Thai/Kickboxen

KoK: Baya holt Überraschungssieg

Chris Baya holt überraschend den KoK-Turniersieg in Magdeburg. (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Zur ersten Ausgabe der osteuropäischen King of Kings-Franchise in Deutschland fuhr das Veranstalterteam in Magdeburg große Geschütze auf. Mit einem top-besetzten Turnier und einigen brisanten Superfights wartete auf K-1-Fans hier eine der besten Cards des Jahres – und am Ende des Abends einige Überraschungen.

KoK World Grand Prix Tournament Viertelfinalkämpfe

Leo Bönninger vs. Alban Ahmeti
Im Duell zweier früherer Trainingskameraden setzte sich der jüngere Böllinger nach Punkten durch. Er machte zu Beginn mehr Druck und sicherte sich somit die ersten Runden, Ahmeti versuchte, mitzuhalten, attackierte viel mit Kniestößen, aber konnte den Rückstand nicht mehr aufholen.

Alex Vogel vs. Francisco Matos
Alex Vogel verschlief den Anfang des Kampfes ein wenig, tat gegen Ende aber genau das, was ihn so erfolgreich gemacht hat: Mit offenem Visier verwickelte er Matos in einen Schlagabtausch nach dem anderen. Dabei musste er aber auch selbst viele gute Treffer nehmen. Nach drei Runden stand es unentschieden und eine Extrarunde wurde angesetzt. Vogel machte sofort Druck und versuchte, das Heft in die Hand zu nehmen. Matos hielt jedoch gut mit, dennoch reichte es nach weiteren drei Minuten zu einem hauchdünnen Punktsieg für „Eisenschädel“ Vogel.

Max Baumert vs. Mohammed El Mir
Als Mohammed El Mir Max Baumert vor wenigen Monaten mit einem Highkick ausknocken konnte, war das ein Schock. Nun kam es zum Rückkampf. In einem hochklassigen Duell gelang es dem Berliner Talent Baumert, die K.o.-Niederlage auszubügeln. Zwar konnte er El Mir nicht auch per Highkick finishen, obwohl er es wiederholt versuchte, aber zu einem einstimmigen Punktsieg reichte es allemal.

Chris Baya bes. Andrii Panov
Der einzige Kämpfer, der vorzeitig ins Halbfinale einziehen konnte, war der kurzfristig eingesprungene Chris Baya. In der dritten Runde konnte er Andrii Panov, aus dem renommierten Mike’s Gym, derart zusetzen, dass er vom Ringrichter ausgezählt und aus dem Kampf genommen wurde.

KoK World Grand Prix Tournament Halbfinalkämpfe

Alex Vogel bes. Leo Bönninger
Vogel begann nach vier Runden im Viertelfinale nun sofort wie die Feuerwehr und versuchte, ein schnelles Ende herbeizuführen. Das Konzept ging nicht auf, die erste Runde sicherte er sich aber deutlich. Danach schien aber scheinbar die Luft ein wenig zu schwinden – kein Wunder, bei dem Tempo, das beide Kämpfer vorlegten. Nach drei unglaublich actiongeladenen Runden entschieden sich zwei Punktrichter für Vogel, der damit als erster Finalteilnehmer feststand.

Chris Baya vs. Max Baumert
Nachdem Max Baumert die erste Niederlage seiner Karriere im Viertelfinale ausbügeln konnte, musste er im Halbfinale gegen Chris Baya gleich die zweite einstecken. Baya kontrollierte die erste Runde, erst im zweiten Durchgang begann Baumert ihn langsam zu knacken. Doch in Runde drei drehte Baya das Blatt wieder und streckte Baumert mit einem rechten Haken auf die Bretter. Schwer angeschlagen überstand der das Anzählen und kassierte anschließend sofort ein linkes Knie zum Kopf. Davon ging er erneut zu Boden und wurde direkt, ohne Anzählen aus dem Kampf genommen. Chris Baya zog damit als zweiter Kämpfer ins Finale ein.

KoK World Grand Prix Tournament Finalkampf

Chris Baya vs. Alex Vogel
Baya machte die Überraschung des Abends im Finale perfekt und stoppte Alex Vogel nach nur kurzer Zeit mit einem Kniestoß zum Kopf. Damit gewann ein junger, in Deutschland weitgehend unbekannter Kämpfer das prestigeträchtige King of Kings-Turnier – und das, obwohl er erst am Mittwoch überhaupt von seiner Teilnahme erfahren hatte.

King of Kings Superfights

Artur Kyshenko vs. Baker Barakat
Artur Kyshenko ging als großer Favorit in diesen Co-Hauptkampf – und zu Recht, wie er bewies. Nach nur wenigen Sekunden erwischte er Baker Barakat mit einem linken Kick zur Körpermitte, der seine Wirkung nicht verfehlte. Barakat wurde angezählt und Kyshenko setzte sofort nach, bis Barakat vom Ringarzt unter die Lupe genommen werden musste. Wegen zwei Platzwunde wurde das Duell schließlich abgewinkt.

