Thai/Kickboxen

Spong schlägt Bonjasky K.o.

Es war ein riesiges Spektakel - das Debüt von Glory am Samstagabend in der Londoner ExCel Arena. Vielleicht war es sogar der beste Event, den Glory bisher auf die Beine gestellt hatte. Zwar blieb das Sterben der Favoriten aus, dennoch gab es spannende wie auch spektakuläre Kämpfe zu sehen.

"London is a great city and i am gonna kick some ass" so die Worte von Remy "The Flying Gentleman" Bonjasky vor dem Hauptkampf gegen "King of the RIng" Tyrone Spong, welcher vom ehem. UFC-Champion Rashad Evans zum Ring begleitet wurde. Spong übernahm dann auch gleich die Initiative im Ring und drängte Bonjasky in die Defensive. Dieser wirkte zu verhalten und passiv, wie es eben auch schon beim Glory 4 Event in Tokyo der Fall war. Die erste Runde war weg und hier musste etwas passieren. Und es passierte auch etwas, aber nicht so, wie Bonjasky sich es vorgestellt hatte. Spong erwischte nach gut zwei Minuten der zweiten Runde seinen Gegenüber mit einer harten rechten Faust und schlug ihn damit K.o.. Ob dies der letzte Kampf von Remy Bonjasky war, lässt sich natürlich noch nicht sagen. Dies soll natürlich auch nicht heißen das er schlecht war. Wenn zwei Top-Schwergewichtler wie die beiden es sind aufeinandertreffen, dann kann ein solcher Ausgang natürlich passieren. Tyrone Spong untermauerte mit diesem Sieg seine derzeit glänzende Form.

"Hotstepper" Jordan Watson traf im Co-Main Event auf den Australier Steve "Stone Cold" Moxon. Watson, der Kämpfer aus Leeds, fand zunächst besser in den Kampf und gewann die erste Runde auch dank der besseren Raumaufteilung und dem variablerem Kampfstil. Runde zwei war dann schon wesentlich ausgeglichener und auch schwerer zu werten, da beide Kämpfer gute Aktionen zeigten., wobei Watson hier die Mehrzahl an Treffern für sich verbuchen konnte. Moxon wusste, dass er in der dritten und letzten Runde einen K.o. brauchen würde und versuchte auch entsprechend alles in die Waagschale zu werfen. Doch was er auch versuchte, Watson setzte den Konter. Somit gab es dann nach Ablauf der drei Runden einen einstimmigen Punktsieg für Jordan Watson.

World Max Champion Albert Kraus kam in seinem Kampf gegen Warren Stevelmans mit einem Trauerflor zum Ring als Zeichens des Respekts für den kürzlich verstorbenen Ramon Dekkers. Kraus versuchte auch sogleich das Geschehen im Ring zu bestimmen und punktete mit guten Faustkombinationen. Dasselbe dachte sich Warren Stevelmans, der mit Kicks versuchte die Punktrichter von sich zu überzeugen. Allerdings fand Stevelmans nicht das richtige Mittel gegen den permanenten Druck von Albert Kraus. Zwar verkaufte sich der Südafrikaner keineswegs schlecht, aber es fehlten dann doch die entscheidenden Aktionen die Kraus hätten in Bedrängnis bringen können. So gab es nach Ablauf der drei Runden einen einstimmigen wie auch verdienten Punktsieg für Albert Kraus.

Muay Thai oder K-1, für Steve Wakeling spielte das in seiner Heimat im Kampf gegen US-Boy Eddie Walker keine Rolle. Der Engländer zeigte eine mehr als dominante Vorstellung gegen den Road-to-Glory-Finalisten. Fast mit seinen Kicks alleine bestimmte Wakeling das Duell im Ring. Diese stellten Walker dann auch mit zunehmender Kampfdauer vor große Probleme. Dass Walker die Erfahrung fehlte, merkte man nach dem ersten Niederschlag durch einen Low-Kick. Anstatt das schon stark angeschlagene Bein etwas zu schonen und die Auslage zu wechseln, blieb dieser dabei und spielte Wakeling damit voll in die Karten. Nach 1:38 und dem dritten Niederschlag durch einen Low-Kick war der sprichwörtliche Drops gelutscht und Steve Wakeling konnte einen weiteren K.o.-Sieg feiern.

Eine glänzende und bärenstarke Performance zeigte Danyo "Dibuba" Ilunga in seinem Kampf gegen den Franzosen Stephane Susperregui. Zwar konnte dieser zunächst ein paar Treffer landen, doch dann zog Ilunga das Tempo an. Er traf Susperregui mit starken Faustkombinationen und zog auch immer mehr das Knie hinterher. Schon gegen Ende der ersten Runde wackelte der Franzose ganz gewaltig und konnte sich durch den Gong in die Pause retten. Danyo Ilunga begann die zweite Runde da, wo er die erste aufgehört hatte. Er setzte Susperregui weiter unter Druck und beendete mit einem brachialen Knie zum Kopf des Franzosen das Duell. Ein überzeugender Sieg, welcher Ilunga auch den Herausfordererstatus bei Glory in der 95kg Klasse einbrachte.

