Thai/Kickboxen

K-1 World Grand Prix Final 2010

Alistair Overeem wird World Grand Prix Champion 2010 (Foto via FEG).

Das größte Kickbox-Event der Welt feiert wieder einmal seine riesige Finalshow - das K-1 World Grand Prix Final. Weltbekannte Größen des Sports, wie Semmy Shilt, Alistair Overeem oder Peter Aerts, steigen im Ariake Colliseum in den Ring, um die begehrte Krone des K-1 World Grand Prix Champion zu erkämpfen. Hier ist der GnP-Live-Ticker zur Show:

Den Opener des Abends konnte Tsutomu Takahagi für sich entscheiden. Er besiegte Hidekazu Kimura nach drei Runden einstimmig nach Punkten.

K-1 World Grand Prix-Turnier Reservekampf

Ewerton Teixeira vs. Errol Zimmerman
Im Reservekampf für die Finalrunde konnte sich Ewerton Texeira deutlich nach Punkten gegen Errol Zimmermann durchsetzen. Das Duell verlief vollkommen anders, als die erste Begegnung der beiden Fighter, beim Grand Prix-Final vor zwei Jahren. Dieses Mal war es Texeira, der Druck machte und Zimmermann non-stop mit Kombinationen eindeckte. Zimmermann versuchte, auf Konter zu warten. Dies war jedoch die völlig falsche Strategie, mehr als lieblose Einzelaktionen kamen nicht vom Golden Glory-Fighter, so dass er nach drei Runden den Kampf einstimmig nach Punkten abgab. Ewerton Teixeira bes. Errol Zimmerman einstimmig nach Punkten.

K-1 World Grand Prix-Turnier Viertelfinalkämpfe

Peter Aerts vs. Mighty Mo
Das erste Viertelfinale bestritten Mighty Mo und K-1-Legende Peter Aerts. Mo verfolgte Aerts von Beginn an und versuchte, eine seiner Bomben zu landen. Aerts bewegte sich jedoch gut, schaffte Distanz und erwischte Mo nach nur eineinhalb Minuten mit einem linken Highkick. Mo ging zu Boden und wurde angezählt. Danach schien er wie ausgewechselt und bekam keine einzige saubere Aktion mehr zustande. Er taumelte vorwärts und versuchte zu klammern, fiel vornüber, sobald Aerts einen Schritt zurück ging. Aerts roch das Ende und beendete den Kampf noch in der ersten Runde mit einer Schlagkombination am Seil, die er mit einem weiteren Headkick abschloss, nach dem Mo erneut zu Boden ging. Der erste Halbfinalist ist somit wieder einmal „Holzfäller“ Peter Aerts. Peter Aerts bes. Mighty Mo via KO nach 2:20 in Rd. 1.

Semmy Schilt vs. Kyotaro einstimmig nach Punkten.
Das zweite Viertelfinale bestritten Kyotaro und der vierfache K-1-Champion Semmy Schilt. Der von einigen erhoffte Upset gelang Kyotaro hier nicht. Wie erwartet kontrollierte Schilt den Kampf mit Jabs und Frontkicks aus der Distanz und Kniestößen am Mann. Konnte Kyotoaro zu Beginn noch gut zirkeln und schwerere Treffer vermeiden, musste er zum Ende des Kampfes schon deutlich mehr nehmen. Es gelang Kyotoaro einfach zu selten, die Distanz zum holländischen Hünen zu überbrücken und im Infight Kombinationen zu schlagen. So suchte er sein Heil immer öfter im Clinch und wurde dafür schließlich auch entsprechend verwarnt. Nach drei Runden hieß der einstimmige Punktsieger hier Semmy Schilt. Keine Überraschungen in dieser Begegnung. Semmy Schilt bes. Kyotaro einstimmig nach Punkten.