Jerry Otto vs. Vladimir Toktasynov
Im Abschiedskampf von Jerry Otto konnte der „Bomber“ aus Magdeburg seinen vermutlich letzten Sieg einfahren. Gegen Vladimir Toktasynov mag er als Außenseiter in den Ring gestiegen sein, rang ihm nach drei spannenden Runden jedoch einen geteilten Punktentscheid ab. Im anschließenden Interview erklärte er, dass er es mit dem Rücktritt nach einem solchen Kampf aber vielleicht doch nicht so ernst meint. Wer kann es ihm verdenken?

Marco Aschenbrenner vs. Daniel Zeuner
Den lange erwarteten Rückkampf konnte Marco Aschenbrenner knapp nach Punkten für sich entscheiden. In der ersten Runde präsentierte sich der „alte“ Marco Aschenbrenner, der mit Vollgas nach vorn marschierte und harte Treffer landete. In den folgenden Runden fand Zeuner jedoch seine Linie und konnte aus der Distanz gute Treffer setzen. Nach drei hochspannenden Runden entschieden zwei von drei Punktrichtern für Aschenbrenner. Somit steht es nun eins zu eins zwischen beiden Kämpfern – ein drittes, alles entscheidendes Duell ist eigentlich Pflicht.

Tommy Schubert vs. Daniel Tex
Zum Unmut des Magdeburger Publikums machte Daniel Tex kurzen Prozess mit Lokalmatador Tommy Schubert und schickte ihn schon nach kurzer Zeit mit einem linken Haken auf die Bretter, gefolgt vom einem linken Highkick, der Schubert noch einmal zu Boden beförderte. Nach dem Anzählen den Ringrichters war der Magdeburger noch immer nicht wieder bei Sinnen und wurde aus dem Kampf genommen.

WKU-Weltmeisterschaftskämpfe

Denis Schneidmiller vs. William Diender
Dieser Kampf zweier großer Namen des Kickboxens begann zunächst ein wenig schleppend, kam aber spätestens ab Runde vier auf Touren. Da nämlich setzte Schneidmiller nach dem Break-Signal des Ringrichters mehrfach mit dem Knie nach, ein wütender Diender drehte daraufhin durch und attackierte Schneidmiller. Der Ringrichter konnte beide kaum trennen, tumultartige Szenen entstanden im Ring. Danach war Feuer in der Begegnung und beide Kämpfer suchten den offenen Schlagabtausch, umarmten sich nach fünf Runden aber wieder herzlich. Das Punktgericht entschied anschließend einstimmig für Schneidmiller.

Enrico Rogge vs. Tomi Colic
Ursprünglich sollte Enrico Rogge auf Nikita Pankraz treffen, der jedoch vor wenigen Wochen seine Karriere beendet hatte. Für ihn sprang Tomi Colic ein, womit es zum Rückkampf eines Duells von vor wenigen Wochen kam. Die erste Begegnung der Beiden endete in einem No-Contest. Nach längerer Abtastphase konnte Rogge nun in der zweiten Runde des Rückkampfes den Sack zu machen und Colic mit zwei rechten Cross zu Boden schicken. Colic schaffte es nicht wieder auf die Beine und wurde ausgezählt. Neuer WKU-Weltmeister ist damit Enrico Rogge.

Groundandpound-TV war vor Ort in Magdeburg und hat Interviews mit den Kämpfern geführt. Die Videos gibt es in Kürze hier, auf Groundandpound.de.

KoK World Grand Prix
23. November 2013
Messehalle 2, Magdeburg

KoK World Grand Prix Tournament Finale
Chris Baya bes. Alex Vogel via T.K.o. in Rd. 1

KoK Superfight
Artur Kyshenko bes. Baker Barakat via DSC (Cut) in Rd. 1

WKU-Weltmeisterschaft im K-1
Denis Schneidmiller bes. William Diender einstimmig nach Punkten

KoK Superfights
Jerry Otto bes. Vladimir Toktasynov geteilt nach Punkten

KoK World Grand Prix Tournament Halbfinalkämpfe
Chris Baya bes. Max Baumert via T.K.o. in Rd. 3
Alex Vogel bes. Leo Bönninger geteilt nach Punkten

KoK Superfights
Marco Aschenbrenner bes. Daniel Zeuner geteilt nach Punkten
Daniel Tex bes. Tommy Schubert K.o. in Rd. 1

KoK World Grand Prix Tournament Viertelfinalkämpfe
Chris Baya bes. Andrii Panov via T.K.o. in Rd. 3
Max Baumert bes. Mohammed El Mir nach Punkten
Alex Vogel bes. Francisco Matos nach Punkten (nach Extrarunde)
Leo Bönninger bes. Alban Ahmeti nach Punkten

WKU Weltmeisterschaft im K-1
Enrico Rogge bes. Tomi Colic via K.o. in Rd. 2

Vorprogramm
Hüseyin Usta bes. Kirill Buller nach Punkten
Niklas Stolze bes. Serdal Ayyildiz via T.K.o. in Rd. 3
Tobias Nierlich bes. Peter Kruschinski nach Punkten
Sergeij Turcan vs. Michael Stölzer endete unentschieden