Thai/Kickboxen

Mix Fight Gala XX: Zimmerman, Kehl, Beqiri & Tuinov siegreich

Das Jubiläum der Mix Fight Gala am vergangenen Samstag ist Geschichte. Vor sehr gut besuchter Kulisse sollte es zu spektakulären Kämpfen im Viereck kommen, bei dem die Zuschauer garantiert voll und ganz auf ihre Kosten gekommen sind.

Zimmerman siegt erwartungsgemäß

Zum zweiten Mal in seiner Laufbahn stieg "Bonecruhser" Errol Zimmerman in Deutschland in den Ring. Gegen Lokalmatador Viktor Bogutzki sollte es dann doch länger dauern als man es im Vorfeld hätte vermuten können. In der ersten Runde zeigte Bogutzki zu viel Respekt und fing sich auch prompt einen Hammer von Zimmerman ein. Der Frankfurter ging zu Boden, war aber bei acht wieder kampfbereit. In Runde zwei ließ Zimmerman seinem Gegner zu viel Raum und Bogutzki konnte ein paar schöne Aktionen zeigen, ohne aber dabei den finalen Treffer setzen zu können.

In Runde drei drehte Zimmerman wieder auf und konnte Bogutzki erneut zu Boden schicken. Auch hier erholte sich dieser wieder - es war aber nur von kurzer Dauer. Augenblicke später erfolgte der nächste Niederschlag und nach diesem signalisierte Bogutzki, dass er nicht mehr weitermachen kann. T.K.o.-Sieg für Zimmerman, der nach dem Kampf gegenüber GNP1.de sagte, dass es wichtig gewesen sei, etwas länger im Ring zu stehen, um sich langsam aber sicher wieder an die Spitze heranzutasten.

Beide Kehls glänzen

Den Auftakt machte „The Brain“ Juri Kehl, der auf Liang Shoutao aus China in einem Muay-Thai-Kampf traf und hier war man besser beraten, ganz genau hinzuschauen. Denn mit seiner ersten Aktion - einem blitzsauberen gesprungenem Knie - schickte Kehl Shoutao bereits nach wenigen Sekunden zu Boden. Zwar erholte sich dieser noch einmal, doch nur um wenige Augenblicke später von Kehl erneut einen Volltreffer zu kassieren und klassisch K.o. zu gehen.

Später am Abend hatte Enriko Kehl die Möglichkeit, es seinem Bruder gleich zu tun. Allerdings erwies sich sein Gegner Song Shaoqiu als sehr unbequemer und vor allem schwer zu kämpfender Kontrahent, welcher auch nicht immer sehr sauber agierte. Sobald Kehl das Tempo anzog, bekam der Chinese große Probleme, da er mit dem Druck nicht umgehen konnte. Zwar konnte dieser mit seiner Rechten den einen oder anderen Punkt erzielen, mehr als ein kurzes Strohfeuer war es dann auch nicht und Kehl wurde per einstimmiger Punktentscheidung zum Sieger erklärt

Beqiri dominiert Varol

Eine ganze Menge Fans bejubelten den Einlauf von Shemsi Beqiri, welcher auf Erkan Varol traf. Von Beginn an hatte der Schweizer das Heft fest in der Hand und bestimmte das Duell mit schnellen und variablen Kombinationen. Varol wirkte einfach zu schwerfällig, um gegen einen so quirligen Kämpfer wie Beqiri es an diesem Abend war, bestehen zu können. Einen kleinen Tumult gab es zum Ende der zweite Runde als Beqiri Varol quasi mit dem Gong relativ unsanft traf. Der Türke monierte einen Tieftritt, was die Offiziellen allerdings anders sahen. Nach einer Erholungspause ging es in den Schlussdurchgang, wo Varol zwar etwas aktiver wurde, Beqiri aber zu keiner Zeit ernsthaft in Bedrängnis bringen konnte, weshalb es am Ende auch einen verdienten Punktsieg für den Schweizer gab.

