Thai/Kickboxen

Pavic, Poskotin, Dörrer, "The Lion" & Vecchio siegen

Fünf Titelkämpfe standen am vergangenen Freitag bei der Steko's Fight Night im Münchner Circus Krone auf dem Programm. Dazu kam das mit Spannung erwartete Re-Match zwischen Florian Pavic und Pacome Assi. Einen besseren Start in das Wiesn-Wochenende konnte es wohl kaum geben.

Florian Pavic vs. Pacome Assi
"Faust" Florian Pavic wollte klarstellen, das er es besser kann als im ersten Kampf gegen Pacome Assi im Mai. Hellwach und extrem motiviert startete der Steko-Schützling in den Kampf und dominierte Runde eins nach Belieben. Diese verpennt Assi komplett, was bei einem Drei-Runden Kampf schon sehr gefährlich werden kann. In Runde zwei erwachte Assi dann etwas aus dem Tiefschlaf, doch Pavic konnte mit seinen Aktionen noch immer die Oberhand behalten. Auch wenn diese Runde wesentlich knapper und enger verlief als die davor. In Runde drei war Assi dann hellwach, wissentlich, dass ihm nur der K.o. noch würde helfen können. Auch wenn es für Pavic eng wurde und das Blatt sich drohte zu wenden, der Schlussspurt von Assi kam zu spät. Es war ein verdienter Sieg für Pavic, an dem es diesmal nichts zu rütteln gab.

ISKA-WM: Willy "The Lion" vs. Piotr Woznicki
Auch für Willy "The Lion" ging es unter der Zirkus-Kuppel um den nächsten WM-Titel. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten kam der Löwe aus München immer besser in den Kampf. Aber ein Selbstläufer war der Kampf für Willy keinesfalls. Woznicki konnte zunächst gut dagegen halten, musste aber mit zunehmender Kampfdauer erkennen das an diesem Abend seine Mittel gegen den Lokalmatadoren nicht ausreichten. Dank der besseren Kondition und Kampfübersicht konnte sich Willy "The Lion" auf den Zetteln der Punktrichter sich den nötigen Vorsprung sichern und wurde dann auch verdient zum neuen ISKA-Weltmeister gekrönt.

ISKA-WM: Simon Poskotin vs. Mate Vundac
Der Münchner Simon Poskotin griff nach seinem nächsten WM-Titel. Doch der Kölner Mate Vundac machte es dem Lokalmatadoren zunächst alles andere als leicht. Dieser blieb in Runde eins beweglich, ließ immer wieder ein paar Aktionen folgen und bot dadurch Poskotin nur schwer ein Ziel, welches er treffen konnte. In Runde 2 aber verlies Vundac die Linie, die ihm die erste Runde gebracht hatte, und spielte Poskotin damit voll in die Karten. Dieser konnte seinen Gameplan voll durchziehen und Vundac immer wieder unter Druck setzen. Doch das "Babyface" aus Köln gab nicht Kleinbei und es sollte sich der Kampf des Abends entwicklen. Beide Kämpfer gingen ein extrem hohes Tempo und boten dem Publikum einen ganz heißen Tanz im Seilgeviert. Einmal am Drücker, ließ sich Poskotin nicht von seinem Ziel abbringen und konnte sich mit einem einstimmigen wie auch verdienten Punktsieg seinen nächsten WM-Gürtel um die Hüften schnallen lassen. Wenn, ja wenn sich Poskotin nur auf K-1 einlassen würde - mit Sicherheit müssten sich dann einige ganz warum anziehen.

ISKA-EM: Pietro Vecchio vs. Ruben Garcia Gonzales (SPA)
Im Amateur-Bereich hatte Vecchio eigentlich schon alles gewonnen, bei den Profis ist er schon Deutscher Meister und da war der EM-Titelkampf der nächste logische Schritt. Zunächst war Vecchio auch der dominierende Mann der Gonzales immer wieder den Weg abschnitt, ihn stellte und mit guten Boxkombinationen eindeckte. Doch der Spanier erwies sich als unangenehmer Gegner. Auch wenn die härteren Treffer hier deutlich von Vecchio kamen, so konnte Gonzales immer wieder Treffer ins Ziel bringen. Diese beeindruckten Vecchio allerdings wenig und er konnte immer wieder seine Boxkombinationen abfeuern. Allerdings fehlten hier die Kicks und deshalb ging es auf den Zetteln der Punktrichter entsprechend eng zu. Während einer den Spanier in Front sah, lag Vecchio bei den beiden anderen vorne. Ein knappes aber nicht unverdientes Urteil für den neuen ISKA-Europameister Pietro Vecchio. Dieser sollte allerdings beachten, beim nächsten Mal auch wieder ein paar Kicks mehr folgen zu lassen, denn die gehören im Vollkontakt dazu.

