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Mix Fight Gala XIX: Gebrüder Kehl und Manhoef triumphieren

Die Mix Fight Gala schlug nach 2013 am vergangenen Samstag erneut wieder die Zelte in der Frankfurter Fraport-Arena auf. Mit äußerst aufwendiger Technik und einem vielversprechenden Programm hat man hier nach Fulda den zweiten Event des Jahres abgehalten.

Gebrüder Kehl holen Siege

Für Enriko "The Hurricane" Kehl war 2015 wie eine Berg- und Talfahrt. Nach Siegen über Erkan Varol, Mohamed Diaby und Zhao Chunyang gab es aber auch Niederlagen gegen Giorgio Petrosyan und Dzhabar Askerov. Da war es natürlich wichtig, gerade vor den heimischen Fans einen Sieg zum Jahresabschluss zu feiern. Gegen Hu Yafei aus dem chinesischen WLF-Team war Kehl hellwach und bestimmte den Kampf aus der Mitte des Rings. Mit seinem variablen Kampfstil ließ er Yafei keine Chance, sich selbst zu entfalten. Dabei war sich Kehl seiner Sache nach Runde eins schon sehr sicher und begann, mit dem Chinesen zu spielen. Dieser versuchte zwar, das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen, musste aber an diesem Abend anerkennen, dass Kehl in einer ganz anderen Liga spielte. Einstimmiger Punktsieg und zudem noch der WM-Titel des WFMC für Enriko Kehl.

Dessen Bruder Juri "The Brain" Kehl legte im Kampf der Brüder an diesem Abend gegen Wang Pengfei aus China vor. Kehl setzte in einem hart geführten Kampf zunächst immer die ersten Aktionen. Warum dieser vom chinesischen Ringrichter bereits sehr früh im Kampf immer wieder ermahnt wurde, wird wohl nur dieser selbst wissen. Da es hier nach Glory-Regeln ging und demnach auch der Clinch, so lange ein Kämpfer arbeitet, erlaubt ist, hätte es die Ermahnungen eigentlich nicht gebraucht. Dennoch ließ sich Kehl davon nicht weiter beeindrucken, auch dann nicht, als er vom Ringrichter einen Minuspunkt kassierte. Kehl arbeitete kontinuierlich, was auch den Punktrichtern nicht verborgen blieb, von denen er zum einstimmigen Sieger nach Punkten erklärt wurde.

Manhoef dominiert das Turnier
Im ersten Halbfinale das Turniers standen sich zunächst Arman Hambaryan und Faton Vukshinaj gegenüber. Vukshinaj ersetzte den verletzten Tevfik Sucu. Dass der Schweizer eine exzellente Wahl gewesen ist, stellte der Schützling von Daniel Born sofort unter Beweis. Von Beginn an setzte Vukshinaj seinen Gegner immer wieder unter Druck, und der vor dem Turnier leicht favorisierte Hambaryan fand zunächst kein Mittel, um Vukshinaj die Stirn bieten zu können. Der Schweizer mit albanischen Wurzeln zeigte mit seinem offensiven Stil eine sehr gute Vorstellung, auch wenn sich Hambaryan zum Ende des Kampfes immer besser in Szene setzen konnte - es sollte nicht reichen, und Fukshinaj wurde berechtigt zum knappen Punktsieger erklärt.

Im zweiten Halbfinale trafen Cedric Manhoef und Lirim Ahmeti aufeinander. Nach einer noch recht ausgeglichenen Runde eins zog Manhoef das Tempo in Runde zwei immer mehr an und konnte Ahmeti damit auch unter Druck setzen. Taktisch zeigte Manhoef eine einwandfreie Leistung, machte keine Fehler und erhöhte den Druck auf Ahmeti stetig. Dabei vermied der Holländer aber das unnötige Risiko einer Verletzung und konnte sich durch einen einstimmigen Punktsieg das zweite Ticket für das Finale sichern.

Im Finale zwischen Vukshinaj und Manhoef war es der Holländer, welcher von Beginn an die ersten Aktionen in das Ziel brachte. Doch Vukshinaj konnte zunächst noch dagegen halten und es Manhoef alles andere als einfach machen. Je länger der Kampf allerdings dauerte, desto besser sah es für Manhoef aus, der an diesem Abend einfach den Tick spritziger wirkte und auch die Marschrichtung von seinem Cousin Melvin Manhoef sehr gut umsetzten konnte. Zwar hoffte man auf der Gegenseite, dass Vukshinaj noch einmal die Wende würde herbeiführen können, doch es sollte nicht gelingen und Manhoef sicherte sich den Gesamtsieg in dieser Turnierserie.

