Thai/Kickboxen

Ozpamuk, Özcan und Aydin feiern Siege in Heidenheim

Am vergangenen Samstag gab es im Heidenheimer Congress Centrum die letzte Elite Fight Night für dieses Jahr. Dabei wurde nicht nur unter Beweis gestellt, dass das Alter nicht immer eine Rolle spielt, sondern dass auch die ganz jungen Kämpfer schon ein riesiges Potenzial besitzen.

ISKA-DM: Özcan vs. Zintiridis

Im Kampf um den deutschen Junioren-Titel der ISKA im Muay Thai trafen Lokalmatador Maruf "On Fire" Özcan (Elite Fightclub) und Konstantinos "The Gladiator" Zintiridis (Leon Gym) aufeinander. Dieser bewegte sich auch von Beginn an sehr viel und bot Özcan so ein nur schwer zu treffendes Ziel. Der Lokalmatador agierte von der Mitte aus, blieb ruhig und versuchte die Lücken bei Zintiridis zu entdecken. Genau diese Lücke sollte sich in Runde zwei auftun. Ein knackiger Kick von Özcan zum Kopf von Zintiridis ließ den Neuperlacher bereits im Stehen in das Land der Träume entfliehen. Nach drei weiteren harten Treffern von Özcan beendete der Ringrichter diesen Kampf, womit Özcan zum neuen Deutschen Meister der Junioren nach Version der ISKA gekürt wurde.

ISKA-DM: Aydin vs. Tann
Eigentlich gehörte der MMA-Titel Aydins Team-Kollegen Imad Ahmad. Da dieser aber den Titel nicht verteidigen konnte, bekam Aydin die Chance gegen Lokalmatador Benjamin Tann (Elite Fightclub) um den Titel zu kämpfen. Tann ließ sich dann auch nicht lange bitten und versuchte mit harten Fäusten Aydin in Bedrängnis zu bringen. Der Aachener blieb ruhig und konnte auch die vermeintlich brenzlige Situation zu Beginn überstehen. Als Aydin eine Lücke bei Tann sah, schlug er gnadenlos zu. Der Heidenheimer musste zu Boden und von dort an hagelte es Ground and Pound bis dem Ringrichter nichts mehr anderes übrig blieb, als den Kampf nach 1:44 in Runde eins zu stoppen und Fatih Aydin zum neuen Deutschen Meister der ISKA zu küren.

Age is not a Limit: Karaca vs. Müller
Mit 41 Jahren wollte es Veranstalter "The Old Bull" Serdar Karaca (Elite Fightclub) noch einmal wissen. Daher rief er mit "Age is not a Limit" eine Serie ins Leben, bei der alle ehemaligen A-Klasse Kämpfer ab 40 daran teilnehmen können. Hier wird nach K-1 Regeln gekämpft, allerdings ohne Knie zum Kopf. Die Distanz beträgt 3 Runden à 2 Minuten mit jeweils 2 Minuten Pause. Als Gegner betrat Dirk Müller von der Arena in Aschaffenburg den Ring. Selbst mit 43 wollte auch dieser beweisen, dass das Alter keine Rolle spielt. Müller sah sich allerdings von Beginn an in der Defensive. Karaca übernahm das Kommando und schon bei den ersten Kicks merkte man, er hatte es nicht verlernt. Überlegt baute er den Kampf auf und ließ Müller erst gar nicht in diesen kommen. In Runde zwei sollte dann auch das Ende folgen, als Müller nach mehreren harten Treffern in den Augen des Ringrichters nicht mehr in der Lage war, den Kampf weiter zu führen. T.K.o.-Sieg für Lokalmatador Serdar Karaca.

Der Auftakt der "Age is not a Limit" Serie ist also gemacht. Es soll sich damit allerdings nicht um eine einmalige Sache handeln, sondern sie soll ein fester Bestandteil der kommenden Elite Fight Nights sein. Teilnehmen können alle ehem. A-Klasse Kämpfer die mindestens 40 Jahre alt sind. Über die Facebook-Seite von Elite Boxing Germany kann man sich bei Veranstalter Serdar Karaca melden.

Elite 4 Tournament:
Die obligatorische Auslosung zum Beginn des Hauptprogramms ergab folgende Halbfinal-Paarungen. Zunächst trafen Jürgen Dolch (Team Dolch) und Cengiz Ozpamuk (Team Furious) aufeinander. Der Holländer nutzte seine Vorteile in der Reichweite und ließ Dolch erst gar nicht in den Kampf kommen. Auch im Clinch war Ozpamuk der aktivere Mann mit den klareren Treffern, weshalb die Punktrichter ihn am Ende auch einstimmig in Front sahen. Im zweiten Halbfinale gab es dann folgerichtig das Duell zwischen Mimoum Moussaten (Sportschool Balans) und Rinus Douma (Hoyer Gym). Moussaten ließ zu Beginn keine Zweifel aufkommen, wer hier den Ring als Sieger verlassen sollte. Immer wieder versuchte er seine schwere Rechte in das Ziel zu bringen und setzte den Youngster somit unter Druck. Diesem sollten nicht die richtigen Mittel einfallen, um das Blatt zu wenden, weshalb Moussaten nach Ozpamuk als zweiter Kämpfer in das Finale einziehen konnte.

