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Pascal Schmidt: „Jung bin ich und wild auch“

Pascal Schmidt: "Jung und wild." (Foto: Asmir Burgic)

Bei der Night for Masters am 27. September stehen nicht nur zwei WM-Titel auf dem Spiel, es geht auch um die Qualifikation für das 8-Mann-Turnier im nächsten Jahr, bei dem die große Summe von 30.000 Euro für den Sieger ausgesetzt ist. Einer der jungen Wilden in der Qualifikation ist der frischgebackene Europameister Pascal Schmidt. Der Bremerhavener hatte bisher ein sehr starkes Jahr und daher ist man besser beraten, wenn man ihn in Mülheim mit auf der Rechnung hat.

Groundandpound.de: Pascal, am 27. September wirst du bei der Night for Masters in der Qualifikation auf das 30.000-Euro-Turnier antreten. Wie laufen die Vorbereitungen?
Pascal Schmidt: Hallo Tobi, als erstes danke für das Interesse meiner Person. Die Vorbereitungen laufen super. Nach dem Grundlagentraining mit diversen Konditionseinheiten mit Andy Voss und Dennys Buck in Bremerhaven befinde ich mich jetzt im Fighting Gym bei Asmir Burgic. Mein Gewicht hab ich jetzt schon. Ich freue mich riesig, auf so einem riesen Event mitmachen zu dürfen.

Du zählst bei diesen acht Kämpfern zu den jungen Wilden. Wie siehst du dich selbst?
Klar. Jung bin ich und wild auch. Dennoch sehe ich mich selbst als ernstzunehmender Gegner. Mit meinem Team im Rücken und einer professionellen Betreuung mit Management und Trainerteam steht dem Event am 27. September nichts mehr im Weg.
Überzeugte auch bei No Compromises. (Foto: Pervin Inan-Serttas)
Wiebe, Bönninger, Weimer – interessante Namen. Wen hättest du am liebsten in Mülheim vor den Fäusten oder ist dir das relativ egal?
Mir ist das vollkommen egal, wen ich bekomme, alle drei haben wir studiert und deren Schwächen und Stärken entdeckt und wissen, wie man dagegen vorgeht.

Wie bereitet man sich auf einen Kampf vor, wenn man noch nicht genau weiß, wer der Gegner sein wird?
Der Fokus liegt bei so einem Event bei meiner eigenen Substanz. Mir ist es sehr wichtig, dass ich an so einem Event topfit bin. Alles andere wird sich dann ergeben.

Wie sieht denn dein Trainingspensum aus, wenn du dich auf einen Kampf vorbereitest. Wie oft musst du in der Woche schwitzen?
Mein Trainingspensum ist hoch. Ich trainiere täglich zwei bis drei Mal und je nachdem, wo ich mich befinde, werden die Einheiten von meinem Trainerteam gesteuert. Die Regenerationsphasen werden ebenso mit meinem Trainerteam festgelegt und beträgt meistens ein Tag pro Woche.
Der EM-Titel - das bisherige Highlight. (Foto: Ben Pontier)
Gehen wir mal davon aus, dass du dich für das 8-Mann-Turnier qualifizieren würdest und dieses auch noch gewinnst. Was stellt Pascal Schmidt mit dem Preisgeld an?
Bei einer so einer enormen Summe würde ich mir eine Kleinigkeit gönnen. Ich denke, ich würde in den Urlaub fliegen, aber den größten Teil des Geldes zurücklegen. Denn man bleibt ja nicht immer jung und wild. (lacht)

Vor kurzem hast du dir in Holland die Europameisterschaft gesichert. Wie hast du den Kampf selbst erlebt?
Nach meiner langen Verletzungspause konnte ich meine Performance in all meinen letzten Kämpfen steigern. Meines Erachtens ist der letzte Gewinn der Europameisterschaft der bisher beste Kampf gewesen, aber ich gehe davon aus, dass meine Perfomance auch in Zukunft stetig wachsen wird.

