Thai/Kickboxen

„Keine Aufgabe ist leicht“

Alex Schmitt vom Heidelberger Boxgymnasium gehört nun schon seit mehreren Jahren zum Besten was es in der 72,5kg Klasse in Deutschland gibt. Für den amt. Welt- Europa- und Deutschen Meister wird es am 11. Februar wieder ernst. Dann steht in seiner Heimatstadt Heidelberg die bereits sechste Ausgabe der Biest Fight Night an und dort wartet mit Leo Zulic ein ganz starker Gegner. GnP traf sich mit dem sympathischen Heidelberg zum Interview und sprach mit ihm über den anstehenden Kampf, das abgelaufene Jahr und seine Zukunftspläne.

Hallo Alex. Vielen Dank das du dir die Zeit für das Interview nimmst. Wie geht es dir und wie laufen die Vorbereitungen für deinen WM-Kampf am 11. Februar in Heidelberg?
Danke, mir geht es sehr gut und die Vorbereitung zu meinem Kampf am 11. Februar laufen voll nach Plan. Danke der Nachfrage.

Dein Gegner wird Leo Zulic sein – keine leichte Aufgabe. Wie siehst du den Kampf?
Keine Aufgabe ist leicht. Wenn man so an einen Kampf geht, dann hat man schon verloren und mit Leo ist das genauso.
Alex Schmitt vs Albert Kraus (Foto: Marco Baumann/Boxgymnasium.de)
Was denkst du wo liegen die Stärken und die Schwächen bei Zulic?
Leo ist ein toller Kämpfer und technisch sehr stark. Aber ich werde hellwach sein und die Chancen nutzen die sich mir bieten.

Leo Zulic ist ja für dich kein Unbekannter. Studierst du während der Vorbereitungszeit noch ein paar Kämpfe von ihm auf DVD oder verlässt du dich da ganz auf die taktische Marschroute die dir dein Trainer Tom Schneider zurechtbastelt?
Ich verlasse mich seit 10 Jahren voll und ganz auf meinen Freund und Trainer Tom Schneider, der mich sicherlich sehr gut einstellen wird.

Wenn du jetzt mal das Jahr 2011 Revue passieren lässt, wie fällt dein persönliches Fazit aus?
Ich kann mich nicht beklagen. Ich hab als einziger Deutscher gegen Weltklasseathleten gekämpft. Ich habe mich weiter entwickelt und dafür bin ich sehr dankbar.
Alex Schmitt bei der Sportlerehrung in Heidelberg (Foto: Marco Baumann/Boxgymnasium.de)
Ein Highlight im vergangenen Jahr war mit Sicherheit der Kampf gegen K-1 Max Star Albert Kraus. Wie hast du den Kampf selbst in Erinnerung?
Es war eine große Ehre in dieser Klasse zu kämpfen. Leider hat es nicht so hingehauen. Vielleicht beim nächsten Mal.

Auch wenn du in dem Kampf den kürzeren gezogen hast, was nimmt man als Kämpfer an Erfahrung aus so einem Duell mit einem Weltklasse-Kämpfer wie Kraus es ist mit?
Da habe ich schon sehr viel über mich gelernt, auch psychologisch.

Das Kick- und Thaiboxen hat im vergangenen Jahr soviel mediale Aufmerksamkeit bekommen wie schon lange nicht mehr. Liveübertragungen bei Sat1, Eurosport oder Sport1 belegen dies. Befindet man sich auf dem richtigen Weg?
Auf jeden Fall ist es ein guter Weg. Genau diesen Weg muss man jetzt weiter gehen und weiter mit Leistung überzeugen.
Alex Schmitt - auch in der Nachwuchsarbeit aktiv (Foto: Marco Baumann/Boxgymnasium.de)
Was vielleicht viele nicht wissen ist, dass du begeisterter Motorrad / Moped Fahrer bist. Ist das der Ausgleich zum nicht unerheblichen Trainingspensum den man braucht?
Ich nutze das Motorrad um meinen Kopf freizubekommen. Natürlich auch um von A nach B zu kommen *lacht*

Ein paar Touren hast du ja schon hinter dir. Gibt es aber eine die du gerne noch machen würdest?
Ein großer Traum ist es auf jeden Fall mit Tom (Schneider, sein Trainer. Anmerke. der Redaktion) eine große Afrikatour zu machen. Speziell der Norden, nach Marokko also.

Wenn man dich sieht, dann fällt einem auf, du bist immer freundlich und hälst mit jedem ein Schwätzchen. Kommt da auch der Mensch Alex Schmitt durch, so wie er privat ist?
Ich bin eben ein freundlicher Mensch, warum sollte ich mich also verstellen? Nur weil ich Kampfsport mache ?
Als Freizeitschrauber - der Ausgleich zum Sport. (Foto: Marco Baumann/Boxgymnasium.de)
Auch bei der Wahl der Gegner bist du keinem aus dem Weg gegangen, auch wenn es eine Niederlage gab. Angst gegen einen großen Namen anzutreten kennst du nicht. Beschreibt dies nun den Kämpfer Alex Schmitt, der mit Leidenschaft in den Ring steigt um sein Bestes für sich und seine Fans zu geben?
Das ist doch der Grund warum ich Kampfsportler geworden bin. Was gibt es Größeres, als sich mit den Größten in diesem Sport zu messen? Daß man nicht immer gewinnt, gehört einfach dazu. Und warum sollte ich einen Gegner meiden? Weltmeister zu sein heißt, jeden besiegen zu können.

Jetzt gehen wir mal davon aus, du wirst deinen WM-Titel am 11. Februar verteidigen. Wie sieht dein weiterer Fahrplan für das Jahr 2012 aus, oder hast du dir da noch keine großen Gedanken gemacht?
Ich versuche von Kampf zu Kampf zu denken. Dann wird man sehen.

In der Vergangenheit hast du immer mal wieder einen Kampf gegen Alex Vogel aus Duisburg gefordert. Steht er noch immer auf deiner Liste oder hast du jetzt andere Namen im Visier?
Alex Vogel wäre, wenn er sich denn trauen würde, ein gern gesehener Gegner.
Alex Schmitt wie ihn seine Fans gerne sehen (Foto: Marco Baumann/Boxgymnasium.de)
Auch bei dir der Blick in der Kristallkugel. Welche Ziele verfolgst du mittel- bzw. langfristig?
Ich hoffe natürlich so lange wie möglich auf diesem Niveau kämpfen zu können. Alles andere wird man dann sehen.

Zum Abschluß hast du jetzt noch die Möglichkeit ein paar Worte an die Leser und deine Fans zu richten.
Ich bin froh so viele Fans zu haben, die mich zu meinen Kämpfen begleiten und ich freue mich schon, euch am 11. Februar in Heidelberg auf der Biest Fight Night VI zu sehen um euch einen tollen Kampf zu bieten.

Alex, ich danke dir für das Interview und wünsche dir viel Erfolg bei der WM-Titelverteidigung am 11. Februar in Heidelberg.
Gern geschehen Tobi.