super Kampf hinlegen und gewinnen.
Bereitet sich intensiv auf sein Comeback vor. (Foto: Mike Hans/groundandpound.de)
Was hat dich überhaupt dazu bewogen, ein Comeback zu starten?
So wie es bei jedem Kämpfer der Fall ist, der aufgehört hat. Man hat immer so ein Gefühl, dass man noch mal kämpfen bzw. ein Comeback starten will und ganz ehrlich, ich vermisse dieses Ringgefühl und natürlich das Training vor dem Kampf. Die ganzen Vorbereitungen, das vermisse ich und ich will einfach noch mal wissen, was ich drauf habe und ob ich immer noch so fit wie damals bin. Klar hat man seine Wehwehchen, aber ich will nochmal das Gefühl haben, wie es ist, in den Ring zu steigen.

Handelt es sich dabei um ein einmaliges Gastspiel oder sollen auch noch weitere Kämpfe folgen?
Ich mache jetzt erstmal diesen Kampf und dann werde ich sehen, wie es nach dem Kampf mit meiner Gesundheit aussieht. Ob meine Wehwehchen da mitmachen oder nicht. Also den einen oder anderen Kampf würde ich schon ganz gerne noch machen.

Wirst du dabei in deinem alten Gewichtslimit an den Start gehen bzw. welche Gewichtsklasse bevorzugst du denn?
Ich bevorzuge meine alte Gewichtsklasse bis 72 Kilo. Dort bleibe ich auch, weil ich mich in dieser Klasse am wohlsten fühle und dort natürlich auch kämpfen möchte.

Du lebst in Deutschland und hast hier natürlich auch eine Menge Fans. Da stellt sich doch die Frage, wann Kamal El Amrani auch hier wieder in den Ring steigen wird?
Wie vorhin gesagt, ich mache jetzt den einen Kampf in Wien und dann schaue ich mal. Ich bekomme sehr viele Angebote hier in Deutschland und ich würde auch sehr gerne wieder hier kämpfen. Aber mein Comeback mache ich in Wien, weil ich dort schon letztes Jahr hätte kämpfen sollen und den Kampf aber absagen musste.

Warum dort und nicht Deutschland?
Früher war die Superleague dort und der Veranstalter ist auch der gleiche. Das Gefühl, wieder dort zu sein und kämpfen zu können, ist schön. Es werden sehr viele gute Kämpfer dabei sein und deshalb möchte ich dort natürlich auch kämpfen.
Kamal el Amrani geht von einem Sieg aus (Foto: Mike Hans/groundandpound.de)
Verspürst du auch einen gewissen Druck, weil die Erwartungshaltung entsprechend hoch ist?
Das ist schon so. Meinen letzten Kampf hatte ich 2008 bestritten, wo es um die Weltmeisterschaft ging. Das sind jetzt fast sechs Jahre her. Da fragt man sich natürlich schon, wie es wohl sein wird, wenn man wieder in den Ring steigt und ob man auch wieder richtig fit wird. Von daher verspüre ich schon einen gewissen Druck.

Kommen wir mal zu einem anderen Thema. Du hast vor, eine Kampfsportschule zu eröffnen. Wie läuft es damit?
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ich freue mich total, denn am 2. September ist die Eröffnung. Ich hatte bereits 2007 eine Kampfsportschule (damals in Goch) und ich wollte im Anschluss im Raum Oberhausen/Duisburg die nächste Schule eröffnen. Nur hat es sich leider nicht so ergeben. Nun aber ist es endlich so weit und ich freue mich riesig. Ich habe einige Talente in meinem Team, die ich natürlich gerne fördern möchte.

Wie groß ist das Gym bzw. wie viele Leute können hier trainieren?
Es sind ca. 450 qm und ich denke, dass so ca. 100 bis 200 Kämpfer/Schüler hier trainieren können. Die Schule nennt sich „Amrani Palace“, wie es schon 2007 in Goch der Fall war.

Du sagtest gerade, Amrani Palace wird das Gym heißen. Wirst du selber das Training geben oder kommen noch andere Trainer dazu?
Es werden noch einige Trainer hinzukommen, denn wir werden u.a. auch „Kokka“ anbieten – das ist eine SWAT-Verteidigungs-Kampfsport. Dazu kommt natürlich auch das normale Thai- und Kickboxen. Bei 100 Schülern aufwärts ist klar, dass man noch weitere Trainer braucht.
Das neue Amrani Palace ab September in Oberhausen (Foto: Mike Hans/groundandpound.de)
Wo genau findet man dein Gym?
Das findet ihr in Oberhausen in der Saarstraße 2. Die Adresse findet ihr auch auf der Internetseite www.amrani-palace.com. Am 2. September um 18 Uhr werden wir hier ein öffentliches Training geben, damit die Gäste wissen, worum es geht. Alle sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen. Neben dem Training gibt es noch Fingerfood und kühle Getränke.

Zum Abschluss hast du jetzt noch die Möglichkeit, ein paar Worte an die Leser und deine Fans zu richten.
Meine Fans haben mich früher sehr gut unterstützt und ich möchte mich auch dafür bedanken. Ich hoffe, dass meine Fans mich bei meinem Comeback genau so wieder unterstützen werden. Darüber hinaus lade ich auch herzlich dazu ein, mal das Training in meinem neuen Gym zu besuchen. Ich freue mich auf euch.

Kamal, wir danken dir für das Interview und wünschen dir viel Erfolg für dein Comeback.
Sehr gerne. Ich habe zu danken.