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K-1 Warriors: Eine Nacht mit spannenden Kämpfen und krachenden Knockouts

Die bereits 15. Ausgabe der traditionsreichen Veranstaltungsreihe "K-1 Warriors" aus Lübeck ging am Samstag mit vielen spektakuläre Momenten zu Ende, hinterlässt aber auch Raum für Diskussionen. Im lang erwarteten Hauptkampf der Veranstaltung traf Mohamad Dolatmandi auf Mohamed Abdallah.

Dolatmandi setzte dabei in 5x3 Minuten seinen K-1-Europameistertitel, nach Version der IKBF, aufs Spiel. Der Titelträger vom Bremer Carabao-Team fand gut in den Kampf und setzte den Herausforderer in den ersten drei Runden vermehrt unter Druck. In der dritten Runde musste dieser dann sogar wiederholt angezählt werden.

Doch der Wahl-Holländer Abdallah aus dem renommierten Mike‘s Gym (GNP1 berichtete) hatte den Weg von Amsterdam scheinbar nicht auf sich genommen, um sich an der Stelle schon geschlagen zu geben. Betreut von keinem Geringeren als Nummer-1-Herausforderer auf den Glory-Mittelgewichtstitel, Yousri Belgaroui, nahm er in Runde vier und fünf mehr und mehr das Heft in die Hand. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Titelverteidiger deutliche Konditionsprobleme offenbarte.

Nach fünf Runden hatte sich dies wohl auch auf den Punktrichterzetteln ausgezahlt und Mohamed Abdallah wurde zum neuen Europameister gekürt.

Dessen Freude war natürlich groß, aber währte nicht lang. Die Tatsachenentscheidung aus dem Ring wurde nämlich, nach nochmaliger interner Auszählung der Punkte, durch die Verbandsoffiziellen revidiert und Abdallah war den Gürtel noch vor der Dusche wieder los.

Der alte und neue K-1-Europameister heißt also weiterhin Mohamad Dolatmandi.

Mohamed Abdallah und seinem Team bleibt an dieser Stelle natürlich das Recht, offiziell Einspruch einzulegen. Zum Zeitpunkt des Berichtes stand dieser noch aus. 

Mitveranstalter Jan Kucht zeigte sich in dieser Situation den Kämpfern gegenüber sehr verständnisvoll: „Es ist immer sehr unbefriedigend, wenn ein Kampf unter solchen Umständen entschieden wird, für Gewinner wie für Verlierer“, sagte er GNP1.de. „Als Veranstalter sind bei Tatsachenentscheidungen die Möglichkeiten zwar begrenzt und menschliche Fehler lassen sich leider nie ganz ausschalten, aber wir werden noch vor unserer nächsten Veranstaltung gemeinsam mit den professionellen Punktrichter des Verbandes nochmal alles deutlich auf Verbesserungsmöglichkeiten prüfen. Darüber hinaus wollen wir den beiden Kämpfern die Möglichkeit geben, am 24. März, an gleicher Stelle, hier in Lübeck, die Frage nach dem besseren Kämpfer sportlich in einem Rückkampf zu beantworten.“

Es bleibt abzuwarten, welchen weiteren Verlauf die Ereignisse nehmen werden. Für alle Beteiligten, insbesondere die Fans, wäre ein Rückkampf sicher die attraktivste Lösung.

Im zweiten Titelkampf des Abends um die Deutsche Meisterschaft im K-1 kam Andre Surenkov einer Punktentscheidung zuvor und gewann gegen Hamid Safdarali beeindruckend durch K.o.

Nicht weniger spektakulär kam zuvor der MMA-Kampf zwischen Saman Moradi und Tim Maikowski ebenso ohne Beteiligung der Punktrichter aus. Tim Maikowski vom aufstrebenden MMA-Team Rostock konnte dabei nach kurzem Abtasten seinen Hamburger Gegner mit einer harten rechten Geraden treffen und so das Ende des Kampfes einläuten. Moradi ging zu Boden, doch zeigte er Nehmerqualitäten und versuchte Maikowski im Bodenkampf zu beschäftigen. Dieser antwortete mit präzisem Ground and Pound, bis Moradi das Bewusstsein verlor, und siegte durch K.o.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

K-1 Warriors 15
4. November 2017
Hansehalle, Lübeck

IKBF-Europameisterschaft bis 95kg / K1
Mohamad Dolatmandi bes. Mohamed Abdallah nach Punkten

IKBF-Deutsche Meisterschaft bis 70kg / K1
Andre Surenkov bes. Hamid Safdarali via KO

MMA
Tim Maikowski bes. Saman Moradi via KO

Boxen
Ninsaw Napor bes. Gratii Oktavian nach Punkten
Mohammed Ali Kaffar bes. Kevin Johnson nach Punkten
Angelo Venjakob bes. Andreas Schmidt nach Punkten

K1
Finn Masurat bes. Adam Berbeka via TKO
Marian Lingurar bes. Toren Gebauer via TKO
Marlon Klenke bes. Akkini Jaffa nach Punkten
Zaher Behaqi bes. Leke Adewole nach Punkten