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Stoica: „Ich werde nie wieder Motorrad fahren“

Nach dem Unfall: Das Motorrad mit dem Stoica in Bukarest unterwegs war. (Foto: Superkombat.com)

Der amtierende Superkombat-Weltmeister im Cruisergewicht (-91kg), Bogdan Stoica, wurde vor knapp einer Woche Opfer eines Verkehrsunfalls (GnP berichtete). Nun gibt es Positives zu berichten: Der Rumäne wurde aus dem Krankenhaus entlassen, wie die rumänische Organisation soeben mitteilte.

Gestern konnte Stoica aus dem Militärkrankenhaus in Bukarest entlassen werden, mit der ärztlichen Verordnung auf strikte Ruhe. „Einen Monat lang darf sich der 22-Jährige keiner körperlichen Tätigkeit unterziehen“, erklärte der zuständige Arzt. „Einige Wirbel sind in Mitleidenschaft gezogen, so dass nach dieser Ruhephase die Physiotherapie beginnen soll. Bis zu sechs Monaten kann der Genesungsprozess dauern.“

Anhand seines Trainerstabs besteht die Hoffnung derzeit darin, im Dezember wieder in den Ring steigen zu können, schließlich findet dort das große „Superkombat Finale 2012“ statt, wo eine Titelverteidigung von Stoica wünschenswert wäre.

Erlitt lebensgefährliche Verletzungen: Bogdan Stoica. (Foto: Superkombat.com)

Derzeit kämpft der junge Sportler mit Fissuren (feinen Rissen, d. Red.) im unteren Rückenwirbelbereich, ebenso wie im Nacken sowie an den anliegenden Muskeln. Seinem Trainer zufolge waren die Ärzte davon begeistert, wie schnell sich Stoica von den Verletzungen erholt habe, schließlich wären diese für einen „Normalsterblichen“ lebensgefährlich gewesen.

„Alle zwei Stunden stehe ich kurz auf und bewege mich für wenige Minuten“, so Stoica. „Ich kann sagen, dass ich dies als neue Chance ansehe mein Leben zu leben, denn das hätte böse ausgehen können. Mein Dasein wäre zu Ende gewesen.“

GroundandPound befragte Stoica, wie er den Unfall erlebt habe. „Es war schlimm. Ich fuhr mit 50km/h, bis ein Auto eines Kuriers aus einer Parklücke fuhr, ohne sich der Verkehrslage zu vergewissern, Er sah mich im letzten Moment und hat dann gebremst, was es mir unmöglich machte, auszuweichen. Ich habe das Motorrad losgelassen und wurde beim Aufprall über das Dach geschleudert, machte dabei mit Knie und Ellenbogen Kontakt und bin auf den Asphalt geknallt. Ich war noch bei Bewusstsein, für ein paar Minuten – danach war ich Ohnmächtig. Was bis Freitag passiert war, weiß ich nicht, ich kann mich an nichts mehr dazwischen erinnern.“

Auf die Frage hin, wie er mit der Auszeit umgehen werde, antwortete der Superkombat-Champion gegenüber GroundandPound: „Ich werde den ärztlichen Ratschlägen exakt folgen. Meine Genesung wird sich über Monate ziehen, und ich hoffe, es bis zum 8. Dezember zu schaffen. Sollte dies nicht gelingen, bin ich mir sicher, dass ich bei der ersten Gala der Organisation, Anfang nächsten Jahres, wieder in den Ring steigen kann.“

Superkombat-Präsident Eduard Irimia empfahl Stoica, sich vollends auszukurieren, bevor er an ein Comeback denkt: „Er ist jung und will wahrscheinlich so schnell wieder in den Ring, aber er muss mit Intelligenz an die Sache gehen und dafür sorgen, dass er zu 100 Prozent ausgeheilt ist. Unsere Organisation wird sich gedulden und ihm die Zeit geben, so lange es auch dauern wird, damit er topfit wieder für uns antreten kann.“

Daumen hoch vom Krankenbett. (Foto: Superkombat.com)

Der kommende „Superkombat World Grand Prix“ wird am 20. Oktober abgehalten, während am 10. November die „Final Elimination“-Veranstaltung der Organisation stattfinden wird, für die Kämpfer wie Cătălin Moroşanu, Raul Cătinaş oder Benny Adegbuyi qualifiziert sind (GnP berichtete). Das große Finale findet dann am 8. Dezember statt. Die Organisation arbeitet derzeit daran nicht nur, wie gewohnt, auf TV-Sender Eurosport übertragen zu werden, sondern zukünftig auch in den USA.

Stoica konnte den Superkombat-Titel im Cruisergewicht im Mai dieses Jahres in Cluj-Napoca sichern, als er den Kroaten Ivan Stanic besiegte. Der 1990 geborene Kickboxer gilt als eines der größten Talente Rumäniens. Abschließend gab er noch ein Versprechen ab:

„Ich werde nie wieder ein Motorrad fahren.“