Thai/Kickboxen

Nietlispach schlägt Falin

Janosch Nietlispach und sein Team (Foto: Valentino Kerkhoff)

Eine volle Halle, tolle und spannende Kämpfe, die Stimmung stellenweise wie in einem Hexenkessel - die Nervosität von Veranstalter Franek Lukanowski im Vorfeld dürfte sich schnell gelegt haben. Mit seiner ersten größeren Veranstaltung

Der Main-Event des Abends, es ging um die vakante Europameisterschaft der IKBA, war dann nochmal ein richtiger Thriller wie er im Buche steht. Das neuste Mitglied der Bonjasky Academy in Almere, der Schweizer Janosch Dahlsim" Nietlispach traf auf Lokalmatador Niko Falin. Trotz 8kg Gewichtsunterschied bestimmte zunächst Nietlispach das Geschehen im Ring. Immer wieder konnte er mit Frontkicks und schönen Boxkombinationen Falin auf Distanz halten, der zunächst kein Mittel fand. Schrecksekunde zu Beginn der zweiten Runde. Nietlispach schickte mit einer harten Rechten Falin auf die Bretter. Der Dortmunder musste angezählt werden, konnte sich aber vom Niederschlag erholen. Die dritte Runde war dann wieder ähnlich wie Runde 1, Nietlispach spielte seine Reichweitenvorteile klug aus und konnte somit auch diesen Durchgang für sich entscheiden. In Runde vier wachte Falin endlich auf. Mit der drohenden Niederlage im Rücken baute Nico Falin in Runde vier dann aufgrund seiner größeren Masse endlich mehr Druck auf und konnte das Duell ausgeglichener gestalten. In der fünften und letzten Runde drohte der Kampf sich komplett zu drehen. Jetzt war es nur noch Falin der am Drücker war und seine letzten Reserven mobilisierte. Es gab nicht nur eine brenzlige Situation die Nietlispach hier zu überstehen hatte. Der finale Treffer wollte Falin aber nicht gelingen, weshalb Janosch Nietlispach zum verdienten Sieger erklärt wurde, was auch gleichzeitig den ersten EM-Titel bei den Profis für den Schweizer bedeutete.
Janosch Nietlispach vs Nico Falin (Foto: Valentino Kerkhoff)

Mit nur einem Sieg aus seinen letzten fünf Kämpfen reiste "The Machine" Steve Mensing (Golden Glory) nach Dortmund um sich im Kampf um die Internat. Deutsche Meisterschaft dem Holländer Raymond Jarman zu stellen. Jarman, in Deutschland kein unbekannter weshalb man ihm auch den Titel "The German Killer" verpasste, war Favorit in diesem Kampf. Doch den Ton, den gab zunächst nur einer an und das war Steve Mensing. Dieser hielt sich an die Marschroute von Trainer Andy Schadenberg und konnte Jarman in Runde 1 klar kontrollieren. Gleich zu Beginn von Runde 2 wurde Mensing allerdings gehörig von Jarman angeklingelt. Doch der Holländer konnte die Situation nicht entsprechend nutzen. Stattdessen fand Mensing wieder zurück in den Kampf und konnte Jarman zu Boden bringen. Allerdings war der Berliner dort etwas zu passiv wenn er in der Mount Position bzw. in der Half Guard war. Auch die Luft reichte dem Berliner über die volle Distanz, in der es Jarman nicht mehr gelang, Mensing ähnlich wie zu Beginn von Runde 2 in Bedrängnis zu bringen. Ein guter Einstand für Mensing im neuen Jahr. Wenn man dem Golden Glory Team glauben schenken darf, dann ist Mensing noch lange nicht am Ende.
Raymond Jarman vs Steve Mensing (Foto: Valentino Kerkhoff)

Schwerer als gedacht machte sich Patrick Lieder (Fight Lounge) in seinem Kampf gegen den unbequemen Waldemar Newdach (Team Tiger). Liedert startete gut in das Duell, nutzte aber im Kampfverlauf zu wenig seine Reichweitenvorteile und brachte sich dadurch selber in Bedrängnis. Beide Kämpfer schenkten sich absolut nichts und die Punktrichter sollten das letzte Wort haben und die werteten knapp, aber nicht unverdient für Patrick Liedert.
Patrick Liedert vs Waldemar Newdach (Foto: Valentino Kerkhoff)

