Thai/Kickboxen

Marco Aschenbrenner Exklusiv-Interview

Marco Aschenbrenner

Am 14. November wird es für den Wahl-Hamburger Marco Aschenbrenner ernst. Denn dann trifft er bei Hype Fighting Championship II im Ulmer Blautalcenter auf den K-1 Veteranen und Muay Thai Star Kaoklai Kaennorsing. GroundandPound traf sich mit dem Kämpfer aus dem Hanse-Gym und sprach mit ihm über die Aussichten in diesem Duell.

GroundandPound: Hallo Marco. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für das Interview nimmst. Wie läuft die Vorbereitung auf den Kampf gegen Kaoklai Kaennorsing bei Hype FC II?
Marco Aschenbrenner: Hallo Tobi, Interviews mit dir mache immer sehr gerne. Die Vorbereitung läuft soweit gut und problemlos, da ich seit letztem Jahr einen eigentlich regelmäßigen Kampfrythmus habe und dadurch quasi ständig vorbereitet bin.
Marco Aschenbrenner vs Kaoklai Kaennorsing
Als man dir das Angebot gemacht hat, bei Hype FC gegen Kaoklai Kaennorsing zu kämpfen, was ist Dir dabei als erstes durch den Kopf geschossen?
Ich hatte irgendwas mit Mighty Mo und ein bestimmtes Bild im Hinterkopf, als der Gedanke klar wurde, hab ich sofort gedacht geil, den kämpfe ich. Da musste ich nicht lange nachdenken.

Was denkst Du über Deinen Gegner Kaennorsing?
Guter Thaiboxer, super Reflexe, mehr denke ich nicht über ihn nach. Da sind die Tagesabläufe und Alltagsproblemchen eher in meinen Gedanken.

Wo siehst Du seine Stärken und wo glaubst Du, sitzen seine Schwachstellen?
Ich denke, dass er stark kicken wird und den Clinch sucht. Seine Schwäche, denke ich, ist seine offene Deckung und dass er in seinen Kämpfen manchmal überheblich wird und wirkt.

Dass er Favorit ist, denke ich, ist klar. Macht diese Tatsache den Kampf für Dich daher etwas leichter, weil kaum einer mit einem Sieg von Dir rechnet und Du nichts zu verlieren hast?
Ich nehme keinen Kampf auf die leichte Schulter. Ich gehe immer davon aus, dass mein Gegner mich besiegen will. Und dass kaum einer mit meinem Sieg rechnet, ist scheißegal. Wichtig ist nur, dass mein Team und ich daran glauben. Ich fahre ja nirgendwo mit dem Vorhaben zu verlieren hin. Zu verlieren hat man immer etwas. Es immer schwer, sich damit auseinanderzusetzen, wenn's mal soweit ist. Das tut mehr weh als blaue Flecken und Prellungen.

Macht es für Dich eigentlich einen Unterschied, dass ihr nach Full Muay Thai Rules kämpft oder wären Dir K-1 Rules lieber gewesen?
Kampf ist Kampf. Wenn ich die Regeln kenne und den Kampf annehme, kann ich mich darauf vorbereiten. Dann weiß man, wie man es machen möchte. Eins haben alle Kämpfe gemeinsam, egal nach welchen Regeln. Am Ende heißt es immer „The Name of the Game ist Pain“. Mir ist nur wichtig, dass ich mit meinem Gegner kämpfen kann und dass er den Kampf nicht kaputt macht.
Marco Aschenbrenner mit seinem Coach Dany Knoch.
Wie lautet also Deine Prognose für den Kampf?
Sieg für Marco Aschenbrenner.

Im letzten Jahr bist Du als Betreuer mit in Ulm dabei gewesen. Wie findest Du die Location und die ganze Aufmachung des Blautal Centers?
Super Location, erinnert mich an das Kolosseum in Rom.

Am 25. September bist Du nach ganz langer Abwesenheit in Deiner Heimatstadt Mannheim wieder in den Ring gestiegen. Was war das für ein Gefühl, unter ohrenbetäubendem Lärm in die Halle einzulaufen?
Ich hatte selten so eine Unterstützung erfahren. Das war das Schöne, aber gleichzeitig ist der Druck unheimlich gestiegen. Es war schwer, sich zurückziehen zu können. Ich wollte niemanden enttäuschen. Selbst mein Trainer Darnell Knoch kann jetzt ein Lied von der Unterstützung in Mannheim singen, aber dazu fragst du ihn lieber selbst.

Werden Deine Fans, und das waren ja nicht gerade wenige, bei der nächsten Mannheimer Fight Night wieder mit Dir rechnen können?
Wenn die Rahmenbedingungen passen, dann immer sehr gerne. Ich würde mich freuen. Das hat ja auch richtig Spaß gemacht.
Marco Aschenbrenner nimmt Maß.
Mal ein ganz anderes Thema. Du bist ja bekennender Fan deines Heimatvereins SV Waldhof Mannheim. Wie sehr blutet Dir das Herz, wenn Du die aktuelle Situation betrachtest?
Es geht langsam wieder bergauf. Ein treuer Fan hält auch in diesen Zeiten zu seinem Verein.

Bei all den ganzen Fehlern, die gemacht wurden, wie sehr wünschst Du Dir die gute alte Zeit zurück, in der Klaus Schlappner, Kalle Bührer, Alfred Schön oder Uwe Zimmermann die Vereinsfarben trugen?
Ja, ich könnt jetzt schwelgen, aber bleiben wir lieber beim Thaiboxen. Das steht jetzt für mich an erster Stelle.

Du hast nun zum Abschluss noch die Möglichkeit, ein paar Worte an Deine Fans zu richten.
Ich möchte noch einige gute Kämpfe machen. Mein Feuer ist noch voll am brennen. Ich kämpfe am 11. Dezember in Moldawien bei einer K-1/KOK Europaausscheidung. Und zu Jahresbeginn bei der nächsten „Evil Fight Night“ in Hamburg. Aber jetzt steht erst mal Kaoklai auf dem Programm. Ich danke meinen Fans, die mich immer zu meinen Fights begleiten und mich so doppelt motivieren.

Marco, wir danken Dir für das Interview und drücken Dir die Daumen für den Kampf gegen Kaennorsing am 14. November in Ulm.
Vielen Dank. Ich freue mich immer, Interviews für GnP geben zu können.