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K-1 World Grand Prix in Bukarest

Der Sieger dieses Top-8 Grand Prix gelangte in die K-1 Final-16 Veranstaltung am Ende des Jahres, wo die 16 besten K-1-Kämpfer der Welt gegeneinander antreten.

Ein gutes Intro brachte die Romexpo Arena in Bucharest zum Kochen, mit pushender Musik, Lightshow und dem bekannten K-1 Laufsteg. Das Besondere hier war, dass wunderhübsche Frauen den Laufsteg schmückten und jeder Fighter auf dem Weg zum Ring an ihnen vorbeimusste, womit er möglicherweise kurzweilig vom Kampf abgelenkt war, die Zuschauer waren es bestimmt.

Superfight: Mihai Barbu vs. Philippe Salmon
Der erste Kampf des Abends fand zwischen dem Rumänen Mihai Barbu und dem Franzosen Philippe Salmon statt. Beide Kämpfer gingen aggressiv zur Sache und Barbu konnte den Anfang dominieren, doch Salmon wurde mit der Zeit stärker. Die Zuschauer wurden durch eingesprungene Drehkicks und wilde Schlagabtausche verwöhnt. In Runde 2 ging Barbu einmal zu Boden, Salmon zehrte daraus Motivation und wurde aggressiver, konnte jedoch keinen weiteren Schaden zufügen. In der dritten Runde drehte Barbu richtig auf, er fühlte, dass er zurücklag. Die Fans waren spürbar auf seiner Seite, auch wenn Salmon als Favorit in diesen Kampf ging. Die Ringrichter werteten Unentschieden und die Fighter mussten in die Extrarunde 4. Jetzt kam es darauf an, wer mehr Ausdauer in den Knochen besaß, wer die bessere Kondition hatte. Beide Kämpfer waren spürbar langsamer, wollten nichtsdestotrotz gewinnen. Der Rumäne arbeitete vermehrt mit seiner Boxtechnik, während Salmon seine Kicks einsetzte. Der Kampf endete mit wilden Schwingern beider Kämpfer und die rumänischen Kommentatoren waren siegessicher und sie hatten Recht. Barbu gewann diesen Kampf nach Punkten.

Superfight: Halim Issaoui vs. William Sriyapai
Der zweite Kampf des Abends fand zwischen dem holländischen Golden Glory-Kämpfer Halim Issaoui und dem in Japan geboreren Amerikaner William Sriyapai statt, der mit Mighty Mo trainiert und mit Unterstützung des TapouT-Shirts in die Halle kam. Der Kampf startete mit einem Tiefschlag von Issaoui und brachte eine Pause mit sich. Der agressivere Holländer hatte einen sichtlichen Reichweitenvorteil, den er durch unzählige Pushkicks ausnutzte. In Runde 2 wurde der Amerikaner angezählt und kurze Zeit später fast aus dem Ring gesuplext. Der Ringrichter konnte gerade noch eingreifen, was die Fans zu Freudenschreien animierte. Kurze Zeit später wurde Sriyapai wieder angezählt, überlebte die weiteren Runden jedoch. Issaoui gewann das Match durch sein dominantes Vorgehen verdient nach Punkten.

Superfight: Raul Catinas vs. Carter Williams
Raul Catinas kam mit entschlossener Miene in die Halle und wirkte sehr konzentriert. Carter Williams lief zu Eminem-Musik in die Halle und wirkte sehr locker.  Williams kehrte im letzten Jahr zurück, nachdem er wegen Dopings gesperrt wurde. Der 21 Jahre alte Rumäne Catinas wird als sehr talentiert angekündigt und hat mit Sicherheit eine große Zukunft. Kaum wurde das von den Kommentatoren erwähnt, wird Williams zu Boden geschickt. Kurze Sekunden später geht er erneut zu Boden. Die Halle feiert, weil der Rumäne hier den Favoriten besiegen könnte und dies geschah knapp eine Minute vor Ende der ersten Runde, da Carter zum dritten Mal zu Boden geschickt wurde. Nach dem Kampf gab es sportliche Gesten von beiden Kämpfern, die sich Respekt zollten, gegenseitig hochhebten und lobende Worte austauschten.

Halbfinale 1: Sebastian Ciobanu vs. Mighty Mo
Der Rumäne, Sebastian Ciobanu, ging zögerlich in den Kampf und hielt sich an die Leitsatz "Schwebe wie ein Schmetterling, stich zu wie eine Biene" und pulverisierte Mighty Mo und zog sich daraufhin zurück. Diese Taktik brachte ihm einen Knockdown ein, als Mighty Mo unaufmerksam wurde. Kurz darauf schickte Ciobanu den Favoriten wieder auf die Bretter, diesmal mit einem Treffer in Halsnähe, der Mo die Luft raubte und von dem er sich nicht mehr innerhalb von zehn Sekunden erholen konnte. Ciobanu überrascht die Zuschauer mit dem Sieg über den Koloss Mighty Mo, dazu gewann Ciobanu in seiner Karriere noch nie durch KO, am heutigen Abend jedoch zweimal. Seine ersten großen KO-Erfolge und das gegen großen Namen werden ihn mit Sicherheit ins internationale Rampenlicht rücken.

Halbfinale 2: Alexey Ignashov vs. Freddy Kemayo

Ignashov strahlte wie in jedem Kampf extreme Ruhe aus und punktete mit Lowkicks. Beide Kontrahenten kämpften sehr taktisch, hielten die richtige Distanz ein, um kaum getroffen zu werden und riskierten nicht viel. Die Fighter schienen mit nur 40% ihrer Maximalleistung zu kämpfen, um wahrscheinlich im Finale gegen den frischen Sebastian Ciobanu genug Kraft zu haben. Die Punktrichter sahen Ignashov vorne und damit wartete das Finale auf ihn, an dem er aufgrund einer Knieverletzung nicht teilnehmen konnte und Freddy Kemayo für ihn einspringen musste.