Dessen Team Kollegen Murat Gezerci konnte leider nicht zum Erfolg des Teams beitragen. Während Gezerci die erste Runde 1 holen konnte, wurden dessen Gegenüber Kamran Aminzadeh immer stärker. Der Hamburger setzte dem Lokalmatador mit zunehmender Kampfdauer immer mehr zusetzen weshalb auch die Punktrichter den Sieg an Aminzadeh vergaben.
Kamran Aminzadeh vs Murat Gezerci (Foto: Valentino Kerkhoff)

Völlig von der Rolle zeigte sich an diesem Abend Sercan Kalfa. Der "Kalif" war weitab von dem, was er im Stande ist zu leisten. Dies lag aber auch daran das sein Gegenüber Andre Schmeling vom Athletics Sport aus Oberhausen ihm keine Möglichkeit zur Entfaltung gab. In Runde 3 hatte Franek Lukanowski genug gesehen und war zum Zeichen der Aufgabe das Handtuch für Kalfa. Er kann mehr und das weis er auch.

Den RockStar MMA-Cup sicherte sich Golden Glory Fighter Arda Adas. Obwohl es zu Beginn nicht gut für den Berliner ausgesehen hatte, konnte dieser vorallem am Boden durch eine starke Defense seinen Gegner Veselin Dimitrov (Fight Fabrik) von sich halten. In der zweiten Runde nutze Adas eine Unachtsamkeit von Dimitrov zu einem Rear Naked Choke. Dieser war zunächst noch nicht von Erfolg gekrönt, doch es dauert nicht mehr lange, bis es für Dimitrov kein entrinnen mehr gab und er abklopfen musste, was für Arda Adas den vierten Sieg im vierten Kampf bedeutete.
Arda Adas vs Veselin Dimitrov (Foto: Valentino Kerkhoff)

Gut aufgelegt präsentierte sich auch Golden Glory Fighter Max Baumert. Der Schadenberg-Schützling bestach durch präzise, schnelle und harte Boxkombinationen. Was sein Gegenüber Alex Hofmann alles einstecken konnte, das war schon erstaunlich. Der einstimmige Punktsieg für Baumert war aber zu keiner Zeit in Gefahr. Tobias Voss von der Workers Hall in Dorsten hatte mit Sascha Valentic vom Team Popeye aus Hamburg einen guten Gegner vor den Fäusten. Voss wirkte im Vergleich zu seinen letzten Kämpfe einen Tick zu verkrampft, konnte aber gute Treffer bei Valentic anbringen. Der lies sich aber nicht unterkriegen, konnte Voss aber nicht entsprechend stellen, weshalb der verdiente Punktsieg an Tobias Voss ging. Niko Kyriakidis (Fight Lounge) und Maurice Nellesen (Athletics Sport) lieferten sich ein enges wie auch äußerst spannendes Duell. Während Nellesen aus der Distanz versuchte seine Reichweitenvorteile zu nutzen, kam Kyriakidis immer wieder überfallartig nach vorne. Nach Ablauf der kompletten drei Runden werteten die Kampfrichter zu Gunsten des Dortmunders, der sich wesentlich verbessert zeigte als noch im vergangenen Jahr.

Besonders heiß wurde es im Beat Fights Tag Team Kampf. Das Team bestehend aus Romano Ramasco und Sebastian Drewniok (Fight Lounge) traf auf Stefan Kind & Gordon Haupt (Fightland). Da Ramasco in Runde 1 ausgeknockt wurde, musste Drewniok alleine gegen zwei Gegner weitermachen. Der Dortmunder kämpfte zwar wie der sprichwörtliche Löwe, musste aber die zahlenmäßige Überlegenheit seiner Gegner anerkennen. Trotzdem, eine sehr kämpferische Leistung des Dortmunders.