Wer hier jetzt einen vorzeitigen Sieg aufgrund der Schlagstärke von Moussaten erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Ozpamuk machte das gleiche Spiel wie in seinem Halbfinale. Er nutzte 15cm Größenunterschied geschickt aus und bot Moussaten so kaum eine Möglichkeit, dass sich dieser entfalten konnte. Kluge Taktik, welche Ozpamuk auch den Sieg im Tournament einbrachte, auch wenn die Highlights in diesem Finalkampf fehlten. Manchmal ist es halt der nicht so spektakuläre Weg, welcher zum Sieg führt.

Auch im Rahmenprogramm ging es nicht weniger spannend zur Sache. In einem Rückkampf trafen Mehmet Balik (Elite Fightclub) und Moe Panzu (Kickboxakademie) aufeinander. Wie auch schon im ersten Duell ließen sich beide Kämpfer nicht lange bitten und gingen sehr verbissen zur Sache. Dabei blieb zwar die Technik etwas auf der Strecke, aber spannend war es allemal. Nach Ablauf der drei Runden werteten die Punktrichter einstimmig für Balik, der damit auch den Rückkampf für sich entscheiden konnte.

Wesentlich deutlicher fiel das Ergebnis im Kampf von Ramon Kübler (Muay Thai Gym Mendez) und Wassili Gebel (Da Gäng) aus. Wie auch schon gegen Heiko Reinhardt, begann Kübler sehr stark. Der Überlinger übernahm sofort die Initiative in diesen Kampf und setzte Gebel permanent unter Druck. Ein hohes Tempo, welches der Schützling von Sebastian Harms-Mendez einschlug. Gebel kam mit den Oriental Regeln der ISKA an diesem Abend überhaupt nicht zurecht und musste sich den harten Attacken von Kübler erwehren. Lediglich in Runde drei, wo Kübler seinem hohen Tempo etwas Tribut zollen musste, konnte Gebel etwas besser in den Kampf finden. Am einstimmigen wie auch verdienten Punktsieg für Ramon Kübler gab es nichts zu rütteln.

Alexander Sakotic (Trans4mers) bekam es in seinem Kampf mit Joad Abernous (Team Furious) zu tun, welcher an diesem Abend von "Mr. Pain" Ismail Londt betreut wurde. Sakotic agierte zunächst etwas abwartend und überließ Abernous zunächst das Feld. Doch mit zunehmender Kampfdauer wurde Sakotic immer stärker und konnte auch die Anweisungen von seinem Trainer Mario Marras besser umsetzen. Dieser sah dich Schwachstellen beim Holländer und Sakotic setzte die Marschroute dann auch bestens um. In Runde drei wurde der Mainzer immer stärker und hatte Abernous sogar kurz vor einem Niederschlag. Doch Abernous konnte sich über die Zeit retten, womit die Punktrichter das letzte Wort hatten. Diese werteten dann mit 2-1 zwar knapp, aber verdient zugunsten von Alexander Sakotic.

Im kommenden Jahr wird Veranstalter Serdar Karaca mit der Elite Fight Night wieder in das Congress Centrum zurückkehren. Drei Veranstaltungen sind derzeit für 2015 in Planung. Auch die "Age is not a Limit"-Reihe soll dann seine Fortsetzung finden. Bewerbung dafür wie bereits schon erwähnt, bitte über die Facebook-Seite von Elite Boxing Germany richten.

Elite Fight Night
25. Oktober 2014
Congress Centrum, Heidenheim

Ergebnisse

Elite 4 Full Muay Thai Tournament / Finale
Cengiz Ozpamuk bes. Mimoun Moussaten durch Punkte 3-0

Elite 4 Full Muay Thai Tournament / Halbfinals
Cengiz Ozpamuk bes. Jürgen Dolch durch Punkte 3-0
Mimoun Moussaten bes. Rhinus Douma durch Punkte 3-0

ISKA-Deutscher Junioren Titel / Muay Thai
Maruf Özcan bes. Konstantinos Zintiridis durch KO in Runde 2

Age is not a Limit
Serdar Karaca bes. Dirk Müller durch TKO in Runde 2

ISKA-Deutscher ProAM Titel / MMA
Fatih Aydin bes. Benjamin Tann durch Ko nach 1:44 in Runde 1

Oriental Rules
Alexander Sakotic bes. Jouad Abernous durch Punkte 2-1
Mehmet Balik bes. Moe Panzu durch Punkte 3-0
Ramon Kübler bes. Wassili Gebel durch Punkte 3-0
Dani Traore bes. Eugen Skoba durch RSC in Runde 3
Adnan Amrani bes. Mareks Reks durch KO in Runde 1
Thomas Schindele bes. Christian Lüber durch Punkte 3-0
Nebil Younan bes. Eric Gold durch Punkte 2-1
Niko Siller bes. Max Borst durch TKO in Rund 2
Timo Seyffer bes. Luis Zimmermann durch Punkte 3-0
Elias Tai Duong bes. Dominik Tierbach durch Punkte 3-0

MMA
Thomas Virchow bes. Adrian Ozimek durch Side Choke nach 1:08 in Runde 1