Mansouri und Kruse überzeugen
Den vielleicht spektakulärsten Kampf des Abends lieferten sich Lokalmatador Samir "Kleine Jongen" Al Mansouri und Beni "The Dog" Osmanoski aus der Schweiz. Mansouri versuchte, mit seinen Vorteilen in der Reichweite den Kampf zu diktieren, was dem Frankfurter auch gut gelang. Bei Osmanoski weiß man aber, dass er immer in der Lage ist, einen Kampf auch zu drehen. Nur mit dem Unterschied, dass es ihm an diesem Abend nicht gelingen sollte. Mit einem Frontkick auf die Rippen des Schweizers schickte Al Mansouri diesen in Runde eins zu Boden. Osmanoski erholte sich davon zwar wieder, fand aber ab da nicht wirklich in den Kampf hinein. Al Mansouri dagegen überstürzte nichts und baute den Druck stetig weiter auf. In Runde drei sollte das Ende kommen, als Al Mansouri seinen Gegner mit einem harten Kick zum Kopf nicht nur auf die Bretter, sondern auch ins Land der Träume schicken konnte.

Im einzigen Kampf der Amazonen trafen auf dieser Veranstaltung Johanna Kruse und He Qun aus China aufeinander und beide Damen ließen sich nicht lange bitten. Während die Chinesin versuchte, mit wilden Schwingern zu Erfolg zu gelangen, punktete Kruse mit Kick- und Boxkombinationen. Schon bald merkte man das Qun der Härte von Kruse an diesem Abend nicht gewachsen war. Immer wieder drehte sich die Chinesin ab und musste zwischenzeitlich auch angezählt werden. Kruse erhöhte ihren Druck und das auch mit Erfolg. Denn nach Runde zwei machte Qun keinerlei Anzeichen, dass sie sich noch einmal dem Kampf stellen möchte und gab entkräftet auf. Vorzeitiger Sieg für Johanna Kruse und ein gelungener Jahresabschluss.

Mix Fight Gala XIX
5. Dezember 2015
Fraport-Arena, Frankfurt


WFMC-Weltmeisterschaft / Glory-Rules
Enriko Kehl bes. Hu Yafei durch einstimmige Punktentscheidung

Mix Fight Gala Grand Prix / Semi-Finals
Faton Vukshinaj bes. Arman Hambaryan durch geteilten Punktentscheid
Cedric Manhoef bes. Lirim Ahmeti einstimmig nach Punkten

Mix Fight Gala Grand Prix / Finale
Cedric Manhoef bes. Faton Vukshinaj durch einstimmige Punktentscheidung

K-1

Juri Kehl bes. Wang Pengfei durch einstimmige Punktentscheidung
Samir Al Mansouri bes. Beni Omsanoski durch K.o. in Runde drei
Niko Falin bes. John Granville endete unentschieden
Attila Tuluk bes. Zermin Zendeli durch K.o. in Runde eins
Zhou Wei bes. Jerome Heinz durch geteilte Punktentscheidung
Johanna Kruse bes. Zhou Wei durch Aufgabe in Runde drei
Lu Jianbo bes. Nuri Kacar durch einstimmige Punktentscheidung
Berat Aliu bes. Sun Weiqian durch geteilte Punktentscheidung
Shqiprim Potoku vs. Ahmed Karaouaoui endete unentschieden
Ergjan Ajeti bes. Lahbib Tahiri durch einstimmige Punktentscheidung
Erdi Sür bes. Edgar Manz durch einstimmige Punktentscheidung
Akam Taraghe bes. Ali Yassini durch einstimmige Punktentscheidung
Memo Bastug bes. Eduard Domke durch geteilte Punktentscheidung

Muay Thai

Andy Rögner bes. Wang Tengyue durch geteilte Punktentscheidung

Boxen
Tufan Afshar bes. Alex Schmitt durch geteilte Punktentscheidung
Pierre Hacci-Robci bes. Eduard Zhussupov durch einstimmige Punktentscheidung
Haydar Olgur bes. Dima Saint durch einstimmige Punktentscheidung
Andy Schedelig bes. Hicham Elhajji durch geteilte Punktentscheidung