Thai/Kickboxen

Nach Megafight in Bochum: Danyo Ilunga verkündet Karriereende

Danyo "Dibuba" Ilunga (Foto: Glory)

Danyo Ilunga gehört zu den erfolgreichsten Deutschen Kämpfern aller Zeiten. Der 31-Jährige mit kongolesischen Wurzeln sorgte über Jahre für Furore im umseilten Viereck, krönte sich u.a. zum Champion bei prestigeträchtigen Organisationen wie „It‘s Showtime“ und stand auch für den Branchenprimus Glory im Ring. Nach über einer Dekade mit Duellen auf Top-Nivea hängt „Dibuba“ nun seine Handschuhe an den Nagel.

In über 70 Kickboxduellen beeindruckte Ilunga die Massen weltweit. Ob bei Glory in New York, bei der Fight Night in Saint Tropez, im Titelduell in Amsterdam oder bei zahlreichen Auftritten in Deutschland, der sympathische Deutsche gab immer alles. So auch bei seinem letzten Auftritt bei Isa Topals „Big Game 2“ Bochum.

Gegen Bas Vorstenbosch lieferte sich Ilunga eine actionreiche Partie, in der er eine nahezu übermenschliche Leistung abrief und seine Fans an den Rand eines Herzinfarkts trieb. Bereits nach wenigen Sekunden musste Dibuba schwer getroffen zu Boden. Ebenfalls noch im ersten Durchgang griff sein niederländischer Gegner ihn an, als Ilunga die Arme nach einem Referee-Stop herunternahm – und erneut krachte der 31-Jährige auf die Matte.

Was danach folgte war einzigartig: Nicht nur, dass der von Asmir Burgic trainierte Athlet wieder in den Kampf fand, war beeindruckend, sondern dass er die Partie um 180 Grad drehte. Im dritten Durchgang besonders feuerte der Waldbröler aus allen Lagen und schickte Vorstenbosch zweimal auf die Matte, schaffte es fast ihn noch vorzeitig zu besiegen (GNP1.de berichtete).

Danyo Ilunga mit dem im Kongo traditionellen Krieger-Outfit beim Einlauf. (Foto: Glory)

Kurz nachdem der Ringrichter die Hand von Ilunga nach der offiziellen Wertung nach oben streckte, ergriff der glückliche Gewinner das Mikrofon und erklärte, dass dies seine letzte Begegnung gewesen sei. Er sei inzwischen glücklicher Vater und werde seinen Fokus von nun an auf seine Familie richten.

Ilunga hat alles richtig gemacht und hört auf einem der Höhepunkte seiner Karriere auf – mit 31 ebenfalls jung. Dem Fehler, den andere Athleten begehen, indem sie weit über ihrem Zenit noch im Ring stehen und Niederlagen oder gar Verletzungen erleiden, entgeht er intelligent.

Unvergessen seine Erfolge, wie z.B. den Gewinn der WKA Europameisterschaft 2009, die IMC Muay Thai WM im gleichen Jahr sowie den Kings Cup und nur ein Jahr später die WM der IKBO im Muay Thai. Seinen größten Triumph feierte Ilunga 2011-2013 bei „It‘s Showtime“, wo er sich zum Champion krönte und den Gürtel zweimal verteidigte. Ähnlich wie sein Protege Remy Bonjaski, oder sein langjähriger Trainer und Freund Asmir Burgic, wird Ilunga in Zukunft womöglich selbst als Coach die jungen Fighter der kommenden Generation ins Rampenlicht führen.

Die Erfahrung im und außerhalb des Rings hat er allemal – sowie den Showmanship, den er stets bei seinen Einläufen in die Arenen mit seinem traditionellen, kongolesischen Krieger-Outfit an den Tag legte.