Thai/Kickboxen

Michael Lorenz: Jetzt ist der Zeitpunkt, durchzustarten!

Michael Lorenz (m.) im Sok Chai Gym Berlin.

Michael Lorenz gehört zu den aufstrebenden Kämpfern aus dem Berliner Sok Chai Gym. Der 24-Jährige steht am 4. Juli im Hauptkampf der Bernauer Fight Night und trifft dort auf den Polen Maciej Djlik. Vor seinem Einsatz sprachen wir mit dem schlagkräftigen Deutschen mit Wurzeln in Thailand.

GNP1.de: Wie bist du zum Kampfsport gekommen und wer waren deine Vorbilder?
Michael Lorenz: Ich bin in meiner Kindheit mit Filmen von Jackie Chan und Bruce Lee aufgewachsen. Das waren immer meine Vorbilder. Die Muskeln von Jackie Chan, seine Ausdauer und sein Kampfgeist haben mich immer stark beeindruckt. Sein Humor brachte mich auch immer zum Lachen. Bruce Lee ist eine Legende. Jeder kennt seinen Namen. Ich war immer begeistert von seiner Körperbeherrschung. Eines Tages habe ich den Film „Ong Bak“ mit Tony Jaa gesehen und der brachte mich zum Kampfsport. Ich interessierte mich immer mehr für Muay Thai, weil dort auch ein Teil meiner Wurzeln liegen. Irgendwann im Asia Supermarkt habe ich dann eine Nummer von einem Verein entdeckt und bat um ein Probetraining.

Du warst letztens bei der UFC in Berlin. Wie hat es dir gefallen und wie interessant ist MMA für dich in Zukunft?
Das war mein erstes MMA-UFC-Event, das ich live gesehen habe. Ich war beeindruckt von der Menschenmasse und der Atmosphäre. Ich denke, MMA wäre mal eine gute Abwechslung, aber ich bevorzuge es vorerst als Stand-Up-Kämpfer aufzutreten.

Du kommst aus dem Muay Thai. Wie kommst du mit dem Reglement im K-1 zurecht - wo liegen signifikante Unterschiede in deinen Augen?
K-1-Regeln ähneln den Boxregeln, meiner Meinung nach. Im Muay Thai kann man Ellenbogen und Knie benutzen. Außerdem kann man den Gegner festhalten. Das alles ist im K-1 nicht erlaubt, auch das Herunterziehen von Kopf des Gegners ist verboten. Es ist alles eine Kopfsache.

Du hast bereits 23 Kämpfe im K-1 bestritten. Wo liegt der Unterschied in deinen Augen zwischen vorzeitigem Sieg oder Punktsieg - oder ist jeder Sieg gleich wichtig?
Der vorzeitige Sieg ist für jeden Kämpfer ein großer Triumph, aber mit dieser Einstellung gehe ich nicht in den Ring. Ich versuche den Gegner nie zu unterschätzen, wenn ich natürlich meine Chance auf einen K.o.-Sieg sehe, dann nutze ich sie aus. Der Sieg bringt dann immer die gleichen Gefühle hervor: Erleichterung und Freude.

Du hast sechs deiner Fights durch K.o. gewonnen. Planst du das Ende schnell herbeizuführen?
Das größte Highlight wäre für mich den Gegner in den ersten Sekunden durch einen Schlag K.o. zu  hauen. Aber das ist mir noch nicht passiert (lacht).

Am 4. Juli steigst du wieder in den Ring, bei der Bernauer Fight Night. Was erwartet dich dort?
Viele bekannte Gesichter werde ich morgen wieder treffen. Es erwartet mich ein Kampf gegen einen Polen. Von internationalen Kämpfen kann man immer Erfahrung sammeln. Bei solchen Veranstaltungen lernt man auch schnell neue Leute kennen.

Dein Gegner ist Maciej Djlik. Was weißt du über ihn?
Er ist 21 Jahre alt. Ich weiß, dass er auch bereits Auslandserfahrung gesammelt hat. Ich bin gespannt auf seine Leistung.

Du stehst im Main Event des Abends. Bedeutet das mehr Druck oder macht dich das eher stolz und motiviert zusätzlich?
Es macht mich mächtig stolz! Der Druck kommt erst im Ring.
Meine Fans sind mir zudem sehr wichtig, sie pushen und unterstützen mich. Ich möchte ihnen auch immer eine gute Show liefern.

Wie hast du dich auf diesen Kampf vorbereitet?
Mit den Vorbereitungen hat mir mein Verein SokChai und der Verein Boxtempel geholfen. Das Training wird intensiver denn je und ich habe mehr Sparringseinheiten eingebaut. Ich bin bereit.

Gib uns eine Prognose, wie du den Kampf beenden willst.
Ich denke, das wird ein Kampf nach Punktesystem. Wie es am Ende ausgeht, werden wir dann sehen.

Deine Spitznamen "Thongchai“ und „ThaiFanta“, wie hast du sie bekommen und was ist die Bedeutung dahinter?
Thongchai ist mein Spitzname, den mir meine Mutter mitgegeben hat. „Thongchai“ bedeutet sinngemäß Gewinner und Flagge. „Thaifanta“ kam zustande, weil ich in Thailand immer sehr gerne Fanta getrunken habe. Ist bis heute mein Lieblingsgetränk.

Viele deutsche Kämpfer gehen zur Kampfvorbereitung nach Thailand. Machst du das auch?
Als ich 18 Jahre alt war habe ich bereits in Thailand trainiert bei Kaoklai Kaennorsing. Er kommt zufälligerweise aus meiner Heimatstadt Khon Kaen, deswegen haben meine Verwandten mich damals zu ihm ins Gym geschickt. In Zukunft würde ich gern mehr in Thailand trainieren und Erfahrung sammeln.

Man wird in Zukunft noch viel von dir hören, weil...?
Weil jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um durchzustarten. Ich befinde mich körperlich in Höchstform und möchte demnächst viele Kämpfe bestreiten und gegen die Besten antreten.