Thai/Kickboxen

Kehl gewinnt German Kings Cup Finale

German Kings Cup Finale 2011 (Alle Fotos von Boxgymnasium.de)

Beim gestrigen German Kings Cup Finale in Heidelberg wurde die Frage geklärt, wer nicht nur das Preisgeld gewinnt sondern auch die Chance erhält am prestigeträchtigen Kings Cup in Thailand zu teilzunehmen. Die Karten für die Favoritenrolle schienen mit Alex Schmitt und Enriko Kehl klar verteilt zu sein. Doch erstes kommt es änderst und zweitens als man denkt. Die erste Überraschung gab es auch schon gleich bei der Waage. Valdet Gashi (Thaibox-Club) erschien nicht rechtzeitig im Zeitfenster (14 - 16 Uhr) und musste daher aus dem Tournament gestrichen werden, wurde dabei von Artjon Lammert (Garuda Gym) ersetzt.

Viertelfinal-Paarungen
Gleich im ersten Viertelfinale gab’s eine Überraschung. Denn mit Alex Schmitt (Boxgymnasium) und Daniel Köhler (Cha Na Nork) gab es ein innerstädtisches Duell das gehörig für Spannung sorgte. Klare Rollenverteilung so schien es, die es aber zu Beginn nicht gab. Köhler nutzte seine Reichweitenvorteile und konnte die eine oder andere gute Aktion setzen. Doch je länger der Kampf dauerte, desto besser kam Schmitt in den selbigen. Allerdings folgte der Schock dann in Runde 2. Eine Ellenbogentechnik von Köhler auf die Stirn von Schmitt lies einen großen Cut entstehen. Die Ringärztin musste zu Rate gezogen werden und diese beendete zum Schutz der Gesundheit von Schmitt den Kampf. Die nächste Überraschung war damit perfekt.
Alex Schmitt (Boxgymnasium) vs Daniel Köhler (Cha Na Nork)
Im zweiten Viertelfinale standen sich Leo Zulic (Mujoken Ki Dojo) und Christoph Hector (Chorakee) gegenüber. Zulic ersetzte seinen Team-Kollegen Sebastian Brandt, war durch seine Erfolge in der Vergangenheit mehr als reputiert. Dies stellt Zulic auch in Runde 1 unter Beweis und setzte Hector unter Druck. Doch der Trierer gab nicht klein bei und hielt in Runde 2 dagegen. Auch in Runde 3 warf Hector alles in die Waagschale. Sollte es etwa zum zweiten Favoritensturz kommen? Die Punktrichter kamen zu keinem einstimmigen Urteil, entschieden sich aber mit 2-1 für Zulic. Nicht unverdient, aber auch ganz schön knapp.
Christoph Hector (Chorakee) vs Leo Zulic (Mujoken Ki Dojo)
Das dritte Viertelfinale bestritten dann Dirk Brosowski (Bujin Gym) der die erste Vorausscheidung in Aachen gewonnen hatte und Wild-Card Besitzer Harry Pauls (Joes Gym). Mit 100 bestrittenen Kämpfen sprach schon alleine die Erfahrung ganz klar für Brosowski und dies untermauerte der Rommerskirchener auch von Beginn an. Aber ganz so einfach machte es ihm Pauls dann doch nicht. Am einstimmigen Punktsieg für Borsowski gab es dann auch absolut nichts zu rütteln. Pauls sollte den Kopf nicht hängen lassen, so schlecht war seine Vorstellung nun nicht gewesen.
Dirk Brosowski (Bujin Gym) vs Harry Pauls (Joes Gym)
Im letzten Viertelfinale standen sich der Sieger von 2009, Enriko Kehl (Frankers Fight Team) und Artjon Lammert (Garuda Gym) gegenüber. Favorit Kehl untermauerte eindrucksvoll warum der Gesamt sieg nur über ihn gehen würde. Phasenweise spielte er mit Lammert und konnte sich dabei auch ein paar Mätzchen nicht verkneifen. Auf Runde 2 hatte Kehl keine Lust und so beendete er bereits in der ersten Runde durch KO dieses Duell. Die bis dato überzeugenste Leistung im Viertelfinale.
Enriko Kehl (Frankers Fight Team) vs Artjon Lammert (Garuda Gym).

Halbfinal-Paarungen
Daniel Köhler, der für viele überraschend Alex Schmitt aus dem Rennen geworfen hatte, bekam es in seinem Halbfinale mit dem IKBF-Europameister und Best of the West Sieger 2011, Leo Zulic zu tun. Köhler versuchte auch sogleich wieder seine großen Reichweitenvorteile gegenüber Zulic auszuspielen, was ihm auch gut gelang. Doch Zulic zeigte sich bissig und überspielte seinen Nachteil in der Reichweite durch Bissigkeit. Bei Köhler zeichnete sich ein Cut am Schienbein ab welcher nach Begutachtung durch die Ringärztin kein Hindernis darstellen sollte, aber auch nicht unerheblich war. In Runde 2 erhöhte Zulic das Tempo. Selbst harten Techniken von Köhler`s Ellenbogen schluckte der Europameister wie nichts. Im Gegenzug wurde Zulic stärker und beendete den Kampf durch KO in Runde 2.
Daniel Köhler (Cha Na Nork) vs Leo Zulic (Mujoken Ki Dojo).
Im zweiten Halbfinale trafen dann Dirk Brosowski und Enriko Kehl aufeinander. Dabei machte Kehl genau da weiter, wo er im Viertelfinale aufgehört hatte. Hellwach und konzentriert, aber auch zum Mätzchen aufgelegt, bestimmte Kehl dieses Duell. Zwar versuchte Brosowski alles aus sich herauszuholen, schaffte es aber nicht Kehl entsprechend gefährlich zu werden. Diesmal musste Kehl bis in Runde 2 gehen, ehe die Ecke von Brosowski nach mehreren harten Treffern ein Einsehen hatte und das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe war. Sieg durch Aufgabe für Enriko Kehl.
Enriko Kehl (Frankers Fight Team) vs Dirk Brosowski (Bujin Gym).