Tuluk und Al Mansouri mit Kurzeinsätzen

Nichts zu lachen hatten an diesem Abend die Gegner von Attila Tuluk und Samir Al Mansouri. Tuluk sollte eigentlich gegen Jerome Heinz in den Ring steigen, welcher aber wegen einer Verletzung verhindert war. Dafür bekam es der Gießener mit Amir Kotikov zu tun und dieser schockte die Fans von Tuluk zunächst, als er diesen in der Auftaktrunde zu Boden schickte. Das konnte dieser nicht auf sich sitzen lassen, berappelte sich wieder und machte seinerseits den Gar bei Kotikov noch in der ersten Runde aus.

Ebenfalls sehr unsanft schickte Samir Al Mansouri seinen Kontrahenten Liu Dacheng in das Land der Träume. Nach seinem spektakulären K.o. im vergangenen Jahr setzte das MMA-Spirit-Mitglied noch einen drauf. Dacheng bettelte förmlich um die Linke des Frankfurters und der ließ sich das nicht zweimal sagen und machte in der ersten Runde den Sack bereits zu. 

Arslan & Aygün sichern sich Mix Fight Titel

Atakan Arslan traf zum Auftakt des Hauptprogramms auf Marco Pique, welcher kurzfristig nach dem Ausfall von Kevin Brenda zum Einsatz kam. Arslan versuchte auch gleich das Heft in die Hand zu nehmen, wirkte dabei sehr aktiv und ließ seinen Gegner erst nicht in den Kampf kommen. Zwar agierte Pique meist von der Mitte heraus, so wirklich in den Kampf wollte der "Sniper" aus den Niederlanden an diesem Abend aber nicht finden, weshalb "Avatar" Atakan Arslan nach Ablauf der drei Runden den Sieg zugesprochen bekam.

Eine richtige Schwergewichts-Schlacht sollte es zwischen Murat Aygün und Tarik Khbabez geben. Beide Kämpfer hielten sich nicht lange mit taktischen Spielchen auf und suchten die Entscheidung. Jedoch sollte trotz aller offensiven Bemühungen von beiden kein vorzeitiger Sieg herausspringen. Im Gegenteil, denn nach drei Runden waren sich die Punktrichter nicht einig und es gab eine Runde extra. Hier konnte in den Augen der Offiziellen Murat Aygün die meisten Kraftreserven mobilisieren und sich die Mix Fight Titel im Schwergewicht schnappen

Promoter Sefer Göktepe hatte im Vorfeld einen spektakulären Event angekündigt und damit sollte er auch Recht behalten. Der Walk-in, die Licht- und Soundtechnik - alles wirkte weitaus aufwendiger als noch im vergangenen Jahr. So wie es zu einem großen Jubiläum eben sein sollte. Die Messlatte für 2017 ist hoch gelegt worden.

Mix Fight Gala XX
3. Dezember 2016
Fraport-Arena, Frankfurt


K-1

Errol Zimmerman bes. Viktor Bogutzki durch T.k.o. in Runde drei
Enriko Kehl bes. Song Shaoqiu durch einstimmige Punktentscheidung
Vladislav Tuinov bes. Wu Jianan durch K.o. in Runde eins
Samir Al Mansouri bes. Liu Dacheng durch K.o. in Runde eins
Shemsi Beqiri bes. Erkan Varol durch einstimmige Punktentscheidung
Attila Tuluk bes. Amir Kotikov durch K.o. in Runde eins
Murat Aygün bes. Tarik Khbabez durch mehrheitliche Punktentscheidung nach extra Runde
Regian Eersel bes. Chen Yawei durch K.o. in Runde eins
Atakan Arslan bes. Marco Pique durch einstimmige Punktentscheidung
Kaitlin Young bes. Johanna Kruse durch geteilite Punktentscheidung
Wang Tengyue bes. Angelo Imparaj durch geteilte Punktentscheidung
Sergej Braun bes. Philipp Häfeli durch T.k.o. in Runde zwei
Akam Tarageh bes. Sun Weipeng durch einstimmige Punktentscheidung
Wang Wenfeng bes. Sergio Wielzen durch geteilte Punktentscheidung
Bartosz Zajac be.s Wang Hesong durch geteilte Punktentscheidung
Eduard Domke bes. Qaisar Amer Chel durch einstimmige Punktentscheidung
Oskar Sokolowski bes. Max van Gelder durch einstimmige Punktentscheidung
Nuri Kacar bes. Artur Scherer durch T.k.o. in Runde drei

Muay Thai
Juri Kehl bes. Liang Shoutao durch K.o. in Runde eins