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Steven Kitzing im vorletzten Kampf seiner Karriere

Steven Kitzing wird noch zweimal kämpfen. (Foto: Ronny Fröhlich/Groundandpound.de)

Am Samstag kommt es in der Rostocker OSPA Arena zur achten Ausgabe von "Day of the Fight". Eines der Highlights dürfte das Duell zwischen Lokalmatador Steven Kitzing und dem Tschechen Dvořák Lukáš werden. Kitzing wird zum vorletzten Mal für einen Kampf in den Ring steigen, wie er Groundandpound.de kürzlich mitteilte. Wir haben uns mit der "Machine Gun" über die morgige Auseinandersetzung unterhalten.

Groundandpound.de: Du kämpfst in deiner Heimat. Was bedeutet dir das?
Steven Kitzing: Heimkämpfer zu sein - wenn man das denn schon sagen kann - ist immer was Besonderes. Rostock ist seit zwei Jahren meine neue Heimat, ich fühle mich hier angekommen und im GFC sehr gut aufgenommen und betreut. Ich freu mich auf die Unterstützung vor Ort, da auch viele Arbeitskollegen kommen werden.

Du hast deine Fans in den letzten Jahren mit spannenden Kämpfen unterhalten. Jetzt hast du angekündigt, nur noch zweimal in Aktion zu treten. Bleibst du bei dem Vorhaben?
Ja, definitiv werde ich am 7. Dezember den letzten Kampf bestreiten. Ich meine, ich liebe den Sport und das Kämpfen. Deswegen sage niemals nie, aber zurzeit bin ich beruflich und privat komplett ausgelastet und habe viele Abwesenheitstage, sodass ich das Trainingspensum nicht halten kann, um gegen Gegner, mit zum Teil 12 Jahren Altersvorteil und super Vorbereitung mitzuhalten! Da bringt auch Erfahrung und Herz nichts.

Wie schwer wird es für dich, die Handschuhe an den Nagel zu hängen?
Wie angesprochen, ist das eine Vernunftentscheidung. Ich gebe immer alles in den Kämpfen und versuche mich gerade zu machen, nur im Endeffekt sagt niemand mehr „Das war eine gute Schlacht“ oder „Er hat fast gewonnen“. Da zählt nur, dass man schon wieder verloren hat. Da hinterfragt auch niemand, ob ich Zeit zum Trainieren hatte. Ich verdiene kein Geld damit oder muss mich beweisen, weil ich Schüler in mein eigenes Gym locken müsste, sondern ich liebe den Sport, ich bleibe dem Sport treu, trainiere und sparre ja weiter - nur nicht so intensiv. Von daher ist das erst mal kein Problem.

Konntest du für diesen Kampf frei von Verletzungen trainieren?
Die Vorbereitung gestaltet sich wie angesprochen schwierig. Ich habe das Beste daraus gemacht und wie sagte ein guter Kämpfer mal: „Wer verletzungsfrei in einen Kampf geht, der hat sich nicht richtig vorbereitet.“

Was weißt du über deinen Gegner Dvořák Lukáš aus Tschechien?
Ach so heißt der (lacht). Ganz ehrlich, der Gegner stand spät fest. Ich bereite mich eigentlich immer gleich vor, nicht spezifisch auf einen Gegner, es sei denn, er ist mal wieder zwei Meter groß. Über ihn weiß ich gar nichts, nicht mal wie er aussieht! Ich verlasse mich stets auf meinen Trainer und der sagte, wir passen gut zusammen. Das reicht mir.

Wie lange hast du dich auf den Kampf vorbereitet und wo hast du trainiert?
Ich trainiere jetzt ungefähr sieben Wochen darauf hin. Ich bin in der Woche eben viel unterwegs und habe mich viel alleine vorbereitet beziehungsweise Arbeitskollegen zu Trainingspartnern ausgebildet in den letzten Jahren. An den Wochenenden war ich natürlich komplett im Gym. Ich kämpfe das erste Mal unter 85 kg. Ich fühle mich gut und irgendwie schneller. Ich freue mich auf den Kampf und werde alles geben!

Steven Kitzing steigt am Samstag in Rostock in den Ring. (Foto: Nazariy Kryvosheyev/Groundandpound.de)

Mit welchem Kampfverlauf rechnest du?
Das ist ja immer schlecht vorauszusagen. Ich will den Kampf genießen und Spaß haben - und gewinnen.

Du wirst deine Fans im Rücken haben. Wie wichtig ist das?
Ich finde, dass immer ein gewisser Druck besteht, wenn du Kämpfe in der Heimat absolvierst. Die Leute haben einfach eine gewisse Erwartung! Aber natürlich gibt das einem auch zusätzlichen Antrieb. Und ich freue mich auf den Kampf vor der Rostocker Kulisse!

Was würde dir ein Sieg bei Day Of The Fight bedeuten?
Zu Siegen ist immer ein tolles Gefühl und die Belohnung für die lange Schinderei. Zu Hause ist es natürlich doppelt schön, den Arm zu heben. Aber ich bin Sportsmann durch und durch, mir ist es wichtig zu zeigen, was das für ein toller, fairer Sport ist und wenn ich mich drei harte Runden gequält habe, wir uns einen tollen Kampf geliefert haben und das Publikum begeistert ist, dann ist mir das Ergebnis nicht so wichtig!

Wie willst du den Kampf beenden?
Das entscheidet der Kampfverlauf. Mal schauen, welche Gelegenheit sich bietet.

Erzähle uns über die Pläne deines letzten Kampfes.
Am 7. Dezember werde ich in meiner Geburtsstadt Dessau auf der 2. Dessauer Boxnacht zur Titelverteidigung des IDM antreten. Das bedeutet mir viel, denn dort habe ich im PSV 90 Dessau das erste Mal mit 16 Jahren Boxhandschuhe angezogen und ziehe sie dort wieder aus sozusagen. Das Dessauer Publikum ist super sportbegeistert und ich war letztes Jahr mit 350 Unterstützern im Block da. Ich denke, dass die Stimmung noch mal ziemlich toll sein wird! Leider hat Dominique Stetefeld abgesagt, sodass wir gerade einen neuen Gegner suchen! Aber es wird eine super würdige Verabschiedung denke ich.

Wie geht es nach deiner aktiven Karriere weiter?
Wie angedeutet, habe ich viele Tage, die ich beruflich bedingt nicht in Rostock bin. Die freien Tage werde ich mich mit Haus, Hund und Garten beschäftigen. Natürlich auch mit Frau und Familie die gerade die letzten drei Jahre in der heißen Phase des Sportes zu kurz gekommen sind! Ich werde dem Sport treu bleiben und meine Teammitglieder in der Vorbereitung unterstützen. Natürlich werde ich die eine oder andere Veranstaltung besuchen! Und wer weiß, vielleicht sieht man sich in zwei bis drei Jahren doch noch mal im Ring.

Möchtest du abschließend noch etwas sagen?
Ich bedanke mich bei allen, die mich unterstützen, egal in welcher Art. Meinem GFC- Team. Meiner Familie. Bei meinem Sponsor "Pro Violence" und allen, die diesen "Lifestyle" rund ums Kämpfen so toll machen, wie Veranstalter, Pro-Kampfsport gesinnte Medien, Fans und Kämpfer! Sport frei!