Thai/Kickboxen

Priest West holt WM-Titel

Die Messlatte die sich das Team der Thaibombs aus Mannheim im vergangenen Jahr gelegt hatte war hoch. Doch am Samstag konnte man noch einen draufsetzen und punktete mit einer vollbesetzten MWS-Halle sowie einer sehr spannenden Fight-Card.

IKBF-WM Titelkampf
"Mein Stadt" - das war der Entrance-Song von Lokalmatador Tyrone Priest West. Die Halle stand komplett als der Lokalmatador sich auf dem Weg zum Ring machte, Gänsehautfeeling machte sich breit. Es sollten 5 harte Runden werden denn mit Eldad Levin (MMA-Team, Israel) stand WPMF-Weltmeister sowie Vize-Weltmeister der IFMA-WM gegenüber. Priest West holte sich die ersten beiden Runden weil er variabler in seinem Kampfstil war und gute Akzente aus seiner Deckung heraus setzte. In Runde 3 fand Levin besser in den Kampf und konnte dies auch ausgeglichener gestalten. Allerdings war es nur von kurzer Dauer, denn in den Runde 4 und 5 hatte Priest West wieder das Heft in der Hand. Der Wille von Levin war geknackt und dies spiegelte sich auch auf den Zetteln der Punktrichter wieder. 50-47, 50-46 und 50-45 das einstimmige Ergebnis für den neuen Weltmeister nach Version der IKBF - Tyrone Priest West.

Schwergewichts Tournament
Lokalmatador James Phillips (Thaibombs) machte sich im ersten Halbfinale gegen Edin Latic (Fight Club Gebhard) auf, den Grundstein für den Gesamtsieg zu legen. War der Mannheimer zunächste eher etwas verhaltener, konnte er sich mit zunehmender Kampfdauer die Vorteile im Ring sichern, auch wenn er hin und wieder mal seine Deckung hängen lies. Latic erwies sich als zäher Gegner, der konditionell aber Phillips nicht das Wasser reichen konnte. Dieser tat das was nötig war um ins Finale einzuziehen und sicherte sich einen einstimmigen Punktsieg.
Michail Tutjerev (Maximus Promotion) gegen Vannie Fae (Be Cool Gym) lautete das zweite Halbfinale. Gleich zu Beginn machte Tutjerev deutlich wer der Herr im Ring ist. Der Russe traf immer wieder mit schönen Boxkombinationen und schüttelte Fae kräftig durch. Nur der nicht so ganz vorhandenen Schlagkraft von Tutjerev war es zu verdanken, das Fae über die vollen Runden kam. Ein vorzeitiges Ende wäre sonst sehr wahrscheinlich gewesen. Der Punktsieg für Tutjerev war somit in trockenen Tüchern.
Ein andere James Phillips im Finale gegen Michail Tutjerev. Der Lokalmatador nahm gleich zu Beginn das Heft in die Hand und konnte Tutjerev gegen Ende der ersten Runde auf die Bretter schicken. Dieser erholte sich allerdings wieder nur um mit dem Rundengong den nächsten Niederschlag zu kassieren. Wer jetzt dachte das der Drops gelutscht sei, der wurde von Tutjerev überrascht. Dieser gab nicht klein bei und machte Phillips das Leben schwer, konnte ihn aber im Verlauf der beiden noch bleibenden Runden nicht entscheidend treffen. Einstimmiger Punktsieg und damit Tournament-Sieg für James Phillips.

Mittelgewichts Tournament
Im ersten Halbfinale trafen WFC-Europameister Patrick Djanang (Team RM Tiger) und ISKA-Weltmeister Tevfik Sucu (Tempel Fightschool) aufeinander. Leider verschlief Sucu bereits die erste Runde. Auch in Runde zwei stellte er Djanang immer wieder, brauchte aber zu lange um Akzente zu setzen. Lediglich in Runde 3 war der Darmstädter dann endlich aktiver – zum Punktsieg sollte es aber nicht reichen.
Das zweite Halbfinale bestritten der junge Kölner Deniz Ilbay (G.I.Sports) und Gregore Smole (Slowenien). Smole bestimmtes das Duell im Ring, musste sich aber immer wieder in Acht nehmen wenn Ilbay mit den Fäussten explodierte. Auch wenn es nicht zum Sieg gereicht hatte für Ilbay, so steht dem jungen Kölner die Zukunft offen.
Das Finale zwischen Djanang und Smole war dann auch der letzte Kampf der Veranstaltung. Der unkonventionell kämpfende Djanang konnte sich hier mit den deutlicheren Treffern einen nicht unverdienten Punktsieg gegen Gregore Smole holen und damit das Tournament im Mittelgewicht für sich entscheiden. Allerdings wurden hier Alex Schmitt (Boxgymnasium) und Daniel Köhler (Cha Na Nork) scherzlich vermisst. Beide konnten aufgrund einer Verletzung leider nicht antreten.

