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Max Birkner: „Das wird Entertainment in K-1-Form“

Welt- und Europameister Max Birkner wartet auf Leo Zulic. (Foto: Patrick Hoppe/Eye Catcher)

Am 27. September kommt es bei der Night for Masters in Mülheim zum WM-Duell zwischen Leo Zulic und Max Birkner. Nachdem uns Zulic vor ein paar Tagen Rede und Antwort stand, hat sich heute sein Gegner vom la familia Fightclub in Halle zu diesem Kampf geäußert. Den ersten WM-Titel hatte sich Birkner im Mai dieses Jahres geschnappt und wer einmal Blut geleckt hat, der will auch mehr.

Groundandpound.de: Max, am 27. September wirst du bei der Night for Masters gegen Leo Zulic um deinen zweiten WM-Titel kämpfen. Wie laufen die Vorbereitungen?
Max Birkner: Sehr gut. Ich fühle mich fit und habe bisher keine Verletzung. Alles so, wie es sein muss.

Was weißt du über Leo Zulic und wie schätzt du ihn ein?
Ich weiß, dass er sehr viel Erfahrung im Ring hat, er aus dem Boxen kommt und dass er absolut fit ist. Darum denke ich, er wird von all dem Gebrauch machen... müssen.

Auf welchen Kampf glaubst du, wirst du dich einstellen müssen?
Auf fünf mal drei Minuten lang zu „ballern“! Nein ernsthaft, technisch wird es sehr anspruchsvoll und genauso konditionell. Doch die Zuschauer wird es freuen, das wird Entertainment in K-1-Form.

Ihr seid beide Kämpfer, die über fünf Runden ein hohes Tempo gehen können. Ein Punkt, der entscheidend sein könnte, wenn einer schwächelt?
Na klar. Das ist in jedem Kampf so. Sobald die Kondition nachlässt, wird man langsam, die Reaktion lässt nach. Man kann sich nicht mehr richtig konzentrieren. Auch die Schlagkraft schwindet, kurz gesagt, das ist einfach nicht von Vorteil. Dumm, wer das nicht ausnutzt und den Kampf dann für sich entscheidet.

Richtet ihr das Training speziell auf den Gegner aus oder läuft es ab wie immer?
Würde ich nicht wissen, gegen wen ich kämpfe, wäre das Training wie immer. Da ich jedoch weiß, wer mir gegenüber stehen wird, ist es nur logisch und vernünftig, sich auf den Gegner einzustellen. Schließlich will man gewinnen und ich denke, jeder Kämpfer hat eine Schwäche, die es auszunutzen gilt. Darum ist eine spezielle Vorbereitung sinnvoll.

Wie sieht deine Vorbereitung bei dir auf einen solchen Kampf im Detail aus?
So schwer es mir fällt und ich zu gerne darauf antworten möchte, doch es ist so: In Deutschland herrschen strikte Datenschutzrichtlinien, somit kann ich keine näheren Auskünfte geben. (lacht)
Max Birkner verspricht K-1 vom feinsten. (Foto: Patrick Hoppe/Eye Catcher)
Studierst du im Vorfeld deinen Gegner auf Videos oder verlässt du dich da ganz auf das, was dir deine Trainer mit auf den Weg geben?
Natürlich, ein paar Videos guckt man sich schon an, aber das ist meist mit zwei, drei Videos erledigt. Einfach damit ich weiß, mit wem ich es zu tun habe. Na ja und was meine Trainer mir sagen, darauf höre ich doch schon lange nicht mehr... Scherz! Ich vertraue zu 100 Prozent auf meine Trainer und die Strategie.

In deinen letzten Kämpfen bist du, auch aufgrund der Zahl der bisher bestrittenen Kämpfe, als Außenseiter in das Rennen gegangen. Liegt dir diese Rolle?
Ja, das ist auffällig, wie wenig Kämpfe ich bestritten habe im Gegenteil zu meinen Gegnern. Aber es ist nicht leicht, jemanden zu finden, der tatsächlich genauso wenige Kämpfe hat wie ich. Sicherlich ist der Druck geringer, wenn man als Außenseiter startet, aber das sollte mich nicht aufhalten, mir alles abzuverlangen. Vielleicht mag ich der Außenseiter sein, aber ich möchte einfach niemanden enttäuschen. Weder meine Trainer, Freunde noch meine Fans.

Macht es für dich diesen Kampf auch ein Stück weit einfacher, weil viele einen Sieg von Zulic erwarten und du im Prinzip nichts zu verlieren hast?
In dieser Leistungsklasse kann ein Schlag oder eine Unachtsamkeit über Sieg oder Niederlage entscheiden. In dieser Liga will ich kämpfen, also muss ich mit allem rechnen. Umgekehrt allerdings genauso. Selbst wenn Zulic tausend Kämpfe hätte. Zu sagen, es ist nicht schlimm, verloren zu haben und ich hatte eh keine Chance, das würde mich nicht beruhigen. Ich würde mich dennoch ärgern.

Wenn wir einen Blick in die berühmte Kristallkugel werfen, wo siehst du dich in fünf bzw. zehn Jahren?
Auf einer Intensivstation oder in einem Reha-Zentrum. Ich habe zwar in dieser Vorbereitung keine Verletzungen, aber der Hochleistungssport fordert seinen Tribut ein. So wie ich manchmal früh aus dem Bett falle, wundert es mich, dass ich überhaupt noch am selben Tag trainieren konnte. (lacht)

Europameister der WKU, Weltmeister der IKBO – wohin soll die Reise von Max Birkner noch gehen?
Ins Ausland. (lacht) Spaß beiseite. Ich habe schon längere Zeit überlegt, zum Boxen zu gehen und vor kurzem wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, im MMA zu kämpfen, das Talent habe ich, hieß es. Allerdings kann ich es nicht genau sagen, wohin es mich noch tragen wird. Doch ganz sicher immer weiter nach vorn.
Mit dem zweiten WM-Titel in die Heimat? (Foto: Patrick Hoppe/Eye Catcher)
Unabhängig davon, wie der WM-Kampf in Mülheim ausgehen wird, auf welche spannenden Kämpfe mit dir dürfen wir uns in diesem Jahr noch freuen?
Ende des Jahres wollen wir, La Familia Fightclub Halle, eine kleine Gala veranstalten. Ich werde dabei sein. Allerdings weiß ich nicht, ob ich auch im Ring stehen werde. Ansonsten ist noch alles offen bis Jahresende. Mal sehen, ob noch Kampfanfragen reinkommen. Wenn es mich wieder in den Ring mit vier Ecken zieht, lass ich es euch wissen.

Auch wenn du nicht unbedingt ein Mann großer Worte bist, so hast du zum Abschluss noch die Möglichkeit, ein paar Worte an die Leser und deine Fans zur richten.
Große Worte sind bestimmt nicht meins, das stimmt. Aber ich kann große Taten für mich sprechen lassen. Ich kann behaupten, immer spannende und packende Kämpfe geliefert zu haben. Wie ein moderner Gladiator ziehe ich in den Ring zur Unterhaltung des Volkes. Auch diesmal werde ich etwas fürs Auge liefern. Ich bin mir sicher, jeder Kampfsportfan kommt auf seine Kosten, da wird Leo mir sicher zustimmen.