Thai/Kickboxen

Solaya und Uslu holen sich WLF-WM Titel

Day of Destruction 8 war ein voller Erfolg.

Der Day of Destruction VIII von Promoter Ralf Stege ist Geschichte. In der Wandsbeker Sporthalle standen nicht nur drei Titel auf dem Spiel, es gab auch ein weiteres packendes Länderduell zwischen Deutschland und China.

WLF-Weltmeisterschaft / Tournament
Im ersten Halbfinale kam es zum Re-Match zwischen Dima Weimer (Xite Fighting) und Zhang Dezheng (WLF). Hier galt es noch etwas gerade zu rücken. Im Vorjahr hatte Weimer nicht unumstritten nach Punkten verloren und deshalb wollte der Hamburger auch die Revanche. Die bekam er und er nutzte seine Möglichkeit mit einem aggressiven Kampfstil, womit er sich die Vorteile bei den Punktrichtern sicherte. Auch wenn Dezheng noch immer brandgefährlich blieb, gegen Weimer hatte er das Nachsehen.

Im zweiten Halbfinale sollte es die erste Überraschung geben. Daniel Solaja (Amrani Palace) hatte nach der verletzungsbedingten Absage von Akim Chayem aus Frankreich die Zusage zum Tournament gegeben. Gegen Arthur Jashkul (Mejiro Gym) brillierte der Oberhausener mit knallharten Low-Kicks und diese sollten auch ihre Wirkung nicht verfehlen. Gleich dreimal musste Jashkul angezählt werden. Solaja ging kein Risiko mehr ein und holte sich den verdienten Punktsieg.

Zum Finale sollte es dann allerdings leider nicht mehr ankommen. Dima Weimer hatte noch Probleme mit dem erlittenen Cut aus dem Halbfinale und Zhang Dezheng hatte noch zwei angeknackste Rippen sowie eine Sehnenverletzung im rechten Arm. Daher hatte sich Daniel Solaja mit nur einem Sieg sich den WM-Gürtel von Wulinfeng gesichert. Doch bereits schon um Juni wird er ihn womöglich wieder auf`s Spiel setzen müssen, und zwar gegen Dima Weimer, wie uns Ralf Stege im Abschlussinterview verriet.

WLF-Weltmeisterschaft: Meryem Uslu vs. Yang Yang
Fast 4kg zuviel brachte die Chinesin Yang Yang auf die Waage. Dennoch wollte Meryem Uslu diesen Kampf bestreiten, zumal es ja vor den eigenen Fans war. Gemäß den Regeln der WLF bekam Yang Yang dann auch zwei Punkte bei jedem der Punktrichter abgezogen. Entsprechend kompromisslos ging diese dann auch in den Kampf wobei einige Aktionen nicht wirklich viel mit Sport zu tun hatten.

Mit harten Schwingern, wovon auch einige mit der Innenhand geschlagen wurden, versuchte sie Uslu zu beeindrucken. Die Hamburgerin hatte durch den unkonventionellen und teilweise auch unsauberen Kampfstil nur wenig Möglichkeiten, ihre technischen Fähigkeiten entsprechend in Szene zu setzen. Dennoch war es deutlich zu spüren, dass sie den WM-Gürtel unbedingt nach Hamburg holen wollte. Dies Vorhaben sollte ihr mit einer großen Kraft- und Energieleistung auch gelingen. Nach Punkten gewann sie das Duell mit Yang Yang und wurde zur neuen Weltmeisterin gekürt.

WFCA-Europameisterschaft: Tatar vs. Toprak
Zwei Hamburger im Kampf um die Europameisterschaft, die Paarung zwischen Taner Tatar (Alster Gym) und Deniz Toprak (Thai Attack) versprach Spannung pur. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Tatar bestimmte von Beginn an das Geschehen im Ring. Mit seinen Vorteilen in der Reichweite sammelte vom ersten Gong an die Punkte. Immer wieder konnte er seine Kicks in`s Ziel bringen. Toprak fand nicht die richtigen Mittel, um die Distanz zu überbrücken und näher an Tatar heranzukommen. Die Taktik von Taner Tatar und seiner Ecke - sie ging perfekt auf, weshalb er auch folgerichtig zum neuen Europameister der WFCA gekrönt wurde.