Im Vorprogramm der Veranstaltung stach vor allem der gerade mal 48kg leichte Nattaphon Mungrakklang (Fight Lounge) heraus. Das Fliegengewicht traf mit einem sauberen Knie zum Körper und dies schickte seinen Gegner Meiki Noisee (Ratingen) in Runde 2 auf den Boden, was dessen Trainer dazu veranlasste das Handtuch zu werfen.

Kurzum, die Veranstaltung kann man als sehr gelungen bezeichnen und noch im Ring kündigte Franek Lukanowski an, das man ende des Jahres mit einer weiteren Veranstaltung zurückkehren wird. Wir dürfen gespannt sein.

RockStar Fight Night
RockStar Fight Night
29. Januar 2012
FWZ, Dortmund

Ergebnisse

IKBA-Europa Titel / K-1 / - 95kg / 5x3 min.
Janosch "Dalsihm" Nietlispach (SUI) bes. Niko Falin (D) durch Punkte 3-0

IKBA-Internat. Deutscher Titel / MMA / -
Steve Mensing (Golden Glory) bes. Raymond Jarman (NED) durch Punkte 3-0

K-1 Superfight / + 95kg / 3x3 min.
Patrick Liedert (Fight Lounge) bes. Waldemar Newdach (Team Tiger) durch Punkte 3-0

K-1 Superfight / + 95kg / 3x3 min.
Kamran Arminzadeh (Team Popeye) bes. Murat Gezerci (Fight Lounge) durch Punkte 3-0

RockStar MMA-Cup / - 80kg / 2x5 min.
Arda Adas (Golden Glory) bes. Veselin Dimitrov (Fight Fabrik&Gladiators) durch RNC in Runde 2

MMA / - 80kg / 2x3 min.
Fabian Loewke (Fight Lounge) bes. Malte Grosse (MMA-Team) durch Punkte 3-0

K-1 / - 86kg / 3x3 min.
Tobias Voss (Workers Hall) bes. Sascha Valentic (Team Popeye) durch Punkte 3-0

K-1 / - 95kg / 3x3 min.
Andre Schmeling (Athletics Sport) bes. Sercan Kalfa (Fight Lounge) durch Aufgabe in Runde 3

K-1 / - 72kg / 3x3 min.
Max Baumert (Golden Glory) bes. Alex Hoffmann (Team Tiger) durch Punkte 3-0

K-1 / - 91kg / 3x3 min.
Rachid Taie (Fight Lounge) bes. Kordian Scharla (Athletics Sport) durch Punkte 3-0

K-1 / - 82kg / 3x3 min.
Aristo Lewis (Golden Glory) bes. Selahatin Okansoy (Fight Lounge) durch Aufgabe in Runde 2

K-1 / - 72kg / 3x3 min.
Niko Kyriakidis (Fight Lounge) bes. Maurice Nellesen (Athletics Sport) durch PUnkte 3-0

Beat Fights Tag Team Kampf / K-1 Rules / + 95kg / 2x4 min.
Stefan Kind & Gordon Haupt (Fightland) bes. Romano Ramasco & Sebastian Drewniok (Fight Lounge) durch Punkte 3-0

K-1 / 3x2 min.
Nattaphon Mungrakklang (Fight Lounge) bes. Meiki Noisee (Sportschule Asia) durch Aufgabe in Runde 2

K-1 / 3x1,5 min.
Thomas Spiess (Athletics Sport) bes. Rafael Olschewski (Fight Lounge) durch DSC in Runde 2

K-1 / 3x1,5 min.
Daniel Asparuhov (Fightland) bes. Fernando Limones (Team Popeye) durch Punkte 2-1

MMA / 2x3 min.
Gurik Kirkoryan (Golden Glory) bes. Marco Heinrich (Fight Lounge) durch Armbar in Runde 1

K-1 / 3x1,5 min.
Endrit Tovrijani (Fight Club) bes. Ernesto Sengezer (Fight Lounge) durch Punkte 3-0

K-1 / 3x1,5 min.
Przemyslaw Jurkiewicz (Team Popeye) bes. Jaouad El Hasani (Fight Lounge) durch Punkte 3-0