Thai/Kickboxen

Karim Allouss ist zurück

Karim Allouss blickt zuversichtlich in die Zukunft. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Die Nacht der Löwen steht am kommenden Wochenende in der Unihalle von Wuppertal an (GnP berichtete). Dort will Karim Allouss an die alten Erfolge anknüpfen, wenn er bei Veranstalter Stefan Vollmershausen in den Ring steigt.

Mit dem Training hat Karim Allouss im jungen Alter von 13 Jahren angefangen, bei Kickboxweltmeister Kamal El Amrani. Mit 18 absolvierte er bereits seine ersten A-Klasse-Kämpfe gegen Leute wie Alex Schmidt, Chong Prolamran, Alban Ahmeti oder Chris van Venroij und hat daraufhin sehr lange Zeit trainerlos trainiert. Nun hat er das „Ji-K-One Team“ gebildet und trainiert dort mit jungen Talenten, die ihn bei seinem Comeback unterstützen.

Sein Gegner im Super-Mittelgewicht, bei der "Nacht der Loöwen" am 3. November, wird Petro Sedarous vom Alfid-Gym aus den Niederlanden sein. Die Zuschauer dürfen sich auf ein Technikfeuerwerk der Extraklasse freuen wenn die beiden hungrigen Athleten aufeinandertreffen werden. Der 22-jährige Allous stand GroundandPound vor seiner Rückkehr Rede und Antwort.

GroundandPound: Hallo Karim, erzähle uns was du über deinen Gegner weißt.
Karim Allouss: Ich werde es mit einem Rechtsausleger namens Petro Sedarous zu tun haben, der technisch sehr sauber und routiniert ist.

Bringt die Auslage einige Schwierigkeiten mit sich?
Da ich zum ersten Mal gegen einen Rechtsausleger kämpfe, habe ich mich intensiver als sonst vorbereitet und viele Rechtsausleger als Sparringspartner gehabt. Diese haben auch die Bewegung und Techniken meines Gegners simuliert.

Du warst längere Zeit weg vom aktiven Geschehen. Erzähle uns warum.
Ich war nie wirklich „weg“, jedoch musste ich mich zunächst einmal aufs Studium hier in Bochum konzentrieren und organisatorische Aufgaben vom Projekt Ji-K-One e.V. übernehmen.

Was hat es mit dem Projekt auf sich?
Ji-K-One e.V. Bochum ist ein seit 2011 gestartetes Projekt dessen Name sich aus den Gründern (Ji)had Ismailat und mir, (K)arim Allouss, ableitet. Ziel ist das integrieren kampfsportbegeisterter Jugendlicher. Gefördert wird dies durch eine beitragslose Mitgliedschaft, um somit auch sozial schwachen Kindern eine Chance zu gegeben. Auch die Ausrüstung wird teilweise gesponsert, oder zum Spottpreis angeboten. Trotz wenigen Sponsoren wird darum gekämpft, dass dies auch weiterhin so bleibt.

Siehst du dich als Vorbild für die Jugend?
Als Vorbild sehe ich mich nicht, viel eher als Inspiration für den Nachwuchs, welchem wir mit unserem Projekt „Ji-K-One“ versuchen zu ermöglichen in der Kampfsportszene erfolgreich Fuß zu fassen und allgemein im Leben erfolgreich zu sein und nicht, wie leider viel zu oft, in kriminelle Kreise zu geraten, oder gar zu versinken. Ich habe mein Abitur in der Tasche, studiere erfolgreich und trainiere fleißig. Das gibt den jüngeren, denke ich, einen Lichtblick und motiviert mich noch mehr.

Wer unterrichtet bei euch?
Bekannte Trainer wie das Box-Urgestein Dimitri Kirnos und sein Schützling Christian Hammer machen im Box-Bereich die bescheidene Halle unsicher und Größen wie Kamal El Amrani im Kick- und Thaiboxbereich, wobei er aus beruflichen Gründen die Zusammenarbeit abbrechen musste.

Karim Allouss (m.) mit Boxweltmeisterinnen Christina Hammer (l.) und Nadia Raoui (r.). (Foto: JiK1)

Deinen letzten Kampf hast du gegen den erfahrenen Tschechen Anatoly "Tolja" Hunanyan verloren. Was war da schief gelaufen?
Ich bin damals komplett unvorbereitet eingesprungen, ohne Trainer und alles. Aus dieser Niederlage habe ich sehr viel gelernt.

Wie hast du dich für diesen Kampf, gegen Petro Sedarous vorbereitet?
Ich habe mich zunächst in Holland beim „Golden Glory Helmond“-Team vorbereitet und parallel dazu mit Freund und Partner Bihes Barakat, der ebenfalls in der Vorbereitungsphase war. Anschließend habe ich mich intensiv mit meinem Trainer Ömer aus dem „Fightland“-Team vorbereitet.

Was kann man bei deinem Ring-Comeback erwarten? Bist du hungriger denn je?
Hungrig bin ich immer (lacht). Als die Anfrage kam hab ich gar nicht lange gefackelt und direkt zugesagt. Gerade weil es hier in der Nähe ist und mich viele Freunde und Bekannte sehen werden, habe ich eine noch viel größere Motivation in der Vorbereitung gehabt. 2009 war es angesetzt gewesen, dass ich gegen seinen Trainer Kämpfe, am Samstag jedoch muss der Schüler dran glauben.

Hast du eine Prognose für uns?
Aus meiner Sicht endet der Kampf natürlich mit mir als Sieger, da ich jedoch noch keine hellseherischen Fähigkeiten habe, lasse ich das Schicksal entscheiden. Was ich versprechen kann ist, dass es ein spannendes Duell auf technisch hohem Niveau wird.
Das Ziel ist es wieder Anschluss zu finden im K-1 und im Thaiboxen. Die erste Etappe ist am Samstag bei der „Nacht der Löwen“ und für danach plant mein Team um mich herum Großes.

Besteht schon Vorfreude auf den „Nacht der Löwen“-Event?
Es wird eine super Atmosphäre in der Halle geben, die mit Sicherheit voll sein wird und die Gäste können sich auf eine interessante Fight Card freuen.

Karim Allouss (2.v.l.) mit Teamkollegen und Freunden, die ihn unterstützen. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

Vielen Dank, Karim, und viel Erfolg in Wuppertal.
Ich danke GroundandPound für das Interview, aber vor allem meinem Mentor und Bruder Jihad Ismailat, meinen Sparringspartnern Bihes Barakat, Abu Azaitar, Nieky Holzken, Robbie Hagemann und allen Talenten aus dem "Ji-K-One Team" die hinhalten mussten. Zuletzt bedanke ich mich bei Ömer und dem Fightland Team für die tolle Partnerschaft.