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One Man Series: Aschenbrenner, Burmester, Aminzade & Kröger siegreich

Das Debüt der One Man Series in der Edel Optics Arena von Hamburg ist Geschichte. Spannende Kämpfe mit teilweise überraschenden Wendungen sollten die Zuschauer am vergangenen Samstag unterhalten.

Aschebrenner mit Kraftakt

Im Hauptkampf des Abends trafen mit Marco Aschbrenner und Neil Aquino zwei Kämpfer aufeinander, die sich kennen - gut kennen. Wer jetzt dachte, dass beide den Schongang einlegen würden, weit gefehlt. Von der ersten Sekunde waren bei beiden die Zeichen voll auf Angriff gestellt. Dabei erwischte Aquino den besseren Start und konnte den gebürtigen Mannheimer schwer in Bedrängnis bringen. Wo man schon dachte, dass der Kieler die Auftaktrunde für sich entschieden hatte, leistete er sich eine Unachtsamkeit und Aschenbrenner schickte ihn hart zu Boden. In Runde zwei bot sich ein ähnliches Bild. Aquino im Vorwärtsgang und Aschenbrenner setzte voll auf seine Konter. Ohne große Umschreibung kann man sagen, dass dieser Kampf von seiner Spannung lebte und davon gab es einige Momente. In Runde zwei schien es, als hätte Aschenbrenner Probleme mit seiner rechten Hand. Aquino konnte dies aber nicht ausnutzen und der Mannheimer bewies wie auch sein Gegner ein großes Kämpferherz. Beide verlangten sich in den drei Runden alles ab und so hatten die Punktrichter das letzte Wort an diesem Abend. Während einer den Kampf ausgeglichen sah, werteten die beiden anderen zu Gunsten von Marco Aschenbrenner, der sich von seinen Fans für diese Schlacht feiern ließ.

Aminzade verdirbt Comeback
WFMC-Weltmeister Bülent Karaman aus Berlin gab an diesem Abend nach längerer Verletzungspause sein Comeback und traf dabei auf Lokalmatador Kamran Aminzade. Karaman hatte einige Fans mit in die Halle gebracht und diese sahen gerade in der ersten Runde einen viel zu passiven Berliner, welcher sich permanent die Innen-Lowkicks von Aminzade einfing. In Runde zwei zog Karaman das Tempo etwas an, wirkte aber an diesem Abend etwas gehemmt. In der abschließenden dritten Runde war klar, Karaman muss alles auf eine Karte setzen, wenn er den Sieg noch mitnehmen wollte. Doch Aminzade tat ihm nicht den Gefallen und ließ den Berliner nicht zur Entfaltung kommen. Das sahen auch die Punktrichter so, welche einstimmig für Kamran Aminzade werteten.

Burmester mit dominanter Vorstellung

Zwei Kämpfer mit völlig unterschiedlichen Stilen trafen mit Kevin Burmester und Thijs Hoefs aufeinander. Burmester der athletischere Kämpfer und gegenüber der kleinere und kompaktere Holländer. Burmester begann stark, agierte sehr variabel und bot dem Holländer kaum Möglichkeiten zum Angriff zu kommen. Selbst wenn Hoefs mal ein paar Fäuste fliegen ließ, so stand Burmester so sicher mit seiner Deckung, dass er hier nichts befürchten musste und danach sofort wieder den Vorwärtsgang einlegen konnte. Burmester hielt das Tempo hoch und blieb dabei sehr konzentriert, weshalb es auch keine Überraschung beim Urteil der Punktrichter gab. Diese werteten einstimmig und auch verdient zu Gunsten von Kevin Burmester.

Kröger siegt in der Verlängerung
Dass Florian Kröger meist den Auftakt verpennt, ist leider bekannt. Dass sein Gegner Josè Sousa aus Mannheim solche Geschenke gerne annimmt, ist auch nichts Neues. So war dann die erste Runde für Kröger klar verloren, der zunächst zu passiv agierte. Ab der zweiten Runde fand Kröger besser in den Kampf und der Lokalmatador wie auch sein Gegner sollten sich den vielleicht besten Kampf des Abends liefern. In Runde drei war klar, Kröger muss noch mehr aus sich herausholen, während Sousa seinem hohen Anfangstempo hier Tribut zollen musste. So waren sich die Punktrichter nach Ablauf der drei Runden komplett einig - unentschieden. Es gab eine Verlängerungsrunde und in dieser war Kröger der aktivere Mann, allerdings nicht so wie man es nach der dritten Runde hätte vermuten können. Dennoch überzeugte er mit seiner Leistung die Punktrichter, welche ihn einstimmig zum Sieger erklärten.

