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"Lieber ein kleines, ehrliches Team als groß und falsch!"

Werner Kreiskott - Der Panzer rollt wieder! (Foto: Werner Kreiskott/fightclub-wuppertal.de)

Lange war es still um Kickbox-Weltmeister Werner Kreiskott. Der Wuppertaler musste eine zwangsbedingte Auszeit nehmen. Weg vom Fenster war eigentlich nie. Am 3. November steigt der Panzer, wie seine Fans ihn nennen, endlich wieder in den Ring. GnP hatte die Möglichkeit, sich vor seinem Comeback mit ihm zum Interview zu treffen.

Werner, am 3. November kehrst du im Hauptkampf auf der Nacht der Löwen in der Unihalle von Wuppertal zurück in den Kickbox-Ring. Wie laufen die Vorbereitungen auf den Kampf gegen Utley Meriana?
Hallo zusammen erstmal. Meine Vorbereitungen laufen ganz gut. Alles ohne Verletzungen. Daher, die Nacht der Löwen und der Kampf gegen Utley kann kommen.

Geplant war eigentlich das Duell gegen Henrique Zouwa, der aber wegen einer Verletzung absagen musste. Beeinflusst dieser Wechsel jetzt deine Vorbereitung?
Nein. Ich bereite mich immer gleich vor. Egal gegen wen, egal ob klein oder groß.

Gegen Meriana wird es ein Rückkampf sein. Beim ersten Aufeinandertreffen gab es in Holland ein Unentschieden. Ist die Motivation daher besonders groß?
Ja, es ist ein Rückkampf. Klar motiviert mich das immer noch ein Stückchen mehr, denn ich glaube fest, dass ich Utley schlagen kann. Zumal ich ihn ja schon einmal für den Rückkampf haben wollte. Damals hatte er leider abgesagt.

Utley Meriana ist ja dafür bekannt, dass er nicht gerade zimperlich ist im Ring. Auf welchen Kampf wirst du dich einstellen müssen?
Ich denke, dass es ein sehr starker und interessanter Kampf werden wird. Auch bin ich mir sicher, dass die Zuschauer in der Halle voll auf ihre Kosten kommen werden. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.
Werner Kreiskott mit seinen WM-Gürteln (Foto: Werner Kreiskott/fightclub-wuppertal.de)
Meriana oder Zouwa sind zwei sehr starke Kämpfer. Jeder hätte Verständnis dafür gehabt, wenn du dich zum Comeback einer vermeintlich einfacheren Aufgabe gestellt hättest. Warum gleich eine so harte Nuss?
Ich denke mal, dass jeder, der mich kennt, genau weiß, dass ich nichts geschenkt haben möchte. Deswegen will ich wieder voll einsteigen, und das nur gegen die guten Jungs.

Entspricht das auch deinem Naturell, nur gegen die Besten kämpfen zu wollen und sich nicht mit schwächeren Gegnern abzugeben, auch auf die Gefahr hin, dass der Schuss nach hinten losgeht?
Mein Motto lautet: Lieber gegen einen starken Gegner verlieren, als gegen einen extra schwachen und ausgesuchten Gegner zu siegen und sich schämen zu müssen.

Du kämpfst ja wie eingangs erwähnt zu Hause und hast dort eine enorme Fan-Gemeinde. Ist da der Druck besonders groß, der auf dir lastet, weil die Fans noch genauer hinschauen als sonst?
Ach ja, es wird schon aufregend, wieder daheim nach langer Pause zu kämpfen. Aber meine Fans wissen, dass ich immer mein Bestes gebe und sie nie enttäuschen möchte.

Wir machen es kurz und knapp. Werner Kreiskott besiegt Utley Meriana weil ...?
Ich der Panzer bin! (lacht)

