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Marco Pique gewinnt Tournament

Flugverbot und Verletzungen - was es nicht alles gibt, was einem Promoter die Haare zu Berge stehen lassen kann. Die Superfighters-Veranstaltung am gestrigen Samstag machte ihrem Namen aber alle Ehre. Auch wenn man kurzfristig die Location wechseln musste, bekamen die Zuschauer sehr attraktive Kämpfe zu sehen. Erfreulich war auch die Auslosung vom Tournament. Die wurde direkt vor der Veranstaltung im Ring gemacht und das brachte natürlich zusätzlich Spannung bei den Beteiligten.

Superfighters Tournament
Im ersten Viertelfinale trafen Chris van Venrooij und Tefvik Sucu aufeinander. Dabei wirkte der Holländer in den drei Runden als der kompaktere und variablere Kämpfer, der einfach mehr getan hat. Was nicht heißen soll, dass Sucu eine schlechte Performance abgegeben hatte, es war eben nicht der Tag des Darmstädters und gegen van Venrooij zu verlieren, ist keine Schande. Shemsi Beqiri, er galt als einer der Topfavoriten, trat gegen Dardan Morina an. Die erste Runde bestimmte der Schweizer. Als in Runde 2 beide mit den Köpfen aneinander knallten, brachte ihn das aus dem Konzept und für Morina war es der Wachmacher. Der Ingolstädter fand zurück in den Kampf und zeigte eine starke Leistung bis in Runde 3. Dort zog er sich einen Cut über dem linken Auge zu. Dieser war so stark, dass dem Ringarzt nichts anderes übrig blieb, als den Kampf zu beenden. Im dritten Viertelfinale trafen mit Andy Rögner und Robert Siebenheller zwei Kämpfer aufeinander, die eigentlich nicht geplant waren, aber aufgrund des Flugverbots (Sesli saß in Italien fest) und Verletzung nachnominiert wurden. Rögner war mit seinem Kampfstil schwer zu kämpfen und man merkte deutlich, dass er aus dem Muaythai kommt. Der Frankfurter war den Tick besser und konnte Siebenheller in Runde 3 auf die Bretter schicken. Im letzten Viertelfinale, ein rein holländisches Duell, trafen Marco Pique und David Kiria aufeinander. Für viele Zuschauer einer der besten Kämpfe der gesamten Veranstaltung. Beide schenkten sich nichts und obwohl Kiria nach eigenen Aussagen erst 15 Kämpfe auf dem Buckel hatte, verlangte er dem "Sniper" Pique alles ab. Nach drei Runden gab es keine Entscheidung. In der Verlängerung war Pique der aktivere Kämpfer und konnte sich in einem packenden Kampf das Halbfinal-Ticket sichern.

Schlechte Nachrichten in den Halbfinals. Shemsi Beqiri konnte aufgrund einer gebrochenen Nase nicht antreten. Es sollte zwischen Sucu und Kiria gelost werden. Doch auch Sucu hatte sich verletzt und somit bekam David Kiria die erneute Chance in den Kampf um € 5.000.- Preisgeld einzugreifen. Im ersten Halbfinale wartete Chris van Venrooij auf David Kiria. Der Name der Veranstaltung wurde hier Programm. Beide zeigten einen sehr sauberen und starken Kampf. Van Venrooij zu schlagen, das war äußerst schwer. Der Holländer stand wie ein Fels und bewegte sich sehr gut. In Runde 3 gelang ihm ein Niederschlag, der letztendlich zum Punktsieg über Kiria beigetragen hatte. Im zweiten Halbfinale trafen Andy Rögner und Marco Pique aufeinander. Eine klare Angelegenheit für Pique, der keine Probleme mit dem unorthodoxen Stil von Rögner hatte. In Runde 2 beendete er das Duell und schickte Rögner in den Ringstaub.

Das Finale, eine rein holländische Angelegenheit, war dann auch zu später Stunde ein richtiges Schmankerl. Warum van Venrooij und Pique zu den Besten gehören, das untermauerten sie eindrucksvoll mit einer sehr starken Leistung. Auch hier konnte man sich nach drei Runden auf kein Punktergebnis einigen und somit musste die Verlängerung her. Dort passte van Venrooij einen Moment nicht auf und wurde von Pique bestraft, als er diesen zu Boden schickte. Zwar konnte van Venrooij weiterkämpfen, schaffte es aber nicht mehr, Pique in große Bedrängnis zu bringen. Mit Marco Pique hat das Tournament einen außer Frage würdigen Sieger.