Finale
Es war das Finale von Leo Zulic und Enriko Kehl, ein Leckerbissen im Muaythai. Beide kamen auch in den Ring, allerdings konnte man am Walk-In schon erkennen, das hier was nicht stimmen würde. Dies bestätigte sich dann auch leider, als die Zuschauer erfahren mussten das Leo Zulic sich am Knie verletzt hatte und auf Grund dessen den Kampf gegen Kehl nicht ausführen konnte. Sehr Schade, denn diesen Kampf hätte man nun wirklich gerne gesehen. Allerdings nicht unter diesen Voraussetzungen. Enriko Kehl wurde somit folgerichtig, kampflos, zum Sieger erklärt. Auch wenn der Germersheimer sicherlich gerne mehr gezeigt hätte, über den Pokal und die Tatsache das er sich noch immer im Rennen um die Teilnahme am Kings Cup befindet, dürften ihn darüber hinweggetröstet haben.
Enriko Kehl siegt kampflos im Finale von Heidelberg.

Es bleibt jetzt nur noch die Frage zu klären, wohin es mit dem Sieger von Heidelberg, Enriko Kehl, gehen wird. Angedacht ist ein European Masters Finale von dem es aktuell aber weder einen Termin noch einen Austragungsort gibt. Dies bedeutet das es auch gut möglich sein kann, das Enriko Kehl direkt nach Thailand fliegen würde. Es wäre nach 2009 die zweite Teilnahme für ihn. Damals scheiterte er als 17-jähriger an Fadi Merza im Viertelfinale. Jetzt, 2 Jahre später, möchte Kehl natürlich weiter kommen. Wir dürfen gespannt sein ob es ihm auch gelingen wird.
Grundsätzlich war es ein sehr gut besetztes Tournament. Allerdings spielte das sehr gute Wetter und die Tatsache das in Baden-Württemberg noch Schulferien sind den Veranstaltern Tom Schneider (Boxgymansium) und Frank Schneider (Frankers Fight Team) nicht gerade in die Karten. Man hätte ihnen sicherlich mehr Publikum gewünscht.
German Kings Cup Finale 2011

German Kings Cup Finale 2011

03. September 2011
Rhein-Neckar-Halle, Heidelberg

Ergebnisse

Muaythai / - 67kg / 3x2 min.
Sven Schmidt (Pavan Sut) bes. Can Karagöz (Frankers Fight Team) durch RSC in Runde 3

Muaythai / - 76kg / 3x2 min.
Bijan Krassabei (Nubia Sports) bes. Sergej Kress (Boxgymnasium) durch RSC in Runde 2

Muaythai / - 54kg / 3x2 min.
Denis Heimbuch (Frankers Fight Team) bes. Fabian Lorenz (Bujin Gym) durch DQ in Runde 2

Muaythai / - 48kg / 3x2 min.
Anton Mazuritzky (Pavan Sut) bes. Jaroslav Lier (Frankers Fight Team) durch durch KO in Runde 2

German Kings Cup Finale / Viertelfinals
Muaythai / - 72,57kg / 3x3 min.
Daniel Köhler (Cha Na Nork) bes. Alex Schmitt (Boxgymnasium) durch RSC (Verletzung) in Runde 2
Leo Zulic (Mujoken Ki Dojo) bes. Christoph Hector (Chorakee) durch Punkte 2-1
Dirk Borsowski (Bujin Gym) bes. Harry Pauls (Joes Gym) durch Punkte 3-0
Enriko Kehl (Frankers Fight Team) bes. Atjon Lammert (Garuda Gym) durch KO in Runde 1

Muaythai / - 72kg / 3x2 min.
Meiko Kozcy (Nubia Sports) bes. Rudi Rugalski (Bujin Gym) durch Aufgabe in Runde 2

Muaythai / - 57kg / 3x2 min.
Ivana Müller (Boxgymnasium) bes. Franziska Mehra (Cha Na Nork) durch Punkte 3-0

German Kings Cup Finale / Halbfinals
Muaythai / - 72,57kg / 3x3 min.
Leo Zulic (Mujoken Ki Dojo) bes. Daniel Köhler (Cha Na Nork) durch KO in Runde 2
Enriko Kehl (Frankers Fight Team) bes. Dirk Brosowski (Bujin Gym) durch Aufgabe in Runde 2

Muaythai / - 72kg / 3x2 min.
David Gerull (Bujin Gym) bes. Philipp Danter (Frankers Fight Team) durch Punkte 3-0

Muaythai / + 91kg / 3x2 min.
Peter Fath (Boxgymnasium) bes. Lars Speinger (Nubia Sports) durch Punkte 2-1

Muaythai / - 60kg / 5x2 min.
Kai Erthel (Cha Na Nork) bes. Sergej Gottfried (Frankers Fight Team) durch Punkte 2-0

Muaythai / - 57kg / 3x2 min.
Yasmin Colak (Chorakee) bes. Silke Metzelthin (Mujoken Ki Dojo) durch Punke 3-0

Muaythai / - 67kg / 5x2 min.
Jakob Grän (Frankers Fight Team) bes. Fabian Tritschler (Samui Thais) durch Punkte 3-0

German Kings Cup Finale
Muaythai / - 72,57kg / 3x3 min.
Enriko Kehl (Frankers Fight Team) bes. Leo Zulic (Mujoken Ki Dojo) kampflos wg. Verletzung von Zulic