Natürlich wissen die meisten, warum es zu der längeren Pause gekommen ist. Erzähl uns doch mal, was in den letzten Monaten so alles passiert ist und wie es dir dabei ergangen ist.
Ach, da könnte ich jetzt ein Buch darüber schreiben. Aber ich mache es kurz. Ich habe mich von einigen Menschen in meinem Umfeld getrennt. In privater wie auch in sportlicher Hinsicht. Aber ehrlich gesagt, ich ziehe aus dieser Zeit auch positive Aspekte und habe gerade da erkannt, wer meine wahren Freunde sind und dass es gewisse Leute gibt, auf die ich besser schon eher in meinem Leben verzichtet hätte. Vielleicht wäre ich dann heute auch wo anders als da, wo ich jetzt bin. Aber es hat auch Positives mit sich gebracht. An dieser Stelle mal ein riesen Dankeschön an ein paar wichtige Leute, die Tag und Nacht dafür gekämpft haben, dass es dem Fight Club in Wuppertal und mir gut geht. Meine Freundin Olga, Marcel und seine Familie, Lui, Hassan, Peter und meine Familie. Ralf, das Masters-Gym Team und viele, die zu mir gehalten und an mich geglaubt haben und nicht geflüchtet sind. Natürlich möchte ich auch meine Jungs und Mädels aus dem Fight Club nicht vergessen. Auch hier lautet mein Motto "Lieber ein kleines, ehrliches Team als groß und falsch".
Marcel Gottschalk & Werner Kreiskott (Foto: Werner Kreiskott/fightclub-wuppertal.de)
Wie wird die Zukunft von Werner Kreiskott aussehen bzw. sind für dieses Jahr noch weitere Kämpfe geplant und wenn ja, kannst du uns schon Genaueres verraten?
Ja, es geht immer weiter. Es sind noch zwei Boxkämpfe geplant. Allerdings kann ich euch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen wann und gegen wen.

Wirklich weg bist du ja eigentlich gar nicht gewesen. Anfang September hattest du einen Boxkampf gegen den ehemaligen Schwergewichtsweltmeister Ruslan Chagaev bestritten. Auch wenn es mit dem Sieg nichts wurde, was nimmt man als Kämpfer aus so einem Duell mit?
Es war sehr interessant. Es macht einfach immer wieder riesigen Spaß zum Boxen in den Ring zu steigen. Ich denke mal, dass ich mich mehr als gut verkauft habe. Ansonsten würde ich nicht immer wieder solche Angebote bekommen.

Wirst du auch weiterhin den Spagat zwischen Boxen und K-1 betreiben oder möchtest du dich eher auf eine der beiden Stilrichtungen mehr konzentrieren?
Ich werde bei beidem bleiben. Ich bin Kämpfer und nehme das, was kommt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es nach K-1-Regeln geht oder im klassischen Boxen ist.

Die Schwergewichtsszene in Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten stark verändert. Danyo Ilunga ist derzeit der Mann, den es zu schlagen gilt. Danach wird es dünn. Woran liegt es deiner Meinung nach?
Ilunga ist für mich zur Zeit die Nummer 1. Der Junge ist sportlich wie auch menschlich top und hat es auch verdient. Marcel Gottschalk, der ein starkes Jahr im Boxen hatte und jetzt wieder im K-1 mitwirbeln wird, sollte man nicht vergessen. Moritz Schacht hat sich enorm verbessert und wird im nächsten Jahr oben mitwirken. Dann hatten natürlich auch viele Pech, was Verletzungen angeht. Niko Falin, Daniel Török und meine zwangsmäßige Pause. Aber ich denke, wir sind auf dem besten Weg, um nächstes Jahr wieder richtig anzugreifen. Also freuen wir uns schon jetzt auf 2013!

Du bist gerade mal 34 Jahre alt, kein Alter für einen Kämpfer. Hast du dir trotzdem schon darüber Gedanken gemacht, wie lange du noch aktiv in den Ring steigen möchtest?
Solange mein Körper es zulässt.
Werner Kreiskott hat sein Lachen trotz allem nicht verloren (Foto: Werner Kreiskott/fightclub-wuppertal.de)
Wo sieht sich Werner Kreiskott selbstkritisch in 5 bzw. 10 Jahren?
Hoffentlich nicht mehr da, wo ich jetzt bin (lacht). Ich denke mal aktiv ist dann Schluss. Aber passiv kann ich dir sagen, bekommt ihr mich nicht los.

Zum Abschluss hast du jetzt noch die Möglichkeit, ein paar Worte an die Leser und deine Fans zu richten. Wenn du deinem Gegner Utley Meriana noch ein paar Worte mit auf dem Weg geben möchtest, dann immer raus damit.
Ja, in diesem Sinne noch mal ein riesen Dankeschön an alle, die an mich geglaubt haben. 
Ich hoffe, ich kann euch noch ein paar Jahre den Panzer geben. Und an Utley: Gute Anreise (lacht)!

Werner, ich danke dir für das Interview und wünsche dir viel Erfolg für deinen Kampf bei der Nacht der Löwen.
Ich danke euch für das Interview. Wir sehen uns am 3. November in der Uni-Halle von Wuppertal. Der Panzer rollt wieder.