Wunn überrascht im Tournament

Das Tournament der One Man Series sollte mit einer kleinen Überraschung zu Ende gehen. Zunächst triumphierte Christoph Wunn aus dem Frankers Fight Team mit einem T.k.o.-Erfolg über Nick Hutsch aus Bremen, musste hier aber schon einige Körner lassen. Im zweiten Halbfinale machte der Trittauer Krim Hüdür kurzen Prozess mit Micho Giganovitch aus Holland und bezwang diesen bereits in der ersten Runde.

Das Finale mit Christoph Wunn und Kerim Hüdür stand fest und es sollte mit einem richtigen Schocker für die Zuschauer beginnen. Mit seiner ersten Aktion überhaupt schickte Wunn Hüdür nach gefühlten zehn Sekunden trocken auf die Bretter. Der stand zwar bei acht wieder, brauchte aber einiges an Zeit, um sich von diesem Niederschlag zu erholen. "Du musst mehr tun", so die Anweisung aus der Ecke von Hüdür und dieser feuerte in der zweiten Runde auch eine richtige Schlagsalve ab, konnte Wunn damit aber nicht entscheidend in Bedrängnis bringen. Stattdessen kassierte Hüdür einen Treffer von Wunn auf die Nase, worauf der Kampf unterbrochen werden musste. Dessen Ecke sah, dass es nichts mehr bringen würde Hüdür in den Kampf zu schicken und warf das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe. Somit ein doch etwas überraschender, aber durchaus verdienter Sieg im Tournament fürChristoph Wunn.

Noch während der Veranstaltung kündigte Promoter Brian Al Amin eine Fortsetzung der Serie an, wohl aber erst im kommenden Jahr. Im Sinne des Sports wäre es sicherlich wünschenswert, wenn noch mehr Sportschulen aus Hamburg mit in das Boot genommen werden könnten.

GNP1 Fight Night Awards
K.o. des Abends: Guilermo Blockland vs. Eddy Ocran
Kampf des Abends: Florian Kröger vs. Josè Sousa

One Man Series I
15. Juli 2017
Edel Optics Arena, Hamburg


Ergebenisse

One Man Series Tournament / Halbfinals
Christoph Wunn bes. Nick Hutsch durch T.k.o. in Runde zwei
Kerim Hüdür bes. Micho Giganovitch durch DSC in Runde eins

One Man Series Tournament / Finale
Christoph Wunn bes. Kerim Hüdür durch Aufgabe in Runde zwei

K-1
Marco Aschenbrenner bes. Neil Aquino durch mehrheitliche Punktentscheidung
Kamran Aminzade bes. Bülent Karaman durch einstimmige Punktentscheidung
Kevin Burmester bes. Thijs Hoefs durch einstimmige Punktentscheidung
Florian Kröger bes. Jose Sousa durch einstimmige Punktentscheidung nach extra Runde
Andre Surenkov bes. Marco Bigos durch T.k.o. in Runde zwei
Paata Tschapelia bes. Kevin Schöltz durch T.k.o. in Runde drei
Guilermo Blockland bes. Eddy Ocran durch T.k.o. in Runde drei
Balentien Taneceia bes. Dominika Polska durch einstimmite Punktentscheidung
Chris Obiango bes. Mosair Borges durch einstimmite Punktentscheidung
Shayan bes. Mohabulla Ghafari durch RSC in Runde zwei
Okan Celikdal bes. Payman Askari durch einstimmige Punktentscheidung
Marvin Druivengo bes. Philip Sacher durch einstimmige Punktentscheidung
Abbey Brown bes. Nathie Rose durch einstimmige Punktentscheidung
Chivana Wattimena bes. Mariella Kunze durch T.k.o. in Runde eins
Cjarlie Feike bes. Konny Kastir durch mehrheitliche Punktentscheidung
Furkan Gencer bes. Bekim Ibrahimi durch T.k.o. in Runde drei
Michael Gencer bes. Anil Pula durch T.k.o. in Runde zwei
Teresa Sortino bes. Danique van Dinthert durch einstimmige Punktentscheidung
Alexander Busse bes. Arend van Monthforth durch RSC in Runde zwei