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Marshall gewinnt Turnier, Lokalmatadore siegen

Super Kombats World Grand Prix war ein voller Erfolg (Foto: Super Kombat)

Eine tolle Veranstaltung erlebten die Kickbox-Fans beim World Grand Prix von Super Kombat. Acht unterhaltsame Kämpfe sorgten für beste Stimmung in der Polivalent Hall im rumänischen Botosani. Im international besetzten Qualifikationsturnier zum Schwergewichts-Grand Prix Ende des Jahres setzte sich Dangelo Marshall mit zwei vorzeitigen Siegen durch, zuvor konnten die rumänischen Kämpfer ihre Superfights für sich entscheiden.

WGP-Turnier-Finale
Dangelo Marshall (Surinam) vs. Giannis Stoforidis (Griechenland)
Mit unterschiedliche Voraussetzungen gingen die Kontrahenten in das World Grand Prix-Finale in Botosani. Stoforidis hatte im Halbfinale nur anderthalb Runden gebraucht, Marshall musste den umständlichen Weg über die vierte Runde gehen. Dementsprechend war nicht mehr viel übrig, was auf Marshalls Spitznamen "Pretty Boy" schließen ließ, dessen linke Gesichtshälfte komplett zugeschwollen war

Der Grieche ließ zunächst Marshall attackieren, möglicherweise um ihn müde zu machen. Dieses Verhalten wurde von Marshall prompt bestraft. Der Surinamer öffnete noch in der ersten Minute eine Platzwunde an Stoforidis' linker Schläfe, der von den Ärzten untersucht wurde und fast zum Abbruch führte. Davon geweckt, ging Stoforidis aggressiv nach vorne. Beide kämpften fortan mit offenem Visier, der Eine vom Vorkampf gezeichnet, der Andere in Angst, die Platzwunde könnte wieder zu bluten anfangen.

Immer noch offen, aber deutlich langsamer gingen die Finalisten in der zweiten Runde zu Werke. Der Grieche landete mit seinen Händen aber immer mehr Treffer und punktete mit einem Niederschlag nach einer Minute, konnte den Sack aber anschließend nicht zumachen. In der finalen Runde begann nun Marshall wieder stärker und brachte seine Rechte mehrfach durch, bevor er Stoforidis in der Ecke mit Kniestößen eindecken konnte. Der Grieche blieb stehen, allerdings lief ihm nun Blut ins Auge durch die erneut offene Platzwunde. So war ein Fortsetzen des Kampfes unmöglich und Dangelo Marshall wurde nach insgesamt sieben harten Runden zum Sieger des Turniers erklärt.
Dangelo Marshall bes. Giannis Stoforidis via T.K.o. in Rd. 3

Reamon Welboren (Holland) vs. Benjamin Adegbuyi (Rumänien)
Mehr Mühe als gedacht hatte Publikumsliebling Benjamin Adegbuyi mit seinem niederländischen Gegner Reamon Welboren. Adegbuyi ging konstant nach innen und traf immer wieder mit Kombinationen und Körpertreffern. Welboren versuchte unterdessen, seinen rumänischen Gegner auf Distanz zu halten. Der Niederländer kam besser in die zweite Runde, war deutlich aktiver und konnte gegen den scheinbar müden Adegbuyi bessere Treffer setzen, musste aber auch harte Hände des Rumänen nehmen.

Die dritte Runde wurde dann zum spannenden Kampf zwischen dem technischeren Welboren und dem Power Puncher Adegbuyi. Die Kontrahenten schenkten sich nichts und beantworteten jede Aktion des Gegners mit eigenen Treffern. Welboren schien zum Ende hin mehr Luft übrig zu haben und setzte "Mr. Gentleman" unter Druck, bevor dieser kurz vor Ende der Runde noch einmal explodierte und eine Platzwunde an Welborens linkem Auge öffnete. Die Punktrichter werteten den engen Kampf zu Gunsten des Lokalmatadors. Eine vertretbare Entscheidung.
Benjamin Adegbuyi bes. Reamon Welboren einstimmig nach Punkten

Calogero Palmieri (Italien) vs. Ionuţ Atodiresei (Rumänien)
Der "Pitbull" Atodiresei begann verhaltener als sonst und versuchte, die Distanz gegen den größeren Palmieri zu überbrücken. In der Folge entwickelte sich ein technisches Duell auf Augenhöhe, in welchem die Duellanten abwartend agierten, Palmiere jedoch seine Reichweite geschickt einsetzte. Die zweite Runde verlief dann komplett gegensätzlich. Kniestöße und unsauberes Clinchen bestimmten den überaus engen Durchgang.

Nach zwei Runden sah sich Palmieri bereits auf der Siegerstraße und musste sich des aggressiven Rumänen erwehren. Erschwerend für den Italiener kam ein Punktabzug hinzu, nachdem Palmieri wiederholt mehr als einen Kniestoß aus dem Clinch abgefeuert hatte. Atodiresei ging weiter nach vorne und warf in der letzten Minute alles in die Waagschale. Die Punktrichter honorierten das mit einer einstimmigen Punktentscheidung.
Ionuţ Atodiresei bes. Calogero Palmieri einstimmig nach Punkten

Dzenan Poturak (Bosnien und Herzegovina) vs. Andrei Stoica (Rumänien)
Wo "Mr. K.o." drauf steht, ist auch "Mr. K.o." drin. Andrei Stoica machte seinem Namen gegen Dzenan Poturak erneut alle Ehre. Beide Kontrahenten tauschten zu Beginn High Kicks aus, bevor Stoica seinen bosnischen Gegner mit einer Rechten zu Boden schickte. Stoica roch Blut und versuchte, Poturak noch in der ersten Runde zu stoppen. Ein High Kick verfehlte das Ziel, die Fäuste jedoch nicht und Poturak ging ein zweites Mal zu Boden, rettete sich jedoch in die zweite Runde.

