Thai/Kickboxen

K-1 Rising 2012: Die Ergebnisse aus Madrid

„Bigger, Faster & Best Ever“ – mit diesem Leitspruch bewarb die frisch restaurierte K-1-Organisation ihr Comeback namens K-1 Rising. „Rising“, was auf Deutsch so viel wie Aufstieg oder Wiederauferstehung bedeutet, war hierbei perfekt gewählt, denn K-1 steigt sprichwörtlich wie ein Phoenix aus der Asche in neuem Glanz zurück ins mediale Rampenlicht.

Die Zukunft um K-1 war in den vergangenen Monaten äußerst düster, doch die Rückkehr am vergangenen Wochenende war überwältigend. Zwar fand die Veranstaltung nicht wie üblich in Japan statt, sondern in Spaniens Hauptstadt Madrid, dafür war die Stimmung sensationell, was am spanischen Temperament und an den überaus packenden Kämpfen lag.

Geboten wurden nicht nur Schwergewichtsduelle, sondern auch die ersten Runde des World Max Turniers 2012, sowie die ersten Kämpfe für die Qualifikation des World Grand Prix 2012, welcher im Dezember dieses Jahres in New York stattfinden soll. Die Kämpfe sind vereinzelt auf Youtube zu finden, ein Ansehen lohnt sich definitiv.

Im Hauptkampf des Abends stieg Badr Hari nach längerer Auszeit wieder in den Ring, um auf Anderson “Braddock” Silva zu treffen. Zwar konnte Hari in der ersten Runde einen Knockdown mit einem rechten Haken erzielen, schien jedoch daraufhin körperlich nicht mehr in der Lage Druck aufzubauen und rettete sich nach drei Runden knapp nach Punkten, da er Runde zwei und drei recht passiv ans Werk ging. Ob Ringrost oder eine schlechte Vorbereitung Schuld an der schwachen Leistung waren darf vermutet werden.

Sichtlich unzufrieden: Badr Hari mit Trainer Mike Passenier (Foto: letstalkfighting.com)

MMA-Veteran Mirko "Cro Cop" Filipovic durfte den nächsten Sieg im K-1 Zirkus feiern, nachdem er seine MMA-Karriere im letzten Jahr beendet hatte. Nach dem Sieg gegen Ray Sefo, im März dieses Jahres, setzte sich der kultige Kroate gegen einen recht ungefährlichen Loren Javier Jorge durch. In der zweiten Runde gelang „Cro Cop“ der KO-Sieg, nachdem er seinen Gegner zweifach durch harte Fäuste zu Boden schickte. Wohin die Reise für den 37-Jährigen geht bleibt abzuwarten. Im Gegensatz zu seinen enttäuschenden UFC-Einsätzen scheint er im Kickboxen derzeit gut zurechtzukommen, was seine Fans sicherlich freuen wird.

It´s Showtime-Champion Daniel Ghita hatte leichtes Spiel mit Wendell Roche, denn der Rumäne dominierte das Geschehen durchgehend. Mit harten Fäusten und wuchtigen Lowkicks deklassierte er den Niederländer und schickte ihn mehrfach zu Boden, bis dessen Trainerstab Erbarmen zeigte und das Handtuch warf, bevor ihr Schützling einen ernsten Schaden davontragen würde. Ghita war dadurch der Sieger durch TKO in Runde zwei und ließ sich von den spanischen Zuschauern zu Recht feiern.

Sergei Lascenko besiegte Rico Verhoeven knapp nach Punkten in einer, für die britischen Kommentatoren, ziemlich kontroversen Entscheidung.

Trotz der spannenden Schwergewichtskämpfe wurde die Show an diesem Abend von den K-1 Max-Kämpfern der 70 Kilogramm-Klasse gestohlen, denn diese Duelle waren atemberaubend und endeten zum Großteil durch wuchtige KOs oder mit spektakulären Comeback-Siegen.

Den Anfang machte Andy Ristie der einen unerwartet passiven Gago Drago nach Punkten besiegen konnte.

Chris "The African Warrior" Ngimbi gelang Selbiges gegen den Thailänder Chain Superpro Samui, denn auch Ngimbi gewann ein hartes Duell nach Punkten.

