Thai/Kickboxen

K-1 mit neuem Konzept?

Dass K-1 wieder zurück ist, ist ja an sich nichts mehr Neues. Allerdings kämpft der ehemalige Branchenprimus damit, die Fans, die man zuvor vergrault hat, wieder zurückzugewinnen.

Da Glory die Topstars der MAX- und Schwergewichtsklasse nahezu ausnahmslos bei sich unter Vertrag hat und auch in den übrigen Gewichtsklassen sich nach und nach die Dienste von weiteren großen Namen sichert, wird es für K-1 natürlich um so schwerer, zu einem Programm, wie es in der guten alten Zeit gang und gäbe war, zurückzufinden.

Damit dies gelingt, wurde die Überlegung angestellt, ein neues Format zu kreieren, in welchem es mehr Champions in den unterschiedlichsten Gewichtsklassen gibt. Praktisch so, wie es in der UFC oder auch jetzt bei Glory praktiziert wird.

Will man also tatsächlich das Turnier-Format, mit welchem man über Jahre hinweg die Szene der Standkämpfer beherrschte, aufgeben? Nun, für viele alteingesessene Fans von K-1, soweit es diese noch gibt, dürfte diese Idee etwas blasphemisch vorkommen. Ein solches Format, welches Stars wie Peter Aerts, Ernesto Hoost, Andy Hug, Masato, Andy Souwer oder Buakaw zu großem Ruhm verhalf, dürfte sich nicht so ohne weiteres streichen lassen.

Fakt ist aber auch, dass der Markt sich in den vergangenen Jahren stark verändert hat. Womöglich ist es aber auch so, dass sich das ursprüngliche Geschäftsmodell von K-1 in der heutigen Zeit als nicht länger tragfähig erweist. Blickt man zurück auf die Anfänge von Glory, so scheint sich hier auch ein Stückchen Wahrheit zu verbergen. Denn dort hat man mit Qualifikationen der MAX- und Schwergewichtsklasse angefangen. Im vergangenen Jahr gab es beim Heavyweight Grand Slam das erste 16er-Feld. Nach dem bekannten 8er-Modell ist man mittlerweile auf ein schlankes 4er-Feld zurückgegangen.

Dabei geht es nicht einmal so sehr um die wirkliche Qualität der Veranstaltungen, da dort ja zumindest bei Glory ohnehin die großen Namen vertreten waren. Vielmehr, und das betrifft jetzt rein K-1, hatte man wohl Angst davor, dass unter den Fans so etwas wie Langweile entstehen könnte.

Das große Turnier-Format im Kickboxen wurde in Japan in den frühen Neunzigerjahren aus der Taufe gehoben und es sollte ein richtiger Hit werden. Es war etwas, was die Fans hungrig machte und sie waren auch bereit, diese Events zu konsumieren. Allerdings hatte man bei K-1 den Sprung, und die damit verbundenen Veränderungen, in die heutige Zeit verpasst. Sicherlich werden Tournaments, ganz gleich ob es ein 4er- oder 8er-Feld sein wird, auch zukünftig ihren Reiz behalten. Ob und wann K-1 diese Pläne aber tatsächlich in die Tat umsetzen wird, das steht bisher noch nicht fest.

Aber vielleicht steht es ja doch schon fest und man möchte durch das Streuen von Gerüchten schon einmal vorfühlen, wie diese Idee von den Fans aufgenommen wird? Dem Fan an sich wird nichts weiteres übrig bleiben, als sich überraschen zu lassen.