Diese begann allerdings sofort mit einem weiteren Niederschlag durch Stoica. Poturak konnte weiter machen, musste in einem Schlagabtausch aber erneut harte Treffer einstecken und taumelte nach hinten in die Ringseile. Noch bevor der Ringrichter ihn ausgezählt hatte, war Poturaks Betreuer im Ring und hielt seinen Kämpfer davon ab, weiteren Schaden zu nehmen.
Andrei Stoica bes. Dzenan Poturak via K.o. in Runde 2

Vanni Fae (Italien) vs. Dănuţ Hurduc (Rumänien)
Kurzen Prozess machte Dănuţ Hurduc mit dem Italiener Vanni Fae. Bereits nach 21 Sekunden schlug der Rumäne den Muay Thay-Kämpfer zu Boden. Der Italiener war zu keiner Zeit im Kampf und musste in der letzten Minute der ersten Runde erst nach einem High Kick im Stehen angezählt werden, bevor der 23-jährige Lokalmatador mit einer Kombination den Kampf beendete.
Dănuţ Hurduc bes. Vanni Fae via K.o. in Runde 1

WGP-Turnier-Halbfinale
Gaetan Sautron (Frankreich) vs. Dangelo Marshall (Surinam)
Surinam gegen Frankreich hieß es im Halbfinale, dass bis zum Schluss spannend war. Marshall begann stärker und nutzte seine Reichweite, um Sautron, der mit Schwingern attackierte, aus der Distanz zu bearbeiten. Sautrons Spitzname "Tornado" sollte sich nur selten bewahrheiten, die meiste Zeit ließ er sich von Marshall ablaufen und in den Ecken stellen. In der dritten Runde wurde Sautron dann stärker und konnte Marshall sogar noch mit einem rechten Schwinger zu Boden schlagen, nachdem der Surinamer bei einem Kniestoß eine Lücke ließ. Überraschend für die Zuschauer ging es anschließend in die Verlängerung.

Was die dritte Runde vermissen ließ, wurde dann in der Verlängerung nachgeholt. Marshall dominierte die Runde mit dem Clinch und seinen Geraden, rutschte aber einmal weg und wurde im Stehen angezählt. Davon weiter angestachelt zerlegte er Sautron mit zahlreichen Treffern und schlug den Franzosen mit seinen Geraden innerhalb der letzten Minute gleich zweimal zu Boden, sodass der Kampf zehn Sekunden vor dem Ende der Verlängerung abgebrochen wurde.
Dangelo Marshall bes. Gaetaon Sautron via T.K.o. in Runde 4 (Extra-Runde)

WGP-Turnier-Halbfinale
Leroy Johnson (USA) vs. Giannis Stoforidis (Griechenland)

Stoforidis erwischte einen glänzenden Start ins Turnier. Nachdem er den ersten Angriffen Johnsons stand halt, nahm er das Ruder in die Hand schlug Johnson in der Folge mehrfach mit Kniestößen, Körpertreffern und Geraden zum Kopf zu Boden. Johnson überstand gerade so die erste Runde, wurde aber im zweiten Durchgang in der Ecke gestellt und so lange mit Knieen und Geraden bearbeitet, bis der Ringrichter genug gesehen hatte und den Kampf abbrach.
Giannis Stoforidis bes. Leroy Johnson via T.K.o. in Runde 2

Romy da Silva (Brasilien) vs. Cristian Ristea (Rumänien)
Ristea kam gut aus der Ecke und bestimmte die erste Runde durch zahlreiche Körpertreffer. Immer wieder wich da Silva nach Leg Kicks zurück, was Ristea als einer Einladung zum eingesprungenen Kniestoß verstand. Der Brasilianer konnte kaum Akzente setzen, zeigte aber sein Durchhaltevermögen. Da Silva wurde in der zweiten Runde nun stärker und attackierte den Rumänen mit Leg Kicks und Kombinationen. Diese wurden mit Leg Kicks von der Gegenseite beantwortet. Die letzte Runde wurde zum offenen Schlagabtausch. Die müden Kämpfer bearbeiteten sich bis zum Schluss, wobei da Silva die besseren Treffer setzte. Es reichte jedoch nicht für den Auswärtssieg.
Cristean Ristea bes. Romy da Silva einstimmig nach Punkten

Die Ergebnisse im Überblick:

Superkombat World Grand Prix
28. September 2013
Polivalent Hall, Botosani, Romania

WGP-Turnier-Finale
Dangelo Marshall bes. Giannis Stoforidis via T.K.o. in Rd. 3

Benjamin Adegbuyi bes. Reamon Welboren einstimmig nach Punkten
Ionuţ Atodiresei bes. Calogero Palmieri einstimmig nach Punkten
Andrei Stoica bes. Dzenan Poturak via K.o. in Rd. 2
Dănuţ Hurduc bes. Vanni Fae via K.o. in Rd. 1

WGP-Turnier-Halbfinale
Dangelo Marshall bes. Gaetaon Sautron via T.K.o. in Rd. 4 (Extra-Runde)
Giannis Stoforidis bes. Leroy Johnson via T.K.o. in Rd. 2

Cristean Ristea bes. Romy da Silva einstimmig nach Punkten