Thai/Kickboxen

Konkenlek und El Hamchaoui siegreich

Der dritte Bloody Sunday-Event am vergangenen Sonntag sollte alles bieten, was das Herz eines Kampfsport-Fans höher schlagen lässt. Knallharte Knockouts und spannende Schlachten nach Muay Thai und K-1 Regeln sorgten für einen mehr als unterhaltsamen Abend.

Konkenlek Sitpholek vs. Jonno Chipchase
Die Rollen schienen im Hauptkampf eigentlich klar verteilt zu sein. Zu groß schien der Erfahrungsvorsprung des Thailänders Konkenlek gegenüber dem Engländer Chipchase. Bereits in Runde eins, nach einem Ellenbogen von Konkenlek, öffnete sich ein Cut an der Augenbraue von Chipchase. Nach Begutachtung durch den Ringarzt konnte der Kampf allerdings weitergehen. Die ersten drei Runden verliefen eigentlich nach demselben Muster. Konkenlek konzentrierte sich auf einzelne, zielgenau Techniken, während Chipchase nicht so richtig in den Kampf finden wollte. In Runde vier lies Konkenlek seine Klasse aufblitzen. Er setzte Chipchase mit Knie, Kick- und Ellenbogentechniken unter Druck. Hier war zu spüren, dass dem Kämpfer aus Manchester doch noch einiges fehlt, um Konkenlek in die Bredullie zu bringen. Nur ein K.o. konnte in Runde fünf das Blatt noch wenden. Dazu war Chipchase nicht mehr in der Lage, weshalb der einstimmige Punktsieg auch an Konkenlek "The Bee" Sitpholek ging.

"Best of Pascha Tournament"
Gleich im ersten Halbfinale des Vier-Mann Tournaments gab es den Rückkampf zwischen Rafael Simonides (POL) und Tomas Tadlanek (SLO). Hier sollte man deutlich merken, dass Simonides seine ganze Kampferfahrung in die Waagschale warf. Tadlanek verstand es im kompletten Kampfverlauf nicht, seine Reichweitenvorteile entsprechend einzusetzen. Auch im Infight ließ Tadlanek die Ellenbogentechniken vermissen, weshalb er es auch entsprechend einfach für Simonides machte. Dieser konnte seine Taktik bestens umsetzen und sich einen einstimmigen wie auch verdienten Punktsieg sichern.

Sein Gegner für das Finale wurde im Kampf zwischen Arthur Kempf (Phon Rop Gym) und Naoufal El Hamchaoui (Keumgang Gym) ermittelt. Es sollte ein kurzer und vor allem sehr schmerzhafter Kampf für Arthur Kempf werden. Bereits in Runde eins, der Kampf hatte noch nicht richtig an Fahrt aufgenommen, erwischte El Hamchaoui seinen Gegner mit einem brutalen Kick direkt in der Nasengegend und beförderte diesen in das Land der Träume. Der Finaleinzug für den Holländer war somit in trockenen Tüchern.

Wer jetzt gedacht hatte, dass das Finale eine ebenso kurze wie auch einseitige Geschichte werden würde, der wurde positiv überrascht. Es sollte eine sprichwörtlich epische Schlacht zwischen Rafael Simonides (Raczadam Team) und Naoufal El Hamchaoui (Keumgang Gym) werden. Simonides wirkte in Runde eins wesentlich angriffslustiger als noch im Halbfinale. Ein Stil, mit dem El Hamchaoui zunächst nicht zurechtzukommen schien. Eine Runde abgegeben, der Holländer musste also Gas geben - und das tat er auch. In Runde zwei schickte er Simonides gleich zweimal zu Boden und konnte das Blatt somit komplett wenden. Doch von Aufgabe keine Spur beim Polen. Dieser pushte sich in bester Hulk Hogan-Manier und ganz nach dem Geschmack der Zuschauer wieder auf. Ein offenes Duell in Runde drei, die Stimmung erreichte den Höhepunkt. Beide gaben noch einmal alles und keiner wollte zurückweichen. Am Ende sprang ein verdienter Punktsieg für Naoufal El Hamchaoui heraus, dem auch dem Unterlegenen großen Respekt zollte.

Auch beim sogenannten Rahmenprogramm gab es spannende wie auch spektakuläre Kämpfe. Dilara Kocak (Thaibox Club) konnte, nach dem Triumph über Meryem Uslu auf der Mix Fight Gala, einen weiteren Sieg folgen lassen. Sie Singenerin siegte über Christin Fiedler (RS Gym), die nicht die gewünschte Taktik ihres Trainers umsetzen konnte. Andre Rehm (Rebels) gegen Philipp Arnold (Studio68) und Alexander Braun (Bodyguard) gegen Joshua Dorn (Studio68) konnten ihren Kämpfe jeweils durch K.o. in Runde zwei für sich entscheiden. Mit demselben Ergebnis konnte sich Youssef Bourima (MTKBC) den Sieg über Tosin George (Rebels) sichern. Im Kampf von Leonard Green (Studio68) gegen Pierre Schmid (Phon Rop Gym) flog bereits in Runde eins das Handtuch aus der Ecke von Schmid zum Zeichen der Aufgabe. Mit einem Unentschieden mussten sich Lokalmatador Marco Herzog (Team Sopper) und Iwan Freydenberg (Studio68) begnügen, während sich Daniel Peterek (Team Sopper) zum Auftakt einen knappen Punktsieg über Sascha Plas (TV Jüchen) holen konnte.

Auch für das nächste Jahr soll es wieder einen oder hoffentlich mehrere Bloody Sunday Veranstaltungen geben. Wenn dem Kölner Matchmaker Andreas Sopper wieder ein ähnlich, glückliches Händchen beweist wie aktuell, dann darf man sich zurecht wieder auf interessante Kämpfe freuen.

Bloody Sunday 3
18. November 2012
Pascha Nightclub in Köln

K-1
Daniel Peterek bes. Sascha Plas durch Punkte 2-1
Andre Rehm bes. Philipp Arnold durch K.o. in Runde 2
Alexander Braun bes. Joshua Dorn durch K.o. in Runde 2
Youssef Bourima bes. Tosin George durch K.o. in Runde 2

"Best of Pascha" Muay Thai-Turnier Halbfinalkämpfe
Rafael Simonides bes. Tomas Tadlanek durch Punkte 3-0
Naoufal El Hamchaoui bes. Arthur Kempf durch K.o. in Runde 1

K-1
Dilara Yildiz bes. Christin Fiedler durch Punkte 3-0
Marco Herzog vs. Iwan Freydenberg endete unentschieden
Leonard Green bes. Pierre Schmid durch Aufgabe in Runde 1

"Best of Pascha" Muay Thai-Turnier Halbfinalkämpfe
Naoufal El Hamchaoui bes. Rafael Simonides durch Punkte 3-0

Muay Thai
Konkenlek Sitpholek bes. Jonno Chipchase durch Punkte 3-0