Dann wurde es laut in Madrid, denn Mike Zambidis traf erneut auf Chahid El Hadj, gegen den er 2010 den Kampf des Jahres abgeliefert hatte. Auch dieses Mal ging es furios zur Sache, doch ging die Begegnung nicht wie damals an die Punktrichter. „Iron“ Mike schlug El Hadj in der dritten Runde KO und besiegelte damit seinen Einzug in die nächste Runde des „K-1 World Max Final“ – dabei wurde er von den angereisten Zuschauern wie ein Held gefeiert.

Mike Zambidis in Aktion.

Japans K-1 Max-Star Yasuhiro Kido hingegen tat sich erstaunlich schwer gegen den Chinesen Xu Yan und schien nicht richtig in den Kampf zu finden, denn Yan dominierte das Geschehen. Es fehlt nicht viel und Xu Yan wäre der Sieger nach Punkten geworden, doch Kido lieferte das Comeback des Abends als er den Chinesen durch einen Spinning Backfist ins Delirium schlug. 26 Sekunden vor Ende rettete sich der Japaner damit und führte nach dem Kampf einen skurrilen Freudentanz auf, während UFC-Star Quinton „Rampage“ Jackson und sein britischer Coach sich darüber in der ersten Sitzreihe zu amüsieren schienen.

Englands Jungspund Reece McAllister besiegte daraufhin Yuji Nashiro nach Punkten und zeigte, dass er mit nur 20 Jahren mit der Elite mithalten kann.

Murthel Groenhart lieferte sich ein extrem hartes Duell mit Harut Grigorian, denn er lag zwei Runden lang hinten, bis er den Armenier mit einem harten Aufwärtshaken auf die Matte schlug. Grigorian stand wieder auf, wurde kurze Zeit später von einer Rechten erneut angeklingelt und mit einer weiteren Geraden auf den Hosenboden geschickt, was den KO Sieg für Groenhart in Runde drei perfekt machte.

Andy Souwer hatte es nicht leicht, denn sein Kontrahent war der Spanier Abraham Roqueni, der als Lokalmatador motiviert auftrat. Trotzdem konnte man schnell bemerken, dass Souwer in einer anderen Liga spielt, doch ein vorzeitiger Sieg stand nicht zur Debatte, sondern erst nach der vollen Distanz wurde dem Niederländer der Erfolg mit einen Punktsieg zugesprochen. Die fairen Zuschauer aus Madrid bejubelten diesen lautstark und honorierten damit die starke Leistung Souwers gegen ihren Landsmann.

Artur Kyshenko sorgte im letzten Max-Kampf des Abends für den brutalsten Knockout der Veranstaltung, als er Su Hwan Lee in der zweiten Runde auf die Bretter schickte. Mit einem linken Haken zum Kinn brach der Südkoreaner in sich zusammen und war bereits vor dem harten Aufprall auf die Matte bewusstlos. Es dauerte mehrere Minuten bis Lee sich von diesem brachialen KO erholt hatte und, unter dem Beifall der respektvollen Zuschauer, wieder auf wackeligen Beinen stehen konnte.

Nach den Max-Begegnungen, und somit vor den Schwergewichtskämpfen, wurde das Ableben von K-1 Legende Mike Bernardo durch ein Video geehrt. Der Südafrikaner fand sein Ende mit nur 42 Jahren, im Februar dieses Jahres (wir berichteten).

Die nächste Runde des K-1 Max Turniers wird am 8. September in der Los Angeles Sports Arena in Los Angeles, Kalifornien, stattfinden. Anbei die Ergebnisse der sensationellen Kickboxnacht aus der spanischen Hauptstadt.

K-1 Rising 2012
27. Mai 2012
Palacio Vista Alegre in Madrid, Spanien

World Max 2012 Final 16:
Mike Zambidis bes. Chahid Oulad El Hadj durch KO in Rd.3
Andy Souwer bes. Abraham Roqueni nach Punkten
Artur Kyshenko bes. Su Hwan Lee durch KO in Rd.2
Yasuhiro Kido bes. Xu Yan durch KO in Rd.3
Andy Ristie bes. Gago Drago nach Punkten
Reece McAllister bes. Yuji Nashiro nach Punkten
Murthel Groenhart bes. Harut Grigorian durch KO in Rd.3
Chris Ngimbi bes. Chain Superpro Samui nach Punkten

Schwergewichts-Superfights:
Badr Hari bes. Anderson “Braddock” Silva nach Punkten
Mirko Cro Cop bes. Loren Javier Jorge durch KO in Rd.2
Daniel Ghita bes. Wendell Roche durch TKO in Rd.2
Sergei Lascenko bes. Rico Verhoeven nach Punkten