Thai/Kickboxen

K-1-Legende Branko Cikatic ist tot

Branko Cikatic (Foto: Stipe Lucic/Wikimedia Commons)

Branko Cikatic, der erste Grand-Prix-Champion in der Geschichte von K-1, ist tot. Der „Croatian Tiger“ verstarb am Sonntag, 22. März im kroatischen Solin im Kreise seiner Angehörigen im Alter von 65 Jahren nach langer Krankheit.

Am 3. Oktober 1954 in Split geboren, begann Cikatic im Alter von zwölf Jahren mit Kampfsport. Der Kroate erarbeitete sich den schwarzen Gürtel im Taekwondo und Shotokan Karate und übte sich auch im Judo. Seine Berufung fand er jedoch im Kickboxen. Dort konnte er Ende der 70er als Amateur zahlreiche Titel sammeln und dreimaliger WAKO-Europa- und einmaliger WAKO-Weltmeister im Vollkontakt werden. Seine Amateurkarriere beendete er mit 152 Siegen in 156 Kämpfen.

Mit Trainer Thom Harinck aus dem Chakuriki Gym im Rücken ging es für Cikatic auch als Profi erfolgreich weiter. Cikatic sammelte weitere Meisterschaften im Kick- und Thaiboxen, bevor ihm 1993 der große Wurf gelang. Im allerersten K-1 World Grand Prix setzte sich Cikatic mit drei Knockouts gegen Changpuet Kiatsongrit, Masaaki Satake und Ernesto Hoost im Finale durch, um sich zum ersten und mit 38 Jahren und 208 Tagen bis heute ältesten K-1 Grand Prix Champion zu krönen.

Japan wurde zur zweiten Heimat Cikatics. In den folgenden Jahren kehrte der Kroate immer wieder dorthin zurück und lieferte sich Kämpfe gegen Andy Hug, Musashi, Mike Bernardo oder erneut Ernesto Hoost, den er 1994 ein weiteres Mal K.o. schlug. In einer 27 Jahre umfassenden Kampfsportkarriere ließ es sich Cikatic nicht nehmen, zum Schluss noch für Pride FC in den Ring zu steigen, um sich zwei Mal im MMA zu probieren.

Die Kämpfe gegen die amerikanischen UFC-Stars Mark Kerr und Maurice Smith endeten jedoch in Niederlagen, da Cikatic gegen Kerr disqualifiziert wurde, als er sich an den Seilen festhielt, und gegen Smith in einem Forearm Choke aufgab. Ein Jahr zuvor konnte er in Zagreb noch einmal Weltmeister des WMTA-Verbands werden. Bereits als aktiver Kämpfer gründete Cikatic sein eigenes Gym und brachte so etwa die Karriere von Mirko „Cro Cop“ Filipovic in Schwung, mit dem er sich später überwarf.

In den letzten Jahren wurde ihm jedoch auch das verwehrt, da er immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Bereits 2012 klagte er über Magengeschwüre und innere Blutungen. Seitdem verschlechterte sich sein Zustand immer weiter, sodass er 2018 ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wo man ein Blutgerinnsel feststellte. Dort kamen weitere Probleme hinzu, sodass er von da an nach einer Lugenembolie, Sepsis und bakteriellen Infektion ans Bett gefesselt war. Bereits in den Jahren zuvor hatte man bei ihm Parkinson diagnostiziert.

Nach mehreren Krankenhausaufenthalten wurde er Ende vergangenen Jahres schließlich in die Obhut seiner Familie entlassen. In ihrem Beisein verstarb Cikatic nun am Sonntag, den 22. März 2020 im Alter von 65 Jahren.