Thai/Kickboxen

Phillips und Aschenbrenner holen WM-Titel

2. Rhein-Neckar Fight Night

Gleich vier Titel, u.a. mit dem Comeback von James Phillips, dazu ein Länderkampf Deutschland vs. Italien und eine Reihe von Prestigekämpfen standen bei der 2. Rhein-Neckar Fight Night in Ludwigshafen auf dem Programm, und dabei ging es um viel.

IKBO-WM: Phillips vs. Hasanagic
Es waren genau 888 Tage, in denen der Mannheimer James Phillips nicht mehr im Ring gestanden hatte. Mit WKU&WKA-Doppeltweltmeister Almedin Hasanagic aus Bosnien galt es auch noch eine harte Nuss zu knacken. Bei einer solch langen Ringabstinenz stellt sich auch häufig die Frage, wie lange ein Kämpfer braucht um wieder das Gefühl für den Ring zu bekommen? Nun, bei Phillips hatte es nicht den Anschein gehabt, als wäre er wirklich weg gewesen. In der ersten Runde studierten sich beide Kämpfer, doch war es hier der ehem. K-1 Veteran, welcher die klareren Aktionen setzte. In Runde zwei fand ein genau getimter Kick von Phillips zum Kopf von Hasanagic sein Ziel und lies den Bosnier schwer getroffen zu Boden sinken. Von diesem Niederschlag konnte sich der Doppel-Weltmeister nicht mehr erholen und das Comeback von James Phillips endete mit dem Gewinn des IKBO-WM Titels äußerst erfolgreich. Nicht nur das er gewonnen hatte, sondern auch die Art und Weise wie er in den Kampf ging waren die Ausschlaggebenden Faktoren für diesen Erfolg. Obwohl dieser so nicht zu erwarten war.

IKBO-WM: Aschenbrenner vs. Manda
Zwei Kämpfer mit der nahezu selben Größe und Statur – da war ein enger und nervenaufreibender Kampf vorprogrammiert. Aschenbrenner, als gefeierter Lokalmatador, versuchte sogleich auch mit Lowkicks und Boxkombis das Heft in die Hand zu nehmen. Wie unangenehm aber Manda zu kämpfen ist, das sollten die folgenden Runden zeigen. Mit einem sehr beweglichen Oberkörper pendelte er dann auch einige Schläge von Aschenbrenner aus und zeigte sich konditionell in sehr starker Verfassung. Immer wieder versuchte der Franzose Aschenbrenner zu locken. Doch der gebürtige Mannheimer tat ihm den Gefallen nicht. Manda arbeitete fast permanent im Vorwärtsgang, das man aber auch im Rückwärtsgang Treffer setzen kann, das zeigte Aschenbrenner. Einen vorzeitigen Sieg von einem der Kämpfer, den sollte es allerdings nicht geben. Somit hatten die Punktrichter das letzte Wort in diesem Kampf. Während der erste mit 49-47 pro Aschenbrenner wertete, sah der zweite Manda mit 49-46 in Front. Punktrichter drei wertete 50-48 für den neuen Weltmeister der IKBO – Marco Aschenbrenner. Überschwänglicher Jubel in der einen und unfassbare Blicke in der anderen Ecke.

AFSO-EM: Makaveli vs. Kotikov
Ein ziemlich irrer Kampf den beide Youngster hier um den vakanten Titel der AFSO ablieferten. Kotikov versuchte zunächst das Geschehen im Ring zu bestimmen und selbst klare Treffer zu Kopf steckte der Buchener scheinbar problemlos weg und konterte dagegen ebenfalls mit Fausttreffern zum Kopf von Makaveli. Auch dieser lies sich davon nicht beeindrucken. Erstaunlich was beide hier in der Tat wegsteckten. Umso erstaunlicher dann auch die zweite Runde. Ausgerechnet mit einem Fausttreffer von Makaveli zum Körper von Kotikov lies diesen zu Boden gehen. Der Buchener musst angezählt werden und war bei acht nicht wieder bereit für den Kampf. Somit gab es kein Halten mehr für die Fans von Walid Makaveli von den Black Scorpions in Mannheim, der sich zum neuen Europameister küren lies.

AFSO ProAM-DM: Vargas vs. Rieger
Die erste Titelverteidigung von Morgan Vargas (Sportclub Muskelkater) gegen Dimitri Rieger (Muay Thai) sollte ein hartes Stück Arbeit werden. Denn Rieger sprang kurzfristig für Kayhan Gülmez ein, und erwies sich einmal mehr als sehr unbequemer Gegner. Beide Kämpfer gingen sehr verbissen zu Werke und die Punktrichter in diesem Kampf waren nicht um ihre Arbeit zu beneiden, denn es waren meist sehr enge Runden. Rieger entpuppte sich mehr als „nur“ ein Ersatz und verlangte Vargas alles ab. Dieser konnte nach Ablauf der fünf Runden seinen Titel zum ersten Mal erfolgreich verteidigen.