"Endlich wieder ballern", so die Worte von Olli "The Bomb" Koch, der bei seinem Comeback auf den „Mönch“ Yie Long traf. Dieser betrat in der entsprechenden Mönchskleidung den Ring und zeigte zunächst harte Kicks. Allerdings lies er verdächtig seine Deckung hängen und das war natürlich die passende Einladung für Olli Koch. Die Möglichkeiten waren da, aber was auch immer Koch abfeuerte, Long hatte die Antwort. Auch wenn Koch eine längere Pause hinter sich hatte und Verletzungen ihn immer wieder einen Strich durch die Rechnung machten, abschreiben sollte man ihn trotz der Punktniederlage gegen Yie Long nicht.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung gab es zwei Niederlagen für das Deutsche Team - kein idealer Einstieg in den Abend. Nach längerer Verletzungspause stieg Felix Minners (Alster Gym) gegen Liu Xiangming (WLF) in den Ring. So recht in den Kampf sollte Minners aber nicht finden, weil Xiangming auf fast alles eine Antwort hatte und somit sich auch den einstimmigen Punktsieg sicherte. Auch für Johann Dederer (Team Day of Destruction) sollte es nicht wirklich besser verlaufen. In Runde zwei beendete Wei Rui (WLF) den Kampf und schickte den Bremer zu Boden.

Dafür sollte es sich das Blatt in den beiden folgenden Kämpfen wieder ändern. Zunächst holte sich Kim-Robin Leinz (Kickbox-Team Thürkau) einen klaren Punktsieg über Hu Yafaei (WLF). Leinz war von Anfang an hellwach und der aktivere Kämpfer im Ring, womit es auch den Punktsieg durch die Kampfrichter gab. Die Aufholjagd war gestartet und Maurice Lohner (Alster Gym) sollte sie weiter fortsetzen. Gegen Li Zakai (WLF) erwischte der Schützling von Axel Bösselmann einen guten Tag, setzte die klareren Treffer und konnte Zikai somit besiegen.

"TNT" - der Name war Programm beim Kampf von Kevin Burmester. Dieser bestimmte zunächst durch seinen variablen Kampfstil das Geschehen im Ring. Lei konnte zwar in Runde zwei besser in den Kampf finden, aber noch lagen die Vorteile beim Hamburger. Lediglich in Runde drei konnte der Chinese die klareren Treffer in das Ziel bringen - für die Punktrichter war es zu wenig, denn diese hatten Burmester in Front.

Wie auch schon Felix Minners, so erwischte auch dessen Bruder Tim einen schlechten Abend in Hamburg. Gegen Tie Yinghua war es lange Zeit ein enger Kampf, doch fehlte dem Lokalmatadoren zum Schluss ein paar Körner, um den nötigen Sieg einzufahren. Spektakulär sollte der Kampf von Florian Kröger (Alster Gym) und Liu Dacheng enden. Nach drei äußerst engen Runden waren sich auch die Punktrichter nicht einig und es ging in die Verlängerungsrunde. Doch nur wenige Sekunden, nachdem diese begann, traf Dacheng mit einem Knie Kröger am Kopf und es bildete sich ein heftiger Cut, der auch gleichzeitig das Ende des Kampfes bedeutete. Ein Sieg für Kröger wäre hier durchaus möglich gewesen.

Eines ist klar, die neunte Ausgabe des Day of Destruction muss kommen. Auch wenn die Erwartungen der Zuschauer gerade nach dem jüngsten Event, nicht weniger werden dürften.

Die Videointerviews mit den Kämpferin sind anbei zu finden: http://www.groundandpound.de/allgemein/interviews/news/day-of-destruction-8-die-interviews/

Day of Destruction VIII
10. Mai 2014
Wandsbeker Sporthalle, Hamburg

K-1-Turnier Finale / Weltmeisterschaft WLF
Danijel Solaja siegte kampflos

Kickboxen Europameisterschaft  WFCA / 76,2 Kilo
Taner Tatar bes. Deniz Toprak nach Punkten 3-0

Kevin Burmester bes. Xie Lei nach Punkten
Liu Dacheng bes. Florian Kröger via K.o. in Runde 4 (Extr. Runde)
Yie "The Monk" Long bes. Olli Koch nach Punkten 3-0
Tie Yinghua bes. Tom Minners nach Punkten 3-0

K-1 Weltmeisterschaft WLF / 56 Kilo
Meryem Uslu bes. Yang Yang nach Punkten 3-0

K-1-Turnier Halbfinale
Danijel Solaja bes. Arthur Jaschkul via T.K.o. in Runde 3
Dima Weimer bes. Zhang Dezheng nach Punkten 3-0

Kim Robin Leinz bes. Hu Yafal geteilt nach Punkten 2-1
Maurice Lohner bes. Li Zikai nach Punkten 3-0
Wie Rui bes. Johann Dederer via K.o. in Runde 2
Liu Xiangming bes. Felix Minners nach Punkten 3-0