Lange musste man auf den ersten KO warten, aber der hatte sich gelohnt. Im Duell von Berat "The Crocodile" Aliu und Omar Amrani teilten beide zunächst gut aus. Dann, wie aus heiterem Himmel schoss Amrani Aliu mit einem linken Kick zum Kopf ab und schickte ihn ins Land der Träume. Zwar war Aliu kurze Zeit später wieder voll da, beim anzählen war er kampfunfähig und daher beendete der Ringrichter dieses Duell.
Leo Zulic (Mujoken Ki Dojo) lieferte sich gegen Mirko Vorkapic (Scorpions Gym) einen technisch sehr starken Kampf. Der Schützling von Uwe Göbkes zeigte sich gut erholt vom German Kings Cup Finale. Fast wie Duracell-Hase lies Zulic in den 3 Runden seine Aktionen folgen. Zwar mag Vorkapic die etwas härteren Treffer gesetzt haben, die Mehrzahl davon kamen klar von Zulic der mit 2-1 Punktrichterstimmen das Duell für sich entscheiden konnte. Lokalmatador Deniz Dogan (Thaibombs) konnte sich mit einer 2-1 Entscheidung gegen Harry Pauls (Joes Gym) durchsetzen - eine enge und nicht unumstrittene Entscheidung der ansonsten sehr gut und fehlerfrei agierenden Kampfrichter.

Von 19 Kämpfen gingen gerade mal 2 Kämpfe nicht über die Distanz, was einiges über die Qualität der Duelle aussagt.

Fight-Night Mannheim Round V
"Bring out the Beast"
15. Oktober 2011
MWS Halle, Mannheim

Ergebnisse

Muaythai / - 63,5kg / 3x2 min.
Juri Statkewitch (Nubia Sports) bes. Dominik Bauer (Banzai) durch Punkte 2-1

Muaythai / - 75kg / 3x2 min.
Till Vick (Martial Arts Academy) bes. Benjamin Schumacher (Banzai) durch Punkte 3-0

Muaythai / - 63,5kg / 3x2 min.
Sabine Kern (Thaibombs) bes. Natascha Bader (Muaythai Gym) durch Punkte 3-0

Muaythai / - 100kg / 3x2 min.
Mohammed El Karzazi (Eragon Gym) vs Timo Rohrschneider (Banzai) unentschieden

Muaythai / - 82,5kg / 3x2 min.
Alexander Plättner (Diamond Gym) bes. Phillip Michailski (Black Scorpions) durch Punkte 3-0

Muaythai / - 75kg / 5x2 min.
Ulvi Erden-Ilgen (Banzai) bes. Andreas Aschebrenner (Thaibombs) durch Punkte 3-0

Muaythai / - 72,5kg / 5x2 min.
Timo Seidel (Nubia Sports) bes. Marco Henschke (Thaibombs) durch Punkte 2-0

Schwergewichts Tournament / Semi-Finals
K-1 Rules / - 95kg / 3x3 min. + 1 Extra Round
James Phillips (Thaibombs) bes. Edin Latic (Fight Club Gebhard) durch Punkte 3-0
Michail Tutjerev (Maximus Promotion) bes. Vannie Fae (Be Cool Gym) durch Punkte 3-0

Muaythai / - 82,5kg / 5x2 min.
Dimitri Tsituridis (Cha Na Nork) bes. Sven Amend (Sidekicks) durch DSC in Runde 1

Mittelgewichts Tournament / Semi-Finals
K-1 Rules / - 75kg / 3x3 min. + 1 Extra Round
Patrick Djanang (Team RM Tiger) bes. Tefvik Sucu (Tempel Fightschool) durch Punkte 3-0
Gregore Smole (No Fear Gym) bes. Deniz Ilbay (G.I.Sports) durch Punkte 3-0

Muaythai / - 61kg / 5x2 min.
Julian Täubert (Thaibombs) bes. Christoph Ritz (Diamond Gym) durch Punkte 3-0

K-1 / - 72,5kg / 3x3 min.
Deniz Dogan (Thaibombs) bes. Harry Pauls (Joes Gym) durch Punkte 2-1

K-1 / - 75kg / 3x3 min.
Omar Amrani (Tempel Fightschool) bes. Berat Aliu (Team Aliu) durch RSC in Runde 1

K-1 / - 70kg / 3x3 min.
Leo Zulic (Mujoken Ki Dojo) bes. Mirk Vorkapic (Scorpions Gym) durch Punkte 2-1

IKBF-Weltmeisterschaft / - 82,5kg / 5x3 min.
Tyrone Priest West (Thaibombs) bes. Eldad Levy (MMA-Team) durch Punkte 3-0

Schwergewichts Tournament / Finale
K-1 Rules / - 95kg / 3x3 min. + 2 Extra Rounds
James Phillips (Thaibombs) bes. Michail Tutjerev (Maximus Promotion) durch Punkte 3-0

Mittelgewichts Tournament / Finale
K-1 Rules / - 75kg / 3x3 min. + 2 Extra Rounds
Patrick Djanand (Team RM Tiger) bes. Gregore Smole (No Fear Gym) durch Punkte 3-0