Superfights
Weltmeister Daniel Dörrer bekam kurz vor dem Event mit dem Bosnier Mico Ruzicic einen neuen Gegner vor die Nase gesetzt. Das schien das neue Mitglied im Steko-Team aber nicht sonderlich zu interessieren. Zunächst ließ er Ruzicic gewähren, der sein Heil aber zunächst in der Offensive suchte. Doch schon nach den ersten Low-Kicks von Dörrer färbte sich der linke Oberschenkel von Ruzicic verdächtig. Nach weiteren Kicks verzog dieser auch das Gesicht und Dörrer wollte den Sack zu machen. Der Gong rettete den Bosnier in die Pause. In Runde zwei war es nicht der Low-Kick, sondern ein blitzsauberer gedrehter Kick von Dörrer zum Kopf von Ruzicic, der den Bosnier zu Boden schickte. Zwar stand dieser bei acht wieder, war aber nicht kampfbereit, worauf der Ringrichter den Kampf auch folgerichtig abbrechen musste. So kann es für Dörrer weitergehen. Unlängst hatte Serdar Karaca Interesse bekundet, Dörrer um dessen WM-Titel herauszufordern.

Mit Julia Irmen hat sich das Kampfsportzentrum Steko die Dienste einer sehr starken Vollkontakt-Kämpferin gesichert. Dies stellte die passionierte Boxerin, die nur knapp an der Quali für die Olympischen Spiele vorbeischrammte, dann auch eindrucksvoll unter Beweis. Gegen WFCA und IKBA-Europameisterin Lisa Schewe spielte Irmen ihr Potential auch entsprechend aus. Hochkonzentriert traf die Osterhofenerin immer wieder mit ihren Sidekicks fast nach Belieben. Damit spielte sie ihre Reichweitenvorteile aus und ließ Schewe überhaupt nicht in den Kampf kommen. Daher war der einstimmige Punktsieg für die 27-jährige Polizisten dann auch folgerichtig das Ergebnis von einem starken Auftritt über drei Runden. Bleibt zu hoffen, dass Irmen dem Vollkontakt treu bleibt.

Weniger Glück im Circus Krone hatte der Karlsruhe Mario Cvitanovic in seinem Kampf gegen Weltmeister Dardan Morina. Dieser kassierte wie schon zuletzt gegen Steeve Valente eine vorzeitige Niederlage. In Runde 2, nach einer Schlagserie von Morina, musste Cvitanovic angezählt werden. Der Ringrichter beendete hier, zum Unmut des Karlsruhers, das Duell.

Im Deutschen Titelkampf der 70 Kilo-Klasse bezwang der Münchner Omar Rondon Velasco seinen Gegenüber Florentin Müller aus Dresden nach fünf Runden mit 3-0 Punktrichterstimmen. Auch dessen Stallgefährte Bojan Aladzic blieb im Internationalen Deutschen Titelkampf durch einen einstimmigen Punktsieg über Marinko Maticic siegreich.

Die ersten Siege für das Steko-Team an diesem Abend fuhren Jasein Cosovic mit einem Punktsieg über Andreas Bastron sowie Sebastian Stallinger, der ebenfalls nach Punkten über Michael Braun siegreich war. Am 04. Oktober wird es auf Kabeleins (nach der Euro League) und am 10. Oktober auf Sport1 eine Zusammenfassung der Veranstaltung geben. Die nächste Stekos Fight Night wird wohl im Dezember sein, wenn auch Dr. Christine Theiss wieder in den Ring steigen wird.

Stekos Fight Night
28. September 2012
Circkus Krone, München

Vollkontakt-Superfight
Florian Pavic bes. Pacome Assi durch Punkte 2-0

ISKA-Weltmeisterschaft
Willy "The Lion" bes. Piotr Woznicki durch Punkte 3-0

ISKA-Weltmeisterschaft
Simon Poskotin bes. Mate Vundac durch Punkte 3-0

K-1 Superfight
Daniel Dörrer bes. Mico Ruzicic durch K.o. in Runde 2
Dardan Morina bes. Mario Cvitanovic durch TKO in Runde 2

ISKA-Europameisterschaft
Pietro Vecchio bes. Ruben Garcia Gonzales durch Punkte 2-1

Vollkontakt-Superfight
Julia Irmen bes. Lisa Schewe durch Punkte 3-0

Internationale Deutsche Meisterschaft
Bojan Aladzic bes. Marinko Maticic durch Punkte 3-0

Deutsche Meisterschaft
Omar Rondon Velasco bes. Florentin Müller durch Punkte 3-0

Vollkontakt
Sebastian Stallinger bes. Michael Braun durch Punkte 3-0
Jasein Cosovic bes. Andreas Bastron durch Punkte 3-0