Gokhan Saki vs. Daniel Ghita
Der dritte Viertelfinalkampf war die bislang ansehnlichste Begegnung dieses Events. Gokhan Saki und Daniel Ghita lieferten sich zu Beginn einen recht ausgeglichenen Fight, wobei Ghita mit seinen Kicks zu Oberschenkel und Körpermitte etwas die Nase vorn zu haben schien und Saki gehörig den Wind aus den Segeln nahm. Die hohe Frequenz dieser Kicks schien Ghita jedoch einiges an Energie gekostet zu haben, denn er baute zusehends ab. In Runde drei war es Saki, der den Kampf mit schnellen Schlagserien am Mann bestimmen konnte, wobei er dennoch zu wenig die Distanz überbrückte und zu oft in Kick-Reichweite von Ghita stand. Nach drei Runden sahen zwei von drei Punktrichtern den Kampf unverständlicherweise unentschieden, so dass beide Fighter in eine Zusatzrunde mussten. Diese war vollkommen überflüssig, Ghita war bereits erledigt und ließ sich von Saki den Kampf diktieren. Der Türke attackierte nach wie vor mit hohem Tempo und sicherte sich so den verdienten Punktentscheid. Gokhan Saki bes. Daniel Ghita einstimmig nach Punkten (nach Zusatzrunde).

Alistair Overeem vs. Tyrone Spong
Tyrone Spong gelang im vierten Viertelfinalfight fast der ganz große Wurf. Gegner Alistair Overeem zeigte Schwächen in der Defensive und kassierte dafür eine harte Hand von Spong, die ihn sichtlich anklingelte. Spong setzte nach, konnte jedoch nicht finishen. Die zweite und dritte Runde wurde dann allerdings von Overeem kontrolliert. Spong ließ immer öfter die Deckung sinken und musste Dampfhammer von Overeem einstecken. Im dritten Durchgang wurde er von einer Schlagsalve eingedeckt und stehend angezählt. In den verbleibenden 50 Sekunden des Fights gab „The Reem“ noch einmal ordentlich Gas und ließ keinen Zweifel an seinem Punktsieg. Alistair Overeem bes. Tyrone Spong einstimmig nach Punkten.

Superfight

Hesdy Gerges vs. Yusuke Fujimoto
Es folgte der Abschiedskampf von Yusuke Fujimoto. Mit Hesdy Gerges hatte er jedoch einen Gegner, der ihm keinen besonders schönen Abschied bescherte. Nach einer Menge Prügel und drei Knockdowns in kürzester Zeit, war der extrem einseitige Fight schon nach 1:41 Minuten in der ersten Runde vorüber. Anschließend bedanke sich Fujimoto bei seinen Fans für viele Jahre im K-1-Zirkus. Hesdy Gerges bes. Yusuke Fujimoto via TKO nach 1:42 in Rd. 1.

K-1 World Grand Prix-Turnier Halbfinalkämpfe

Peter Aerts vs Semmy Schilt
Je oller, desto doller. Dass dieses alte Sprichwort noch immer Gültigkeit hat, bewies Peter Aerts im ersten Halbfinale gegen Semmy Schilt. Mit enormem Kämpferherz und jeder Menge Druck konnte der „Dutch Lumberjack“ den Riesen aus dem Turnier werfen. Von Beginn an ging Aerts ohne Rücksicht auf Verluste in den Mann und attackierte mit rechten Geraden und linken Haken. Dabei ließ er Semmy Schilt keinen Platz für seine langen Hände oder gefürchteten Kniestöße. Schlugen Schilts Jabs zu Beginn noch ein und verliefen die ersten beiden Runden noch rechts ausgeglichen, so war es in der dritten Runde einzig Peter Aerts, der das Tempo bestimmte. Ein sichtlich erschöpfter Schilt landete kaum noch Treffer und hatte dem unaufhaltsam stürmenden Aerts nichts mehr entgegenzusetzen. Unverständlicherweise wertete ein Punktrichter den Kampf nach dieser Leistung dennoch unentschieden, die anderen beiden aber für Aerts, der damit der erste Finalteilnehmer ist. Peter Aerts bes. Semmy Schilt mehrheitlich nach Punkten.