Im einzigen Kampf der Damen trafen „Little Giant“ Yasemin Colak (Atsadaajut Gym) und Sabine Kern (Cha Na Nork) aufeinander. Es sollte ein Kampf werden, von dem einige bereits im Vorfeld ausgegangen waren. Gleich zu Beginn baute Colak ordentlich Druck auf und feuerte harte Boxkombinationen ab, bei denen des öfteren ein raunen durch die Zuschauer ging. Das hatte sie dem kleinen Kraftpaket aus dem Saarland wohl so nicht zugetraut. Doch Kern hatte Nehmerqualitäten, die mehr als nur beeindruckend waren. Was auch immer aus der Richtung von Colak kam, Kern lies sich trotz einem geschwollenem Auge davon nicht entmutigen. Allerdings war Colak zu druckvoll und variabel an diesem Abend und Kern gelang es nicht ihre Gegnerin entscheidend zu treffen. Einstimmiger Punktsieg somit für „Little Giant“ Colak

Intensiv, hart und äußerst spannend. So lässt sich am besten der Kampf von Ali Nasir (Thaibombs) und Phillip Michalski (Black Scorpions) beschreiben. Das beide Mannheimer den Sieg hier nach Hause tragen wollten, das stand wohl außer Frage. Entsprechend entschlossen gingen sie auch zu Werke. Es war ein richtiges hin und her und selbst wenn man dachte, das ein Kämpfer schon geschlagen sei, so kam der andere trotzdem wieder zurück.

Länderkampf: Deutschland vs. Italien
Amine Marazak (Koh Muay Thai) machte hier den Auftakt gegen Ibrahim Taha (Thaistorms). Der Italiener übte von Beginn an sehr viel Druck auf Taha aus und lies diesen erst gar nicht in den Kampf kommen. In Runde zwei kam dann auch schon das Ende und Marazak wurde durch TKO zum Sieger erklärt.

Enger und intensiver verlief das Duell zwischen Simone Giannattasio (Koh Muay Thai) und Marius Groß (Studio68). Nach verschlafener erster Runde wachte Groß auf und fand mit zunehmender Kampfdauer immer besser in den Kampf. In Runde drei war der Kämpfer, der die Vorteile durch die klareren Treffer auf seiner Seite hatte. Die Punktrichter werteten hier auf ein salomonisches unentschieden.

Im letzten Kampf trafen dann Tim Müller (MAAF) und Giovanni Bianco (Koh Muay Thai) aufeinander. Dabei zeigte Müller eine sehr starke Leistung und bot durch seinen variablen Kampfstil seinem Gegner nur wenig Möglichkeiten ihn zu treffen. Somit gab es nach Ablauf der drei Runden dann auch einen einstimmigen wie auch verdienten Punktsieg für Tim Müller.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

2. Rhein-Neckar Fight Night
26. April 2014
Friedrich-Ebert Halle, Ludwigshafen

IKBO-Weltmeisterschaft / K-1
James Phillips bes. Almedin Hasanagic durch KO in Runde 2

IKBO-Weltmeisterschaft / K-1
Marco Aschenbrenner bes. Odje Manda durch Punkte 2-1 (49-47, 46-49, 50-48)

AFSO-Europameisterschaft / K-1
Walid Makaveli bes. Ravil Kotikov durch KO in Runde 2

AFSO-ProAM Deutsche Meisterschaft / K-1
Morgan Vargas bes. Dimitri Rieger durch Punkte 3-0

K-1
Yasemin Colak bes. Sabine Kern durch Punkte 3-0
Ali Nasir bes. Phillip Michalski durch Punkte 2-1
Jack Seyfferle bes. Ronni Reimer durch Punkte 2-1
Maximilian Knoll bes. Denis Melkhov durch Punkte 3-0
Juri De Sousa bes. Thong-Poh Le durch Aufgabe in Runde 2

Länderkampf: Deutschland vs. Italien
Tim Müller bes. Giovianni Bianco durch Punkte 3-0
Marius Groß vs. Simone Giannattasio -unentschieden-
Amine Marazak bes. Ibrahim Tara durch TKO in Runde 2

Muay Thai
Nattahwut Pralomram bes. Alain Charlermoine durch KO in Runde 1