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Kokalitsas und Bierod gewinnen ISKA-Titel

Auf der zweiten Nubia Fight Night am vergangenen Samstag wurden im Bürgerhaus von Mainz-Kostheim zwei neue Titelträger der ISKA gesucht. Zudem standen weitere sehr spannende Kämpfe im K-1 und Muay Thai auf dem Programm. Dabei bewies Veranstalter Thilo Schneider ein gutes Händchen, was das Matchmaking betraf.

ISKA DM: Moritz Bierod vs. Dennis Melkow
Die vermeintlich größte Fangemeinde hatte wohl der Mainzer Moritz Bierod hinter sich stehen. Das beflügelte den Lokalmatador dann auch entsprechend. Von Beginn an setzte er im Kampf gegen Dennis Melkow die klareren Aktionen. Auch wenn Bierod noch etwas zu fest wirkte, was wohl der Nervosität zuzuschreiben war, so steigerte er von Runde zu Runde das Tempo und man musste sich die Frage stellen, ob Melkow das würde durchstehen können. Doch der Frankfurter verkaufte seine Haut teuer. Mit seiner unorthodoxen Kampfart und seinen harten Schwingern blieb er stets gefährlich. Bierod aber tat ihm aber nicht den Gefallen, unvorsichtiger zu werden. Stattdessen verfolgte der Mainzer die Marschrichtung aus seiner Ecke, und das mit Erfolg. Nach Ablauf der fünf Runden gab es einen auch in der Höhe verdienten Punktsieg für Bierod, der mit dem Gürtel um die Hüften von seinen Fans in die Kabine getragen wurde.

ISKA DM: Panagiotis Kokalitsas vs. Dimi Rieger
War es bei Moritz Bierod noch sehr deutlich, so wurde der Titelkampf zwischen Panagiotis Kokalitsas (Nubia) und Dimi Rieger (Muay Thai Club) zu einer ganz engen Geschichte. In Runde eins beschnupperten sich beide Kämpfer und versuchten die möglichen Schwachstellen beim Gegner auszumachen. In Runde zwei und drei war es dann Kokalitsas, der mit seinen Aktionen und den klareren Treffern einen Vorteil auf den Zetteln der Punktrichter gesichert haben dürfte. Wer jetzt dachte, dass Rieger hier aufstecken würde - weit gefehlt. Der Karlsruher kam in Runde vier sehr stark zurück und konnte den Kampf wieder ausgeglichener gestalten. In der letzten Runde konnte keiner der beiden sicher sein, dass es nach Punkten reichen würde, und so wurde auch um jeden Punkt gekämpft. Die Punktrichter hatten dann das letzte Wort, und diese waren nicht zu beneiden. Während einer ein Unentschieden zu Buche stehen hatte, werteten die beiden anderen knapp aber nicht unverdient zugunsten von Panagiotis Kokalitsas.

Weniger glücklich verlief es aus Sicht des Nubia-Gyms in den Superfights. Etwas überraschend, dafür aber in einem sehr starken Kampf, konnte sich Marko Henschke (Thaibombs) gegen WKF-Weltmeister Ronald Mugula (Nubia) behaupten. Zwar arbeitete Muglua mehr, traf aber auch häufig die Deckung. Runde eins konnte Henschke für sich verbuchen, während Mugula in Runde drei die Vorteile auf seiner Seite hatte. Knackpunkt somit die zweite Runde, wobei sich mit einem Blick auf die Wertung die Punktrichter hier nicht einig waren. Einer befand den Kampf ausgeglichen, woraufhin die beiden anderen Henschke knapp in Front sahen.

Wesentlich besser aus der Sicht des Veranstalters Thilo Schneider lief es dann aber bei seinen Schützlingen Meiko Koczy und Kevin Schütze. Koczy traf auf den Heidelberger Simon Bartmann (Cha Na Nork) und der bewies ein großes Kämpferherz und machte es dem Lokalmatadoren alles andere als einfach. Auch wenn der Punktsieg für Koczy absolut verdient war und auch völlig in Ordnung geht, so braucht sich Bartmann hinter seiner Leistung nicht zu verstecken. Dafür war es im Kampf von Kevin Schütze gegen Juriy Ermisch (Mangonjuk Gym) eine doch deutliche Angelegenheit. Schütze zeigte eine gute Performance und rüttelte Ermisch immer wieder mit harten Treffern durch. Doch dieser dachte erst gar nicht daran, zu Boden zu gehen und stand die drei Runden wacker durch. Von Schütze darf man, wenngleich er auch noch ein junger Kämpfer ist, in Zukunft sicherlich noch einiges erwarten.

