Thai/Kickboxen

„Das wird ein dreckiger Kampf!“

Ashkan Gohar - Fixiert auf seinen Kampf gegen El Mir. (Foto: Christopher Masch)

Die nächste Get in the Ring-Veranstaltung steht kurz bevor, und einer ist dabei besonders heiß auf den Event: Der Hamburger Ashkan Gohar wird nicht nur sein Rückkampf gegen Mohammed El Mir bestreiten, er hat auch die Möglichkeit, dem Dänen seinen GitR-Interconti-Titel zu entreißen. Die Voraussetzungen stehen nicht schlecht, denn bereits in diesem Jahr konnte Gohar seinem Gegner eine Abreibung verpassen. Doch auf die leichte Schulter nimmt er ihn deswegen keinesfalls, wie er GroundandPound im Interview verrät.

GroundandPound: Ashkan, am 3. November steht dein nächster Kampf bei Get in the Ring an. Wie laufen die Vorbereitungen?
Ashkan Gohar: Die Vorbereitungen laufen optimal. Da wir den Gegner kennen, hat mich mein Trainer Ardalan noch besser auf ihn eingestellt.

Dein Gegner wird erneut Mohammed El Mir aus Dänemark sein. Warum noch einmal gegen El Mir, und ist er dabei nicht mehr als eine Pflichtaufgabe?
Das stimmt, El Mir habe ich zwei Monate vor seiner Qualifizierung für die Glory World Series und seinem Kampf gegen Albert Kraus bei Champions Event 2 geschlagen, und da er Get In The Ring-Champion ist, muss er ihn nun verteidigen.
Ashkan Gohar wie ihn seine Fans gerne sehen (Foto: Valentino Kerkhof/SportMMA)
Auf welchen Kampf wirst du dich dieses Mal einstellen müssen?
Das ist eine gute Frage, aber wie man so im Boxen sagt, das wird ein "dreckiger" Kampf.

Jetzt wo du Mohammed El Mir kennst, habt ihr da in der Trainingsvorbereitung etwas verändert?
Sicherlich stellt man sich noch etwas um, da man den Gegner schon kennt.

Wie gefährlich ist es, wenn man einen Kämpfer schon einmal besiegt hat, ihn beim zweiten Mal zu unterschätzen?
Ich unterschätze prinzipiell keine Gegner.
Dynamisches Duo - Ashkan Gohar & Ardalan Sheikoleslami (Foto: John Jacobsen)
Wagen wir eine Prognose. Ashkan Gohar schlägt Mohammed El Mir auch diesmal weil…?
Weil ich es noch deutlicher und besser machen möchte.

Der Kampf wird wie erwähnt in deiner Heimatstadt Hamburg und somit auch vor deinen Fans stattfinden. Erhöht das den Druck auf dich selbst?
Nein, vor Hamburger Publikum zu kämpfen ist immer eine zusätzliche Motivation für mich, daher kämpfe ich gerne in Hamburg.

Im vergangenen Jahr konntest du wegen eines Jochbeinbruchs nicht bei Get in the Ring dabei sein. Wie schwer ist dir die Rolle des Zuschauers gefallen?
Verletzt zu sein und nicht kämpfen zu können ist immer nicht schön, aber das gehört leider manchmal mit zum Kampfsport dazu.
Ashkan Gohar - im Ring ist Schluss mit lustig. (Foto: Valention Kerkhof/SportMMA)
Jochbeinbruch ist ja nicht gerade ohne. War das damals auch ein Moment, wo man sich als Kämpfer Gedanken darüber macht, wie es mit der Karriere weiter geht?
Nein, gar nicht. Ein Jochbeinbruch war kein Hindernis für meine Karriere, denn um weiter zu kommen, muss man vielleicht sogar viel schlimmere Verletzungen in Kauf nehmen.

Hast du dir eigentlich schon Gedanken darüber gemacht, wie lange du noch aktiv in den Ring steigen möchtest?
Ich bin Gott sei Dank momentan topfit, deshalb habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Es ist dann Schluss, wenn Schluss ist.

Du bist WKN & WBC-Champion. Welche Titel stehen noch ganz oben auf deiner Liste?
Es gibt einige Titel, die mich interessieren, geplant ist schonmal für März nächsten Jahres ein WFCA (Holland) Titel bei Champions Event 3 in Hamburg. Aber man sagt ja, die Welt geht dieses Jahr noch unter, also lassen wir uns alle überraschen (lacht).

Ganz direkt gefragt – haben Titel noch den hohen Stellenwert wie vor 10 Jahren? Oder ist dieser aufgrund der Masse an Verbänden mittlerweile rapide gesunken?
Mir persönlich sind Titel nicht so wichtig, aber Fakt ist: Titel öffnen Türen.
Ashkan Gohar - Der Weg ist das Ziel (Foto: Valention Kerkhof/SportMMA)
In deinem Limit gilt derzeit Enriko Kehl als ganz große Nummer. Gab es schonmal die Anfrage zu einem Kampf oder hättest du überhaupt Interesse daran?
Enriko ist ein guter Kämpfer und irgendwann wird es bestimmt zu einem Kampf kommen.

Butter bei die Fische: Wie sieht deine persönliche Top-Fünf-Liste in Deutschland aus?
Es gibt viele gute Kämpfer, aber über eine Rangliste hab ich mir keine Gedanken gemacht.

Gehen wir mal von einem positiven Ergebnis am 03. November aus, kannst du uns schon sagen, welche Kämpfe von dir danach noch anstehen werden?
Für Dezember ist ein Kampf in Holland geplant und nächstes Jahr März, wie schon erwähnt, starte ich bei Champions Event 3 in Hamburg. Einige Kämpfe sind im Gespräch, aber das ist erstmal Zukunftsmusik.

Lass uns einen Blick in die Kristallkugel werfen. Welche Ziele verfolgt Ashkan Gohar mittel- bzw. langfristig?
Wie man so schön sagt, "der Weg ist das Ziel", ich gehe meinen Weg und der Rest wird sich dann ergeben.
Ein weiterer Titel soll am Samstag her. (Foto: John Jacobsen)
Zum Abschluss hast du jetzt noch die Möglichkeit, ein paar Worte an deine Fans und die Leser zu richten. Wenn du Mohammed El Mir noch ein paar Worte mit auf den Weg geben willst, dann immer raus damit.
Ich möchte mich bei all meinen Fans und Freunden, die mich tatkräftig in guten wie in schlechten Zeiten unterstützen, bedanken. Es wird sicherlich ein sehr spannender Kampf am 3. November bei Get In The Ring.

Ashkan, ich danke dir für das Interview und wünsche dir viel Erfolg für deinen Kampf.
Gerne, auch ich bedanke mich bei euch. Bis demnächst.