Gokhan Saki vs. Alistair Overeem
Das zweite Halbfinale dauerte nicht lang. Saki bewegte sich zwar gut und landete einige schöne Treffer, hatte von den wiederholten Kicks von Ghita aber offenbar einigen Schaden im Rippenbereich genommen, weshalb er seine rechte Hand kaum nutzte und damit nur die Körpermitte deckte. Overeem blieb dies nicht verborgen und er attackierte genau dort immer wieder. Saki konnte einen harten Kick zwar mit dem Arm blocken, wandte sich jedoch sofort ab und signalisierte, dass etwas nicht stimmte. Sein rechter Ellenbogen und seine rechte Hand waren gebrochen und der Kampf wurde abgewunken. Overeem war damit also ebenfalls im Finale. Alistair Overeem (NED) bes. Gokhan Saki (NED) via TKO nach 2:33 in Rd. 1.

Superfight

Sergey Kharitonov vs. Sing "Heart" Jaideep
Der zweite Superfight des Abends nahm ein überraschendes Ende. Favorit Sergei Kharitonov wurde von Sing "Heart" Jaideep in der ersten Runde zweimal zu Boden geschickt und damit gefinisht. Zu Beginn sah Kharitonov recht gut aus, boxte wie gewohnt akkurat. Nachdem aber ein Knie des größeren Jaideep am Kopf des Russen einschlug, war dieser vollkommen neben der Spur. Um sich zu retten ging er sofort in Clinch und vollführt dort fast einen Double Leg-Takedown. Nach dem trennen landete Jaideep mit einer Links-Rechts-Kombination und Kharitonov ging zu Boden. Nach dem anzählen traf Jaideep erneut mit einer Ein-Zwei und Kharitonov ging nach einigem Taumeln erneut auf die Bretter, woraufhin der Referee den Kampf abwinkte. Sing "Heart" Jaideep bes. Sergey Kharitonov via KO in Rd. 1.

K-1 World Grand Prix-Turnier Finale

Peter Aerts vs. Alistair Overeem
Peter Aerts hätte im Vorfeld zu diesem Grand Prix niemand zugetraut, mit 40 Jahren wieder einmal im Finale zu stehen. Nun, der alte Mann hat es allen gezeigt. Alistair Overeem war dann aber einfach zu viel für Aerts, der im Kampf gegen Schilt bereits einige Federn lassen musste. Overeem marschierte von Beginn an vorwärts und deckte Aerts mit harten Kombinationen ein. Anfangs konnte sich Aerts noch entziehen und mit Kicks und Konterschlägen antworten, nach kurzer Zeit wurde er aber gestellt und am Ringseil zu Boden geschickt. Zwar schaffte es der Holzfäller noch einmal auf die Beine, wurde jedoch trotzdem aus dem Kampf genommen – eine richtige Entscheidung des Ringrichters. Alistair Overeem bes. Peter Aerts via KO in Rd. 1 und ist K-1 World Grand Prix Champion 2010.

K-1 World Grand Prix Finale 2010
11. Dezember 2010
Ariake Colosseum in Tokyo, Japan


K-1 World Grand Prix-Turnier Finale
Alistair Overeem (NED) bes. Peter Aerts (NED) via KO in Rd. 1

Superfight
Sing "Heart" Jaideep (IND) bes. Sergey Kharitonov (RUS) via KO in Rd. 1

K-1 World Grand Prix-Turnier Halbfinalkämpfe
Peter Aerts (NED) bes. Semmy Schilt (NED) mehrheitlich nach Punkten
Alistair Overeem (NED) bes. Gokhan Saki (NED) via TKO nach 2:33 in Rd. 1

Superfight
Hesdy Gerges (NED) bes. Yusuke Fujimoto (JPN) via TKO nach 1:41 in Rd. 1

K-1 World Grand Prix-Turnier Viertelfinalkämpfe

Peter Aerts (NED) bes. Mighty Mo (USA) via KO nach 2:20 in Rd. 1
Semmy Schilt (NED) bes. Kyotaro (JPN) einstimmig nach Punkten
Gokhan Saki (NED) bes. Daniel Ghita (ROM) einstimmig nach Punkten (nach Zusatzrunde)
Alistair Overeem (NED) bes. Tyrone Spong (NED) einstimmig nach Punkten

Reservekampf
Ewerton Teixeira (BRA) bes. Errol Zimmerman (NED) nach Punkten

Tsutomu Takahagi (JPN) bes. Hidekazu Kimura (JPN) einstimmig nach Punkten