Auch das zweite Duell zwischen Mainz und Mannheim in Form des Muay-Thai-Kampfes zwischen Jury Statkevich (Nubia) und Julian Täubert (Thaibombs) sollte sich zu einem spannenden Duell entwickeln. Täubert versuchte schnell in den Gegner hineinzukommen, um die Reichweitenvorteile von Statkevich zunichte zu machen. Doch der Lokalmatador hielt stark dagegen und es entwickelte sich ein stetiges Hin und Her zwischen den beiden. Schlussendlich war es Täubert, der sich einen knappen Punktsieg sichern konnte. Davon hätte man gerne mehr gesehen und wird es auch. Denn beide werden sich schon in wenigen Wochen auf der Mannheimer Fight Night zum Rückkampf gegenüberstehen.

Zuhause scheint derzeit kein gutes Pflaster für Timo "Boyka" Seidel (Nubia) zu sein. Wie auch schon im vergangenen Jahr sollte es für den Mainzer im Kampf gegen Andi Mühlbayer (Muay Thai Club) nicht nach Wunsch verlaufen. Mühlbayer war einfach immer den Tick früher mit seinen Aktionen im Ziel als Seidel und ließ diesen somit nicht zur Entfaltung kommen. Das sind dann halt die Tage, an denen es einfach nicht so laufen sollte.

Wenn man jetzt einen Blick auf die weiteren Ergebnisse wirft dann fällt einem auf, das von 22 Kämpfen lediglich ein einziger Kampf vorzeitig beendet wurde. Dies spricht auch für ein gutes Näschen in Sachen Matchmaking von Veranstalter Thilo Schneider. Auch wenn dieser vielleicht noch nicht darüber nachdenken mag, mit der dritten Nubia Fight Night wird er spätestens 2014 wieder zurückkehren.

Alle Ergebnisse in der Übersicht:

Nubia Fight Night II
31. August 2013
Bürgerhaus, Mainz-Kostheim

ISKA ProAM Deutsche Meisterschaft / K-1
Moritz Bierod bes. Dennis Melkow durch Punkte 3-0 (50-45, 50-45, 50-45)

ISKA ProAM Deutsche Meisterschaft / K-1
Panagiotis Kokalitsas bes. Dimi Rieger durch Punkte 2-0 (50-48, 48-48, 49-48)

K-1
Marko Henschke bes. Ronald Mugula durch Punkte 2-1
Meiko Koczy bes. Simon Bartmann durch Punkte 3-0
Dennis Haddad bes. Carlos Guerreiro durch Punkte 3-0
Kevin Schütze bes. Jurij Ermisch durch Punkte 3-0
Karsten Schumann bes. Yannik Holl durch Punkte 2-1
Bestar Thaqi bes. Anis Jouini durch Punkte 2-1
Marc Meli vs. Andreas Settle endete Unentschieden
Ivo Topalovic bes. Thomaz Koslowski durch Punkte 3-0
Erfan Barogh bes. Karim durch Punkte 3-0
Sebastian Fritz bes. Steve Friedrich durch Punkte 2-1
Justin Beck bes. Jan Kiefer durch Punkte 3-0
Philip Koparal bes. Özgür Balik durch TKO in Runde 3
Sebastian Kovac bes. Dennis Schmidt durch Punkte 2-1

Muay Thai
Julian Täubert bes. Jury Statkevich durch Punkte 2-1
Andi Mühlbayer bes. Timo Seidel durch Punkte 3-0
Thomas Pfaffenrodt bes. Simon Hahn durch Punkte 3-0
Eric Bauer bes. Matthias Henschke durch Punkte 3-0
Eduard Herwin bes. Roman Schmidt durch Punkte 3-0
Simone Hempel bes. Melanie Kappel durch Punkte 3-0

Boxen
Andreas Wilkening bes. Danny Poltawitz durch Punkte 3-0