Dustin Jacoby gewann das Road to Glory Tournament in den USA. Da stellt sich die Frage im Kampf gegen Michael Duut, was dessen drei Siege wert waren? Genau - rein gar nichts. Duut schaute sich Jacoby in Ruhe an, kassierte dabei auch ein paar Treffer, diese brachten ihn allerdings nicht aus der Ruhe. Duut schickte ihn nach der Hälfte der ersten Runde zu Boden. Die Deckung ließ der US-Amerikaner noch immer offen und kassierte nur Sekunden später den zweiten Niederschlag. Ein Szenario, welches sich in Runde eins noch einmal wiederholte und womit Duut dann auch zum Sieger durch K.o. gekürt wurde.

In der kürzesten Kampfdauer des Abends erledigte "Jaguar" Mosab Amrani seinen Job gegen "Hitman" Liam Harrison. Bereits in Runde eins konnte Amrani Harrison mit schnellen Händen unter Druck setzen. Nach 70 Sekunden erwischte er den Briten mit einem harten Treffer zur Leber und schickte ihn damit vorzeitig in den Ringstaub. Rums - ein Ausgang, mit dem man im Vorfeld so nicht rechnen konnte.

Im Schwergewichtsduell zwischen Daniel Sam aus dem Mike`s Gym und Sing Jaideep vom Team SuperPro, untermauerte Sam deutlich, dass er nicht gewillt war, den Ring als Verlierer zu verlassen. Bereits in Runde eins schickte er Singh zu Boden. Dieser wollte sich nicht einmal richtig anzählen lassen, nur um danach weitere Treffer zu kassieren. Einen vorzeitigen Sieg verpasste Sam bei aller Dominanz trotzdem, weshalb es „nur“ ein Punktsieg wurde. Das hätte der Holländer auch einfacher haben können.

Ein intensives wie auch spannendes Gefecht gab es zwischen Johann Fauveau und Constantin Pasniciuc. Fauveau ist bekannt für seinen eher unbequemen Kampfstil und seinen großen Kampfeswillen. Diesen brauchte es dann auch gegen Pasniciuc, der nach abgegebener Runde eins immer besser in den Kampf fand. Je länger der Kampf dauerte, desto enger wurde er auch - allerdings nicht für die Punktrichter. Diese sahen Johann Fauveau nach drei Runden einstimmig in Front.

Einen gelungenen Auftakt für die Engländer gab es im Eröffnungskampf des Hauptprogramms. Reece McAllister zeigte eine starke Performance gegen Tim Thomas. Mit seinen Kicks bestimmte McAllister den Kampf und stellte Thomas immer wieder vor Probleme. Dieser fand kein Rezept um McAllister entgegenzuwirken, womit der verdiente Punktsieg auch an Reece McAllister ging.

In der sogenannten Under-Card gab keinen vorzeitigen Sieg. Als erstes siegte Boris Uhlik nach Punkten gegen Fraser Weightmann. Mit demselben Ergebnis siegte Kerrith Bhella Sam Omomogbe. Chad Sugden ließ Sam Wilson ebenfalls keine Chance und holte sich den Punktsieg. Marlon Hunt (gegen Andrei Manzolo) und Jonathan Oliveira (gegen Nicola Gallo) sicherten sich ebenfalls ihre Siege durch Punktentscheid.
Glory 5

Glory 5
23. März 2013
ExCel Arena, London

Tyrone Spong bes. Remy Bonjasky via K.o. nach 2:02 in Runde 2
Jordan Watson bes. Steve Moxon nach Punkten (3:0)
Albert Kraus bes. Warren Stevelmans nach Punkten (3:0)
Steve Wakeling bes. Eddie Walker via K.o. nach 1:38 in Runde 2
Danyo Ilunga bes. Stephane Susperregui via K.o. nach 0:21 in Runde 2
Michael Duut bes. Dustin Jacobuy via K.o. nach 2:25 in Runde 1
Mosab Amrani bes. Liam Harrison via K.o. nach 1:13 in Runde 1
Daniel Sam bes. Jaideep Sing nach Punkten (3:0)
Johann Fauveau bes. Constantin Pasniciuc nach Punkten (3:0)
Reece McAllister bes. Tim Thomas nach Punkten (3:0)
Jonatan Oliveira bes. Nicola Gallo nach Punkten (3:0)
Marlon Hunt bes. Andrei Manzolo nach Punkten
Chad Sugden bes. Sam Wilson nach Punkten
Kerrith Bhella bes. Sam Omomogbe nach Punkten
Boris Uhlik bes. Fraser Weightman nach Punkten