Superfight: Catalin Morosanu v. Errol Zimmerman
Zimmerman kam wie gewohnt mit seinem Skelettoutfit und brachte die Stimmung zum Kochen. "Der Tod aus den Karpaten" Catalin Morosanu kam ebenfalls sehr selbstbewusst in die Halle, das Ganze untermauert mit dem Haka-Kriegsgeschrei, den man aus dem Rugby vom neuseeländischen Team kennt. Im Ring angekommen, gingen beide Kämpfer in den Faceoff. Die Spannung war in der Luft zu spüren. Der Kampf verlief jedoch nicht wie erwartet, sondern wurde nach nur 26 Sekunden von Errol Zimmerman beendet. Er traf Morosanu mit einem Knie und einem Folgeschlag, dieser taumelte und schien nicht mehr anwesend zu sein, als der Ringrichter den Kampf abbrach.

Superfight: Ionut Iftimoaie vs. Ray Sefo
Der mit Sicherheit größte Kampf in Iftimoaies Karriere fand am heutigen Abend statt. Er bereitete sich in Kroatien auf diesen Kampf vor, Sefo hingegen trainierte im heimischen Xtreme Couture Gym und die letzte Woche in Bucharest. Iftimoaie ging in Runde 1 offensiv nach vorne, konnte jedoch kaum Treffer setzen, da Sefo sehr reaktionsschnell agierte. Dazu wackelte er provokant mit seinen Schultern,  was sein Markenzeichen ist. Iftimoaie wurde in der ersten Runde nach einer Rechten von Sefo zu Boden geschickt und angezählt. In Runde zwei gingen beide sehr energisch in den Zweikampf und tauschten wilde Schwinger aus, das zog sich auch in die dritte Runde. Zwei echte Krieger befanden sich im Ring und stachelten sich gegenseitig an mit dem Herwinken des Gegenübers. Ein sensationeller Kampf geht nach drei Runden zu Ende, das wohl beste Duell des Abends. Sieger nach Punkten: Rey Sefo. Nach dem Kampf redet Sefo mit den Fans und bedankt sich für die tolle Unterstützung.

Finale: Sebastian Ciobanu vs. Freddy Kemayo
Draculas Sohn, wie sich der 25-jährige Sebastian Ciobanu nennt, gelangen am heutigen Abend zwei Knockoutsiege, die rumänischen Fans hofften auf einen dritten Erfolg und damit eine rumänische Teilnahme beim K-1 Final-16 am Jahresende zu sichern. Freddy Kemayo jagte Ciobanu durch den Ring und schien sehr motiviert, doch der Rumäne schreckte nicht zurück und teilte selbst aus. Nach diesen Schlagabtauschen in Runde 1 öffnete sich ein Cut an Ciobanus linkem Auge. In Runde 2 bat Ciobanu die Fans um Unterstützung, indem er sie mit Handbewegungen anspornte. "Sebi", wie Sebastian Ciobanu liebevoll von seinen Fans genannt wird, lag in Runde 2 mehr und mehr zurück und wirkte müde. Des Weiteren wurde er wieder aufgrund seines Cuts gecheckt, durfe aber weiterkämpfen und rettete sich in Runde 3. In Runde drei waren seine Kräfte am Ende, denn Ciobanu wurde nach knapp 20 Sekunden durch eine Kombination des Franzosen zu Boden geschickt. Er konnte sich kaum erholen, schon wurde er weiter angegangen und vom Franzosen mit unzähligen Schlägen im Ringseil bombardiert, so dass er erneut angezählt wurde und der Ringrichter den Kampf abbrach. Sieger durch KO: Freddy Kemayo. Ob der Kampf gegen den verletzten Alexey Ignashov anders für Sebastian Ciobanu ausgegangen wäre? Wir werden es wohl nie erfahren.

Alles in allem ein sehr spektakulärer und erfolgreicher Abend für den rumänischen Kickboxsport, mit einem glücklichen Franzosen: Freddy Kemayo.

Alle Ergebnisse im Überblick:

K-1 World Grand Prix Bukarest 2010
21. Mai 2010
Romexpo Arena in Bukarest, Rumänien


Openingfight
Ionut Atodiresei bes. Amadou Ba nach Punkten

Superfights: MMA Rules
Alexandru Lungu bes. Jimmy Ambriz in Runde 2 durch Aufgabe
Valentijn Overeem bes. Catalin Zmarandescu in Runde 1 durch KO

Viertelfinale
Sebastian Ciobanu bes. Daniil Sapljoshin in Runde 1 durch KO
Mighty Mo bes. Roman Kleibl in Runde 3 durch KO
Alexey Ignashov bes. Mindaugas Sakalauskas in Runde 2 durch KO
Freddy Kemayo bes. Sergii Lashchenko nach Punkten

Reservekampf
Mladen Brestovac bes. Jan Soukup nach Punkten

Superfights
Mihai Barbu bes. Philippe Salmon nach Punkten (nach 4 Runden)
Halim Issaoui bes. William Sriyapai nach Punkten
Raul Catinas bes. Carter Williams in Runde 1 nach 3 Knockdowns via TKO
Errol Zimmerman bes. Catalin Morosanu in Runde 1 durch KO
Ray Sefo bes. Ionut Iftimoaie nach Punkten

Halbfinale
Sebastian Ciobanu bes. Mighty Mo in Runde 1 durch KO
Alexey Ignashov bes. Freddy Kemayo nach Punkten

Finale
Sebastian Ciobanu bes. Freddy Kemayo in Runde 3 durch TKO