Bei No Compromises überzeugend gewonnen, den EM-Titel nach großem Kampf geholt – wohin soll die Reise für dich noch gehen?
Auf diesem Event teilnehmen zu dürfen bestätigt mir, dass ich schon zu den Top-Fightern in Deutschland im Mittelgewicht gehöre. Mein Ziel ist dennoch die internationale Ebene, ich möchte zu den Top 5 international dazugehören und irgendwann bei Glory mit auflaufen.
Freut sich nicht nur über den EM-Titel. (Foto: Ben Pontier)
Bei deinem Team in Bremerhaven steht ja auch MMA hoch im Kurs. Wäre das mal ein Thema für dich oder liegt der Fokus klar beim Standkampf?
Man weiß nie, was im Leben passiert, aber in nächster Zeit bleibt der Fokus im Standup.

Hin und wieder hast du ja auch die Möglichkeit, mit Danyo Ilunga, Janosch Nietlispach oder Remy Bonjasky zu trainieren. Welche Erfahrungen nimmt man da als junger Kämpfer mit?
Mit so hochkarätigen Kämpfern trainieren zu dürfen, ist enorm hart, dennoch sehr lernreich. Durch die vorhandene internationale Erfahrung dieser Kämpfer und meinem Trainerteam ist das Training dementsprechend hart angesetzt und bringt mich nach vorne, um das Ziel, die internationale Ebene, erreichen zu können.

Ganz gleich, wie der Kampf am 27. September ausgehen wird, auf welche Duelle mit dir dürfen wir uns in diesem Jahr noch freuen?
Für mich liegt der Fokus auf dem 27. September. Ich konzentriere mich und trainiere von Fight zu Fight. Was danach kommt, kann ich dir leider nicht beantworten, da musst du meinen Manager Frank Mach fragen.
Pascal Schmidt - im Ring immer gefährlich. (Foto: Ben Pontier)
Trotz deiner noch jungen Karriere, was ist dein bisher persönliches Highlight gewesen?
Ich war damals in einem Trainingscamp von Asmir Burgic. Das war der Anfang meines Erachtens nach. Das Highlight war die Unterzeichnung eines professionellen Vertrages und somit die Aufnahme in die professionelle Ebene mit Management und all dem was dazugehört. Seit dem Zeitpunkt habe ich keinen mehr verloren. Somit bin ich in elf Kämpfen ungeschlagen, was mir bestätigt, dass es damals die richtige Entscheidung war.

In deiner Gewichtsklasse tummeln sich in Deutschland so bekannte Kämpfer wie Dima Weimer, Alex Vogel, Enriko & Juri Kehl – wen hättest du gerne vor den Fäusten?
Definitiv Enriko Kehl!
Pascal Schmidt & sein Team. (Foto: Ben Pontier)
Zum Abschluss hast du noch die Möglichkeit, ein paar Worte an die Leser und deine Fans zu richten.
Ich möchte mich auf jeden Fall bedanken. Ein großer Dank gilt meinem Sponsor Fit&Strong, meinem Manager Frank Mach sowie meinem Trainerteam mit Asmir Burgic, Dennys Buck und Andy Voss. Bei Andy möchte ich mich auch zusätzlich bedanken, da er mir die Chance ermöglicht hat zum dualen Studiengang als Sportökonom und ich bei ihm im Betrieb meine Ausbildung machen kann und somit meine sportliche Karriere ermöglicht hat. Natürliche auch ein großen Dank an meine Familie, Freunde und Bekannte, die immer hinter mir stehen und mich unterstützen. Und danke auch an Groundandpound für das Interesse an meiner Person.

Pascal, ich danke dir für das Interview und wünsche dir viel Erfolg für den Kampf bei der Night for Masters in Mülheim.
Immer wieder gerne. Danke auch an die Leser. Ich werde euch am 27. September bei der Night for Masters in Mühlheim nicht enttäuschen. Oss!