Die Superfights
Maxim Fedorkov traf in seinem Duell auf Lokalmatador Sahand Dorff. Viel kann man über diesen Kampf leider nicht schreiben, denn bereits in Runde 1 knallten zwei herrliche Knie von Fedorkov bei seinem Gegner rein und dieser konnte den Kampf darauf nicht fortsetzen. Ebenso kurzweilig war der Auftritt von Enrico Kehl bei seinem Kampf gegen Omar Amrani. Der Kings Cup Finalist von 2009 konnte sein richtiges Potenzial garnicht abrufen, weil Amrani schon in Runde 1 mit einer heftigen Blessur am Schienbein, die er aus dem Kampf gegen Alex Sarkotic mitgebracht hatte, die Segel streichen musste. Dafür war im Duell zwischen Berat Aliu und Youssef Ouhanini wesentlich mehr Pfeffer drin. Nach einer fast ausgeglichenen ersten Runde mit Vorteilen für Aliu schien dieser den Kampf sicher zu haben. Hatte im Boxerischen aber noch Defizite und dort konnte Ouahnini mehr punkten. Allerdings war Aliu der variablere Kämpfer, der die Mehrzahl an Treffern verbuchen konnte und sich somit auch verdient den Punktsieg sicherte.

Sein Nickname ist "Bad Boy". Aber eigentlich passt es gar nicht zu ihm, denn wenn Lincon Rodrigues (9-3) zu lachen beginnt, dann kann man sich gar nicht vorstellen, dass der Brasilianer, der in Österreich lebt, auch richtig hinlangen kann. Kurzfristig musste auch hier der Gegner getauscht werden, denn Daniel Weichel musste wegen einer Erkrankung das Duell absagen. Respekt an Alexander Heinrich (4-0) aus Deggendorf, der kurzfristig eingesprungen war. Im Stand wollte Rodrigues nicht lange bleiben und so ging es auch schnell auf den Boden. Dort war Heinrich in der Mount und bekam wegen eines Kopfstoßes sogleich einen Punktabzug. Erneut auf dem Boden, konnte man die exzellenten Fähigkeiten von Rodriques sehen, der seinen Gegner relativ fix zum tappen brachte. Nach dem Kampf stellte Rodrigues aber eines klar: Einen Kampf mit Daniel Weichel möchte er weiterhin und unter allen Umständen haben. Bleibt zu hoffen, dass es auch zu diesem Duell noch kommen wird.

Der Auftakt für Promoter Murat Sezek ist gemacht und wenn man die eine oder andere Kinderkrankheit ausmerzt, dann wird die nächste Superfighters-Veranstaltung sicherlich wieder zurecht den Namen tragen.

Superfighters
17. April 2010
Haus Sindlingen, Frankfurt


K-1 Rules / 3x2 min.
Sait Bagci (Beast of the East) bes. Serdar Kaya (Team Superfighters) durch TKO in Runde 2

K-1 Rules / 3x1,5 min.
Stas Bachmann (Nubia Sports) bes. Hassan Turhal (Frankfurt) durch Punkte

K-1 Rules / 3x3 min.
Samir Al Mansouri (Beast of the East) bes. Moritz Bierod (Nubia Sports) durch KO in Runde 3

Superfighters Tournament
Quarterfinals / K-1 Rules / 3x3 min. + 1 Extra Round

Chris van Venrooj (Bully`s Gym) bes. Tefvik Sucu (Tempel Fightschool) durch Punkte
Shemsi Beqiri (Golden Dragon) bes. Dardan Morina (Sport Club) durch DSC in Runde 3
Andreas Rögner (Muaythai School) bes. Robert Siebenheller (Bully`s Gym) durch TKO in Runde 3
Marco Pique (Team Slamm) bes. David Kiria (Golden Glory) durch Punkte nach Extra-Runde

K-1 Rules / 3x1,5 min.
Volkan Evlende (Team Superfighters) vs Kevin Botz (Mangonjuk) - unentschieden -

K-1 Rules / 3x3 min.
Omar Baqci (Beast of the East) bes. Ufuk Karakus (Team Superfighters) durch Aufgabe in Runde 3

K-1 Rules / 3x3 min.
Maxim Fedorkov (Kingz Gym) bes. Sahand Dorff (Mangonjuk Gym) durch KO in Runde 1

K-1 Rules / 3x2 min.
Sahin Koycu (Beast of the East) bes. Falk Monzel (Chorakee Gym) durch Punkte

K-1 Rules / 3x3 min.
Enrico Kehl (Frankers Fight Team) bes. Omar Amrani (Tempel Fightschool) durch Aufgabe in R1

Superfighters Tournament
Semi-Finals / K-1 Rules / 3x3 min. + 1 Extra Round

Chris van Venrooij (Bully`s Gym) bes. David Kiria (Golden Glory) durch Punkte
Marco Pique (Team Slamm) bes. Andreas Rögner (Muaythai School) durch KO in Runde 2

K-1 Rules / 3x3 min.
Berat Aliu (Chorakee Gym) bes. Youssef Ouahnini (Team Sop Sec) durch Punkte

MMA / 2x5 min.
Lincon Rodrigues (Ironfist) bes. Alexander Heinrich (Deggendorf) durch Aufgabe in Runde 1

Superfighters Tournament
Final / K-1 Rules / 3x3 min. + 1 Extra Round

Marco Pique (Team Slamm) bes. Chris van Venrooij (Bully`s Gym) durch Punkte nach Extra Runde